Wir sind zurück aus der Sommerpause!

Wir haben ab sofort wieder Dienstag bis Donnerstag von 15 bis 19 Uhr für euch geöffnet.

Dienstag und Mittwoch ist die Bibliothek weiterhin nur eingeschränkt offen. Das bedeutet, dass die Bibliotheksräume nicht betreten werden können. Ihr könnt aber Bücher an der MONAliesA-Tür abholen und zurückgeben.

Am Donnerstag öffnen wir die Bibliotheksräume für euch. Maximal 5 Nutzer:innen können dann gleichzeitig in die MONAliesA kommen, Medien suchen, ausleihen und zurückgeben. Wir bitten euch, euren Aufenthalt kurz zu halten, um allen Nutzer:innen die Möglichkeit zu geben, in die MONAliesA zu kommen und Infektionen zu vermeiden.

Bitte kommt nur vorbei, wenn ihr keine Symptome (Husten, Fieber usw.) habt. Achtet auf einen Mindestabstand von 1,5m und tragt im Haus der Demokratie einen Mund- und Nasenschutz. Vielen Dank!

Wir werden unsere Öffnungszeiten weiterhin an die aktuelle Corona-Situation anpassen. Über jede weitere Änderung bezüglich der Öffnung von Bibliothek und Archiv informieren wir euch natürlich sofort.

Vielen Dank für eure Geduld, wir freuen uns auf euch!

Euer MONAliesA-Team

Verlängert bis zum 15.10. Zine-Ausschreibung

“Sometimes memory can be a knife.” Siri Hustvedt
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Zine-Ausschreibung
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Erinnerung kann ein Messer sein. Sie kann uns so weh tun, als bohre sich eine lange Klinge in unsere Narben, um sie erneut in blutendende Wunden zu verwandeln. Sie kann zu einer Waffe in unserer Hand werden, uns spiegeln wer wir wirklich sind, Licht auf unsere Gemeinsamkeiten werfen und uns die Kraft geben, zusammen zu handeln.

Was löst Siri Hustvedts Aussage „Sometimes memory can be a knife“ bei euch aus?
Was bringt ihr damit in Verbindung? In einem Zine möchten wir genderspezifische Erfahrungen von Frauen, Lesben, Trans*- und genderqueeren Menschen im Umgang mit Erinnerung veröffentlichen. Dafür rufen wir euch auf diese bis zum 15.10.20 mit uns zu teilen. In Prosaform, als Gedicht, Essay oder Bild. Bei einer großen
Anzahl an Einsendungen werden wir die Auswahl für die Veröffentlichung im Zine nach inhaltlichen, sprachlichen und ästhetischen Kriterien treffen, um eine zusammenhängende Sammlung zu gestalten.

Die Texte sollten nicht mehr als 1000 Wörter umfassen und möglichst auf Deutsch geschrieben sein. (Englisch ist auch möglich.) Wir möchten gerne eine breit gefächerte Autorinnenschaft und einen großen Erfahrungsreichtum veröffentlichen und fordern besonders Women of Colour, Trans– und Inter*-Menschen und Frauen mit Behinderung auf, ihre Erfahrungen und Assoziationen mit uns zu teilen. Wenn ihr möchtet, schreibt uns auch gerne einen Satz zu eurer Person dazu.

Bitte schickt eure Einsendungen mit dem Betreff „Memory“ per Email oder Post an:
zine@monaliesa.de
oder
Feministische Bibliothek MONAliesA, Bernhard-Göring-Straße 152, 04277 Leipzig

Di., 6.10., 19 Uhr: Buchpremiere Debütroman „Roter Affe“ – Szenische Lesung

Autorin: Kaśka Bryla
Lesende: Kaśka Bryla, Carolin Krahl (PS–Politisch Schreiben), Lisa (PMS–Postmigrantische Störung)
Moderation: Barbara Schnalzger (Outside the Box)
ACHTUNG, anderer Ort: Schaubühne Lindenfels, unter den aktuellen Auflagen finden bis 100 Menschen im großen Saal Platz. Reservierung erforderlich!

„Roter Affe“: Roland K., mehrfacher Mörder und Vergewaltiger, sitzt in der JVA Moabit seine Haftstrafe ab. Mit Mania, der Gefängnispsychologin, scheint ihn mehr zu verbinden als ein paar Therapiestunden. Doch als Manias Kindheitsfreund Tomek aus Wien verschwindet und sie sich gemeinsam mit der Hackerin Ruth auf die verzweifelte Suche nach ihm macht, beginnt ein rasant erzählter Wettlauf mit der Zeit. Werden sie Tomek finden? Und will Tomek überhaupt gefunden werden? Und was hat das alles mit Roland K. zu tun? Mutig und lustvoll verknüpft Kaśka Bryla die großen Fragen von Schuld und Vergebung, von Gut und Böse mit einer unerwarteten Liebesgeschichte zu einer mitreißenden Road novel.

Kaśka Bryla, in Wien geboren und zwischen Wien und Warschau aufgewachsen. Studium der Volkswirtschaft in Wien, danach Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig, wo sie 2015 die Literaturzeitschrift und das Autor_innennetzwerk PS: Anmerkungen zum Literaturbetrieb/ Politisch Schreiben mitbegründete, zu deren Redaktion sie seitdem gehört. Kaśka Bryla war Redakteurin des Monatsmagazins an.schläge und erhielt 2013 das START-Stipendium sowie 2018 den Exil Preis für Prosa. Seit 2016 gibt sie Kurse zu Kreativem Schreiben in Gefängnissen, für geflüchtete Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund, 2019 inszenierte sie an der Schaubühne Lindenfels die Reihe Szenogramme.

Di., 01.09., 19 Uhr: Extrem rechter Frauenhass & neonazistische Gewalt

Referentin: Heike Kleffner
Ort: Conne Island Freisitz

Jede dritte Frau hat seit dem Alter von 15 Jahren körperliche und/oder sexualisierte Gewalt erlebt. Zwei Drittel aller Frauen, die Gewalt in einer Partnerschaft erlebt haben, meldeten die schwerwiegendsten Gewaltvorfälle innerhalb der Partnerschaft weder der Polizei noch einer anderen Organisation. Für diese international einmalige Studie hatte die Europäische Grundrechteagentur (FRA) 42.000 Frauen in allen EU-Mitgliedsstaaten zu ihren Erfahrungen befragen lassen. Besonders gefährdet, Opfer von Gewalt zu werden, sind dabei auch Frauen, die freiwillig oder unfreiwillig Kontakt mit Aktivisten der neonazistischen und extrem rechten Bewegung haben.

Der Frauenhass, der dieser spezifischen Form von Gewalt zugrunde liegt, ist tief in der Ideologie der Ungleichwertigkeit der extremen Rechten verankert. Diese Gewalt richtet sich sowohl gegen politische Gegnerinnen als auch gegen Lebensgefährtinnen extrem rechter und neonazistischer Aktivisten sowie gegen Zufallsopfer und Sexarbeitende. Besonders auffällig ist hier auch der extreme Widerspruch zwischen der politischen Propaganda der extremen Rechten, in der eine besondere Schutzbedürftigkeit von Frauen und Kindern mehrheitsdeutscher Herkunft vor sexualisierter Gewalt zum Flügel-übergreifenden Konsens gehört. Mit Kampagnen zu Kinderschutz und Kindesmissbrauch versucht die extreme Rechte zudem seit langem, anschlussfähig zur gesellschaftlichen Mitte zu werden. Im Widerspruch dazu steht vielerorts die konkrete Praxis der extrem rechten Aktivisten.

Di., 28.07., 19 Uhr: Feminismus als Ware und als Waffe – Zur Kritik am Pop-Feminismus und der Möglichkeit seiner Überwindung

Referentin: Constanze Stutz
Ort: Freisitz im Conne Island

Update: Die Veranstaltung wird aufgenommen und auf unserem Mixcloud-Account www.mixcloud.com/MONAliesA_Leipzig/ veröffentlicht. Wir müssen die Veranstaltung auf max. 200 Personen beschränken, um die Abstandseinhaltung gewährleisten zu können. Bitte bringt eure Gesichtsmaske mit und haltet euch an die Hygieneregelungen, wir setzen auf euer Verantwortungsbewusstsein, vielen Dank!


Feminismus zeigt sich gegenwärtig in vielen Formen – neben dem konservativen Feminismus der Gleichstellungspolitik, dem elitären Feminismus der Führungsetagen-Neoliberalistas und dem Queer-Feminismus zwischen Identitätspolitik und Hedonismus hat sich der Pop-Feminismus mit seiner Anrufung der Selbstermächtigung und Wahlfreiheit als umfassendste und tanzbarste Version durchgesetzt. Gleichzeitig lösen die gängige Pop-Varianten des Feminismus das Spannungsverhältnis von weiblicher Erfahrung und Emanzipation zu oft zugunsten individualistischer Selbstermächtigung auf und bieten damit die Möglichkeit, weibliche Aggression und Wut einzuhegen, die gegenwärtig auch in Ermangelung revolutionär-feministischer Erfahrungs- und Beziehungsweisen zumeist ortlos verbleibt.

Indem Pop-Feminismus gerade das, was eine reflektierte Überwindung der herrschenden Verhältnisse ermöglichen würde, nicht liefert, bieten pop-feministische Erfahrungsliteratur und der dazu passende Life-Style einen Anfang in der Auseinandersetzung, aber führen von vornherein auf die falsche Fährte. Was unartikuliert bleibt, ist eine integrierende Erinnerung an verlorene und gewonnene, zu weit gegangene und zu kurz gekommene Kämpfe, Theorien und Streits sowie eine Vorstellung davon, wie es anders sein könnte und müsste, eine utopische Hoffnung auf eine Gesellschaft, in der das Patriarchat überwunden und der Kapitalismus abgelöst wäre.

Was wäre also Fährten, denen wir folgen und Kämpfe, an die wir anschließen wollen würden?

Do., 16.07., 19 Uhr: Sisters in Arms

Katharina Karcher hat das Buch „Sisters in Arms – Militanter Feminismus in Westdeutschland seit 1968“ geschrieben, welches 2018 herauskam. Wir haben euch in den letzten Wochen gefragt: Welche Fragen habt ihr zum Buch, zur Thematik? Welche Anmerkungen? Was wollt ihr besprechen? Wir haben Katharina Karcher eure Antworten geschickt, sie wird sie in ihrem Vortrag verarbeiten. Es wird auch insbesondere nochmal um die Adler-Fallstudie gehen, weil sie viele der Stärken und Schwächen der Internationalisierungsprozesse in dieser Zeit veranschaulicht.

Wir senden den Vortrag online hier. Die Kommentarfunktion wird aktiviert sein, so könnt ihr während des Vortrags eure Fragen posten, Katharina Karcher wird sie dann im Nachgang beantworten.

Zum Buch

Gegen Ende der 1960er Jahre entwickelte sich aus der allgemeinen Protestbewegung in der BRD eine Neue Frauenbewegung. Diese ging schnell über Forderungen nach gleichen Rechten für Frauen und Männer hinaus und stellte kapitalistische wie patriarchale Verhältnisse grundsätzlich infrage. Zahlreiche Gruppierungen bedienten sich dabei durchaus konfrontativer Methoden der Auseinandersetzung. In der reichhaltigen Literatur zur Frauenbewegung kommen diese militanten Strömungen des Feminismus bislang allerdings kaum vor. Die vorliegende Studie schließt eine wichtige Forschungslücke.

Katharina Karcher, eine zurzeit in Bristol lehrende Wissenschaftlerin, blickt in Kenntnis der aktuellen feministischen Debatten auf die 70er und 80er Jahre der Neuen Frauenbewegung zurück. Sie konzentriert sich dabei im Wesentlichen auf drei Themenfelder: der Kampf gegen das Abtreibungsverbot; Gewalt gegen Frauen und sexistische Werbung; internationale Frauensolidarität.

Sie nimmt dabei unterschiedliche Akteurinnen in den Blick, die von den rebellierenden SDS-Frauen über Alice Schwarzer bis hin zu bewaffnet agierenden Gruppen reichen. Ihr besonderes Augenmerk gilt dabei den Frauen in den Revolutionären Zellen, die ab 1977 unter dem Namen »Rote Zora« als eigenständige militante Organisation agierten und zahlreiche Anschläge verübten, darunter auf die Textilkette Adler, um einen Frauenarbeitskampf in Südkorea zu unterstützen.

Katharina Karcher hat sieben Jahre recherchiert, zahlreiche Archive durchforstet und mit Zeitzeuginnen aus militanten Zusammenhängen gesprochen. Ihre Studie zeichnet ein fesselndes Bild des radikalen Feminismus nach 1968.

“Sometimes memory can be a knife.” Siri Hustvedt

Zine-Ausschreibung

Erinnerung kann ein Messer sein. Sie kann uns so weh tun, als bohre sich eine lange
Klinge in unsere Narben, um sie erneut in blutendende Wunden zu verwandeln. Sie
kann zu einer Waffe in unserer Hand werden, uns spiegeln wer wir wirklich sind, Licht
auf unsere Gemeinsamkeiten werfen und uns die Kraft geben, zusammen zu
handeln.

Was löst Siri Hustvedts Aussage „Sometimes memory can be a knife“ bei euch aus?
Was bringt ihr damit in Verbindung? In einem Zine möchten wir genderspezifische
Erfahrungen von Frauen, Lesben, Trans*- und genderqueeren Menschen im
Umgang mit Erinnerung veröffentlichen. Dafür rufen wir euch auf diese bis zum 15.09.20 mit uns zu teilen. In Prosaform, als Gedicht, Essay oder Bild. Bei einer großen
Anzahl an Einsendungen werden wir die Auswahl für die Veröffentlichung im Zine
nach inhaltlichen, sprachlichen und ästhetischen Kriterien treffen, um eine
zusammenhängende Sammlung zu gestalten.

Die Texte sollten nicht mehr als 1000 Wörter umfassen und möglichst auf Deutsch
geschrieben sein. (Englisch ist auch möglich.) Wir möchten gerne eine breit
gefächerte Autorinnenschaft und einen großen Erfahrungsreichtum veröffentlichen und fordern besonders Women of Colour, Trans– und Inter*-Menschen und Frauen
mit Behinderung auf, ihre Erfahrungen und Assoziationen mit uns zu teilen. Wenn ihr
möchtet, schreibt uns auch gerne einen Satz zu euerer Person dazu.

Bitte schickt eure Einsendungen mit dem Betreff „Memory“ per Email oder Post an:
zine@monaliesa.de
oder
Feministische Bibliothek MONAliesA, Bernhard-Göring-Straße 152, 04277 Leipzig

Do., 25.06., 19 Uhr: Diskriminierende Sprache und Dolmetschen

// Die Veranstaltung wird online stattfinden. //
https://www.youtube.com/channel/UCSFyxwEfzIwY4dFbTbFPdBQ auf unserem Youtube-Kanal „Feministische Bibliothek MONAliesA“

Diskriminierende Sprache ist allgegenwärtig. Obwohl Debatten über beispielsweise rassistische oder sexistische Sprache regelmäßig angestoßen werden und Forderungen nach der Streichung oder Änderung bestimmter Wörter laut werden, gibt es immer wieder Gegenstimmen, die sich vehement wehren, ganz getreu dem Motto: „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!“

Sprache und die Diskriminierung vieler Menschen hängen jedoch unmittelbar miteinander zusammen.

Im ersten Teil des Vortrags soll daher ein allgemeiner Blick auf Sprache geworfen werden. Wie funktioniert Sprache? Wie entsteht die Bedeutung von Wörtern? Wie entsteht diskriminierende Sprache? Und was haben Menschen in Machtpositionen damit zu tun?

Der zweite Teil des Vortrags richtet sich spezifisch an Menschen, die mit Sprache arbeiten: Übersetzer_innen, Dolmetscher_innen, Sprachlehrer_innen etc. Von diesen Berufsgruppen wird häufig Neutralität gefordert. Ausgehend von den Erkenntnissen aus dem ersten Teil des Vortrags, u.a., dass Sprache nicht neutral sein kann, werden Strategien vorgestellt, die angewendet werden können, um sich beim Dolmetschen, Übersetzen etc. professionell und begründet von diskriminierender Sprache zu distanzieren.

Die Grundlage dafür bildet die 2019 am Institut für Angewandte Linguistik und Translatologie der Universität Leipzig verfasste Masterarbeit „Rassistische Sprache – Eine Untersuchung zu Strategien für das Simultandolmetschen ins Deutsche hinsichtlich ihrer Praktikabilität“

1. Wie funktioniert Sprache?

2. Sprache und Macht

3. Wie erkenne ich diskriminierende Sprache?

4. Strategien für Dolmetscher_innen, Übersetzer_innen etc. bei
diskriminierender Sprache

5. Empirische Untersuchung der Masterarbeit

6. Plädoyer für ein neues Selbstverständnis in vielen
Berufsgruppen

Sisters in arms

Wir planen für Ende Juni / Anfang Juli einen Online-Vortrag mit Katharina Karcher zu ihrem Buch „Sister in Arms – Militanter Feminismus in Westdeutschland seit 1968“.

Das Buch ist bereits seit 2018 auf dem Markt, deswegen haben es bestimmt einige von euch schon gelesen. Wir sammeln derzeit eure Fragen, Diskussionen und Kritik. Schreibt uns, wir übermitteln eure Punkte dann an Katharina Karcher. Die Autorin wird diese dann in ihrem Vortrag beleuchten und zu beantworten versuchen.

Schickt euren Diskussionsbeitrag an monaliesa_leipzig@gmx.de oder als facebook-Nachricht an uns.