Do., 16.07., 19 Uhr: Sisters in Arms

Katharina Karcher hat das Buch „Sisters in Arms – Militanter Feminismus in Westdeutschland seit 1968“ geschrieben, welches 2018 herauskam. Wir haben euch in den letzten Wochen gefragt: Welche Fragen habt ihr zum Buch, zur Thematik? Welche Anmerkungen? Was wollt ihr besprechen? Wir haben Katharina Karcher eure Antworten geschickt, sie wird sie in ihrem Vortrag verarbeiten. Es wird auch insbesondere nochmal um die Adler-Fallstudie gehen, weil sie viele der Stärken und Schwächen der Internationalisierungsprozesse in dieser Zeit veranschaulicht.

Wir senden den Vortrag online hier. Die Kommentarfunktion wird aktiviert sein, so könnt ihr während des Vortrags eure Fragen posten, Katharina Karcher wird sie dann im Nachgang beantworten.

Zum Buch

Gegen Ende der 1960er Jahre entwickelte sich aus der allgemeinen Protestbewegung in der BRD eine Neue Frauenbewegung. Diese ging schnell über Forderungen nach gleichen Rechten für Frauen und Männer hinaus und stellte kapitalistische wie patriarchale Verhältnisse grundsätzlich infrage. Zahlreiche Gruppierungen bedienten sich dabei durchaus konfrontativer Methoden der Auseinandersetzung. In der reichhaltigen Literatur zur Frauenbewegung kommen diese militanten Strömungen des Feminismus bislang allerdings kaum vor. Die vorliegende Studie schließt eine wichtige Forschungslücke.

Katharina Karcher, eine zurzeit in Bristol lehrende Wissenschaftlerin, blickt in Kenntnis der aktuellen feministischen Debatten auf die 70er und 80er Jahre der Neuen Frauenbewegung zurück. Sie konzentriert sich dabei im Wesentlichen auf drei Themenfelder: der Kampf gegen das Abtreibungsverbot; Gewalt gegen Frauen und sexistische Werbung; internationale Frauensolidarität.

Sie nimmt dabei unterschiedliche Akteurinnen in den Blick, die von den rebellierenden SDS-Frauen über Alice Schwarzer bis hin zu bewaffnet agierenden Gruppen reichen. Ihr besonderes Augenmerk gilt dabei den Frauen in den Revolutionären Zellen, die ab 1977 unter dem Namen »Rote Zora« als eigenständige militante Organisation agierten und zahlreiche Anschläge verübten, darunter auf die Textilkette Adler, um einen Frauenarbeitskampf in Südkorea zu unterstützen.

Katharina Karcher hat sieben Jahre recherchiert, zahlreiche Archive durchforstet und mit Zeitzeuginnen aus militanten Zusammenhängen gesprochen. Ihre Studie zeichnet ein fesselndes Bild des radikalen Feminismus nach 1968.

“Sometimes memory can be a knife.” Siri Hustvedt

Zine-Ausschreibung

Erinnerung kann ein Messer sein. Sie kann uns so weh tun, als bohre sich eine lange
Klinge in unsere Narben, um sie erneut in blutendende Wunden zu verwandeln. Sie
kann zu einer Waffe in unserer Hand werden, uns spiegeln wer wir wirklich sind, Licht
auf unsere Gemeinsamkeiten werfen und uns die Kraft geben, zusammen zu
handeln.

Was löst Siri Hustvedts Aussage „Sometimes memory can be a knife“ bei euch aus?
Was bringt ihr damit in Verbindung? In einem Zine möchten wir genderspezifische
Erfahrungen von Frauen, Lesben, Trans*- und genderqueeren Menschen im
Umgang mit Erinnerung veröffentlichen. Dafür rufen wir euch auf diese bis zum 15.09.20 mit uns zu teilen. In Prosaform, als Gedicht, Essay oder Bild. Bei einer großen
Anzahl an Einsendungen werden wir die Auswahl für die Veröffentlichung im Zine
nach inhaltlichen, sprachlichen und ästhetischen Kriterien treffen, um eine
zusammenhängende Sammlung zu gestalten.

Die Texte sollten nicht mehr als 1000 Wörter umfassen und möglichst auf Deutsch
geschrieben sein. (Englisch ist auch möglich.) Wir möchten gerne eine breit
gefächerte Autorinnenschaft und einen großen Erfahrungsreichtum veröffentlichen und fordern besonders Women of Colour, Trans– und Inter*-Menschen und Frauen
mit Behinderung auf, ihre Erfahrungen und Assoziationen mit uns zu teilen. Wenn ihr
möchtet, schreibt uns auch gerne einen Satz zu euerer Person dazu.

Bitte schickt eure Einsendungen mit dem Betreff „Memory“ per Email oder Post an:
zine@monaliesa.de
oder
Feministische Bibliothek MONAliesA, Bernhard-Göring-Straße 152, 04277 Leipzig

Do., 25.06., 19 Uhr: Diskriminierende Sprache und Dolmetschen

// Die Veranstaltung wird online stattfinden. //
https://www.youtube.com/channel/UCSFyxwEfzIwY4dFbTbFPdBQ auf unserem Youtube-Kanal „Feministische Bibliothek MONAliesA“

Diskriminierende Sprache ist allgegenwärtig. Obwohl Debatten über beispielsweise rassistische oder sexistische Sprache regelmäßig angestoßen werden und Forderungen nach der Streichung oder Änderung bestimmter Wörter laut werden, gibt es immer wieder Gegenstimmen, die sich vehement wehren, ganz getreu dem Motto: „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!“

Sprache und die Diskriminierung vieler Menschen hängen jedoch unmittelbar miteinander zusammen.

Im ersten Teil des Vortrags soll daher ein allgemeiner Blick auf Sprache geworfen werden. Wie funktioniert Sprache? Wie entsteht die Bedeutung von Wörtern? Wie entsteht diskriminierende Sprache? Und was haben Menschen in Machtpositionen damit zu tun?

Der zweite Teil des Vortrags richtet sich spezifisch an Menschen, die mit Sprache arbeiten: Übersetzer_innen, Dolmetscher_innen, Sprachlehrer_innen etc. Von diesen Berufsgruppen wird häufig Neutralität gefordert. Ausgehend von den Erkenntnissen aus dem ersten Teil des Vortrags, u.a., dass Sprache nicht neutral sein kann, werden Strategien vorgestellt, die angewendet werden können, um sich beim Dolmetschen, Übersetzen etc. professionell und begründet von diskriminierender Sprache zu distanzieren.

Die Grundlage dafür bildet die 2019 am Institut für Angewandte Linguistik und Translatologie der Universität Leipzig verfasste Masterarbeit „Rassistische Sprache – Eine Untersuchung zu Strategien für das Simultandolmetschen ins Deutsche hinsichtlich ihrer Praktikabilität“

1. Wie funktioniert Sprache?

2. Sprache und Macht

3. Wie erkenne ich diskriminierende Sprache?

4. Strategien für Dolmetscher_innen, Übersetzer_innen etc. bei
diskriminierender Sprache

5. Empirische Untersuchung der Masterarbeit

6. Plädoyer für ein neues Selbstverständnis in vielen
Berufsgruppen

Sisters in arms

Wir planen für Ende Juni / Anfang Juli einen Online-Vortrag mit Katharina Karcher zu ihrem Buch „Sister in Arms – Militanter Feminismus in Westdeutschland seit 1968“.

Das Buch ist bereits seit 2018 auf dem Markt, deswegen haben es bestimmt einige von euch schon gelesen. Wir sammeln derzeit eure Fragen, Diskussionen und Kritik. Schreibt uns, wir übermitteln eure Punkte dann an Katharina Karcher. Die Autorin wird diese dann in ihrem Vortrag beleuchten und zu beantworten versuchen.

Schickt euren Diskussionsbeitrag an monaliesa_leipzig@gmx.de oder als facebook-Nachricht an uns.

Wiedereröffnung

Liebe Interessierte, Nutzer!innen und Freund!innen der MONAliesA,

wir machen wieder auf! Ab Dienstag, 09. Juni, haben wir wieder jeweils Dienstag bis Donnerstag von 15 bis 18 Uhr für euch geöffnet. Wir werden schrittweise öffnen, das heißt, dass ihr vorerst leider nicht stöbern, sondern lediglich vorbestellte Bücher an der Tür abholen und entliehene Bücher zurückgeben könnt. Zusätzlich stehen aber an der Tür Aufsteller mit einer Auswahl an neuer Literatur, die ihr spontan mitnehmen könnt. Uns ist bewusst, dass es für einige zurzeit nicht möglich ist, ihre ausgeliehenen Medien zu uns zurückzubringen. Daher werden alle aktuellen Ausleihen von uns noch einmal automatisch verlängert, sodass keine Gebühren anfallen.

Zur Vorbestellung: Ihr könnt in unserem OPAC unter opac.monaliesa.de nach Literatur suchen. Falls ihr schon einen MONAliesA-Nutzungsausweis bzw. einen Online-Account habt, könnt ihr dort „Vormerkungen“ tätigen. Andernfalls schreibt eine eMail mit den gewünschten Büchern an: bibliothek@monaliesa.de

Vorerst sollten sich jeweils nur zwei Nutzer!innen in der 4. Etage aufhalten, weswegen wir euch bitten, unten zu klingeln. Wir geben euch dann durch, ob ihr hochkommen könnt, oder noch kurz warten müsst. Außerdem müssen wir eure Kontakte dokumentieren, doch das geschieht ohnehin durch die Transaktionen in unserem OPAC, sobald ihr etwas ausleiht oder zurückbringt. Diesbezüglich ist nichts weiter nötig. Bitte kommt nur vorbei, wenn ihr keine Symptome (Husten, Fieber usw.) habt. Achtet auf einen Mindestabstand von 1,5m und tragt im Haus der Demokratie einen Mundschutz. Vielen Dank!

Wir experimentieren noch mit der Situation. Über jeden weiteren Schritt hin zu einer weniger eingeschränkten Öffnung von Bibliothek und Archiv werden wir euch selbstredend informieren!

Vielen Dank für eure Geduld, wir freuen uns auf!

Euer MONAliesA-Team

Schließung der Bibliothek auf unbestimmte Zeit

Liebe Leute,

wir schließen die Bibliothek bis auf Weiteres und warten ab, wie die Entwicklungen bezüglich Covid-19 weitergeht. Wir halten euch auf dem Laufenden und hoffen, euch bald wieder mit Büchern versorgen zu können. Unsere Veranstaltungen, Lesekreise und Gruppentreffen sind ebenfalls ausgesetzt bis vorerst Ende April.

Eure noch ausgeliehenen Bücher werden automatisch verlängert, ihr braucht sie momentan nicht zurückbringen. Wir sind per eMail erreichbar und sporadisch auch per Telefon. Meldet euch gerne, falls ihr Fragen habt.

Bis bald, stay healthy!
Eure MONAliesA

VERSCHOBEN! 13.03., 18 Uhr: Extrem rechter Frauenhass und neonazistische Gewalt Vortrag mit Heike Kleffner

Der Vortrag wird im 2. Halbjahr stattfinden

Jede dritte Frau hat seit dem Alter von 15 Jahren körperliche und/oder sexualisierte Gewalt erlebt. Zwei Drittel aller Frauen, die Gewalt in einer Partnerschaft erlebt haben, meldeten die schwerwiegendsten Gewaltvorfälle innerhalb der Partnerschaft weder der Polizei noch einer anderen Organisation. Für diese international einmalige Studie hatte die Europäische Grundrechteagentur (FRA) 42.000 Frauen in allen EU-Mitgliedsstaaten zu ihren Erfahrungen befragen lassen.1 Besonders gefährdet, Opfer von Gewalt zu werden, sind dabei auch Frauen, die freiwillig oder unfreiwillig Kontakt mit Aktivisten der neonazistischen und extrem rechten Bewegung haben. Der Frauenhass, der dieser spezifischen Form von Gewalt zugrunde liegt, ist tief in der Ideologie der Ungleichwertigkeit der extremen Rechten verankert. Diese Gewalt richtet sich sowohl gegen politische Gegnerinnen als auch gegen Lebensgefährtinnen extrem rechter und neonazistischer Aktivisten sowie gegen Zufallsopfer und Sexarbeitende. Besonders auffällig ist hier auch der extreme Widerspruch zwischen der politischen Propaganda der extremen Rechten, in der eine besondere Schutzbedürftigkeit von Frauen und Kindern mehrheitsdeutscher Herkunft vor sexualisierter Gewalt zum Flügel-übergreifenden Konsens gehört. Mit Kampagnen zu Kinderschutz und Kindesmissbrauch versucht die extreme Rechte zudem seit langem, anschlussfähig zur gesellschaftlichen Mitte zu werden. Im Widerspruch dazu steht vielerorts die konkrete Praxis der extrem rechten Aktivisten.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Antifeminismus und rechte Gewalt“

Do., 12.03., 19 Uhr: Neuer Feminismus? allmende – Zeitschrift für Literatur mit Bettina Wilpert und Lea Sauer

Eine Veranstaltung im Rahmen von „Leipzig liest“

Millionen von Frauen gehen beim ‚Women’s March‘ für Frauenrechte auf die Straße, die #MeToo-Bewegung hat sexuelle Nötigung zu einem globalen Thema gemacht und auch die Buchbrache scheint das Thema Feminismus für sich entdeckt zu haben. Wir sprechen mit Bettina Wilpert und Lea Sauer über ihre Texte in der allmende, ihr Schreiben und ihre Erfahrungen mit dem Literaturbetrieb.