Do., 26.11., 19 Uhr, online Vortrag „#strajkkobiet – Schwangerschaftsabbruch und der Kampf um Selbstbestimmung in Polen“

Online Vortrag

Referentinnen: Laura Loew und Luisa Klatte

Das polnische Abtreibungsgesetz gilt im weltweiten Vergleich als besonders streng. Ende Oktober bestätigte das polnische Verfassungsgericht eine weitere Verschärfung: Demnach sind in Zukunft auch jene Schwangerschaftsabbrüche nicht mehr erlaubt, die aufgrund der schweren Beeinträchtigung des Fötus durchgeführt werden. Das kommt einem nahezu vollständigen Abtreibungsverbot gleich, gegen das in Polen aktuell zehntausende Menschen demonstrieren. In dem Vortrag wird zunächst die aktuelle politische Situation in Polen umrissen und der national-konservative „Gute Wandel“ unter der aktuellen Regierungspartei PiS skizziert. Anschließend wird dargestellt, unter welchen Bedingungen das konservative Gesetz im Jahr 1993 verabschiedet wurde und welche feministischen Interventionsversuche es seit dem gegeben hat. Abschließend werden die aktuellen Proteste und verschiedene Organisationen vorgestellt, die in Polen zum Recht auf Selbstbestimmung arbeiten.

Der Vortrag findet als Live-Stream statt. Es ist keine Voranmeldung nötig.
Diskussionsbeiträge und Fragen könnt ihr während und nach der Veranstaltung im youtube-Chat stellen oder an bibliothek@monaliesa.de schicken, wir beantworten sie dann anonymisiert im Live-Stream.

Der Vortrag findet im Rahmen des Projekts Let’s Connect statt. Weite Infos gibt es hier.

Do., 19.11., 19 Uhr, online Vortrag „Einführung in den Schwarzen Feminismus“

Referentin: Larissa A. Nägler

Online Vortrag im Rahmen des Projekts „Let’s Connect“

Im Vortrag wird thematisiert weshalb die Geschichte des Feminismus trotz anstrebender Befreiung und Emanzipationserfolgen nicht die Geschichte aller ist. Larissa A. Nägler wird in einem kurzen Vortrag die Theorie und Entstehungsgeschichte des Konzepts „Intersektioneller Feminismus“ bzw. der Überschneidung unterschiedlicher Diskriminierungsformen anschneiden. Es soll deutlich werden welche sozialen Dynamiken dazu beitragen, dass die Stimmen Schwarzer Frauen* noch immer viel zu oft unsichtbar bleiben.

November-Öffnungszeiten

Wir bleiben im November weiterhin Dienstag bis Donnerstag von 15 bis 19 Uhr für euch geöffnet – jedoch nur eingeschränkt. Das bedeutet, dass die Bibliotheksräume nicht betreten werden können. Ihr könnt lediglich Bücher an der MONAliesA-Tür abholen und zurückgeben.
Bitte gestaltet euren Aufenthalt so kurz wie möglich!
Bitte bestellt eure Medien bereits zu Hause vor unter opac.monaliesa.de
Bitte kommt nur vorbei, wenn ihr keine Symptome (Husten, Fieber usw.) habt.
Bitte achtet auf einen Mindestabstand von 1,5m und tragt im Haus der Demokratie einen Mund- und Nasenschutz.
Vielen Dank!
Wir werden unsere Öffnungszeiten weiterhin an die aktuelle Corona-Situation anpassen. Über jede weitere Änderung bezüglich der Öffnung von Bibliothek und Archiv informieren wir euch.

Euer MONAliesA-Team

So., 25.10., 19 Uhr: „Fragile Solidaritäten. Klasse und Geschlecht in der britischen und deutschen Frauenbewegung“ (Onlineveranstaltung)

Buchvorstellung und Vortrag von Jana Günther

Online-Vortrag hier

Die Frauenbewegung als eine soziale Bewegung gilt als die Agentin der Frauenemanzipation und als Symbol des Freiheitskampfes von Frauen schlechthin. Oft wird sie von Aktivist_innen und Historiker_innen als einheitliche, durch eine kollektive Identität gestützte, Bewegung betrachtet, in deren Protesten sich homogene Ideen und politische Spektren widerspiegeln. Zweifelsohne ist die demonstrative Darstellung von Einheitlichkeit und Einigkeit ein wichtiger Prozess der Mobilisierung und kann ein stilistisches Mittel der Protestinszenierung sein. Jedoch zeiht eine eingehendere empirische Analyse der frühen Frauenbewegung die Grenzen der Idee kollektiver Identitäten auf. Vielmehr fanden (und finden) auch innerhalb der Frauenbewegung soziale Kämpfe statt, die geschlechts- und klassenspezifische Ungleichheiten verhandeln. Konflikte und Brüche stellen einen bedeutenden Teil der Frauenbewegungsgeschichte dar und äußern sich in konkreten Diskriminierungen und Ausschlüssen, hegemonialen Geschlechtervorstellungen und Legitimationen der Klassenspaltung, als auch in neuen Formen solidarischen Handelns, neuen Koalitionen, Protestformen und neuen Zielausrichtungen. Die Fragilität und Heterogenität sowie die Versuche der Protestakteur_innen diese auszubalancieren, trugen dann auch dazu bei, neue Bündnisse und Solidaritäten innerhalb der Frauenbewegung selbst und auch mit anderen zu der Zeit aktiven Protestbewegungen zu schaffen.

Fragile Solidaritäten führt durch die Geschichte und Diskurse der deutschen und britischen ‚ersten‘ Frauenbewegung und betrachtet diese aus einer soziologischen Perspektive. Die Analyse der Bewegung an der Intersektion von Geschlechter- und Klassenverhältnissen lädt dazu ein, ihre Heterogenität in Geschichte und Gegenwart neu in den Fokus zu nehmen. In ihrem Vortrag wird Jana Günther Licht auf einige wichtige Konfliktlinien werfen, um im Anschluss live eure Fragen zu beantworten.

Über die Autorin:

Jana Günther, geboren 1978 in der DDR, ist promovierte Sozialwissenschaftlerin mit den Forschungs- und Lehrschwerpunkten soziale Bewegungen und Protestforschung, soziale Ungleichheit und Armut, Gleichstellungs- und Antidiskriminierungspolitik sowie klassische feministische Theorie. Sie ist Mitherausgeberin der Zeitschrift Femina Politica und Vorständin im FrauenBildungshausDresden e.V. Derzeit forscht sie zur Rolle der Frauenbewegungsorganisationen in der Kriegsindustrie und unterrichtet als Vertretungsprofessorin für soziologische Grundlagen der Sozialen Arbeit an der Hochschule Darmstadt.

So, 11.10., 15 Uhr Lesung: materializing feminism – Positionierungen zu Ökonomie, Staat und Identität

Buchvorstellung, Lesung und Diskussion mit Friederike Beier und Lea Haneberg
Wir leben in einer Zeit, in der alle Lebensbereiche vom Kapitalismus durchdrungen sind. Gegen die Zumutungen der kapitalistischen Verwertungslogik wird das eigene Selbst ständig optimiert und individuelle Lösungsstrategien als Freiheit angepriesen. “Einfache” Freiheitsversprechen werden nicht zuletzt auch in Teilen des Feminismus dargeboten und klingen umso vielversprechender, je weniger die kapitalistischen Strukturen hinterfragt werden. Gleichzeitig nehmen gesellschaftliche Ungleichheitsverhältnisse zu und es sind nach wie vor Frauen*, die einen Großteil der Fürsorge leisten und dadurch von liberalen Freiheitsversprechen ausgeschlossen werden.
Vor diesem Hintergrund argumentieren die Herausgeber*innen und Autor*innen von materializing feminism für einen materialistischen Feminismus und damit einhergehend für eine kritische Auseinandersetzung mit ökonomischen, gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen und aktuellen Entwicklungen. materializing feminism macht feministische Ökonomie- und Gesellschaftskritik sichtbar, setzt sich mit ihren Praxen und Gegenstrategien auseinander und lädt zum Weiterdenken ein.
15 Uhr auf dem Freisitz des Conne Island.
Bitte beachtet die Hygiene-Regeln, bringt eure Masken mit und seid rücksichtsvoll

Wir sind zurück aus der Sommerpause!

Wir haben ab sofort wieder Dienstag bis Donnerstag von 15 bis 19 Uhr für euch geöffnet.

Dienstag und Mittwoch ist die Bibliothek weiterhin nur eingeschränkt offen. Das bedeutet, dass die Bibliotheksräume nicht betreten werden können. Ihr könnt aber Bücher an der MONAliesA-Tür abholen und zurückgeben.

Am Donnerstag öffnen wir die Bibliotheksräume für euch. Maximal 5 Nutzer:innen können dann gleichzeitig in die MONAliesA kommen, Medien suchen, ausleihen und zurückgeben. Wir bitten euch, euren Aufenthalt kurz zu halten, um allen Nutzer:innen die Möglichkeit zu geben, in die MONAliesA zu kommen und Infektionen zu vermeiden.

Bitte kommt nur vorbei, wenn ihr keine Symptome (Husten, Fieber usw.) habt. Achtet auf einen Mindestabstand von 1,5m und tragt im Haus der Demokratie einen Mund- und Nasenschutz. Vielen Dank!

Wir werden unsere Öffnungszeiten weiterhin an die aktuelle Corona-Situation anpassen. Über jede weitere Änderung bezüglich der Öffnung von Bibliothek und Archiv informieren wir euch natürlich sofort.

Vielen Dank für eure Geduld, wir freuen uns auf euch!

Euer MONAliesA-Team

Verlängert bis zum 15.10. Zine-Ausschreibung

“Sometimes memory can be a knife.” Siri Hustvedt
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Zine-Ausschreibung
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Erinnerung kann ein Messer sein. Sie kann uns so weh tun, als bohre sich eine lange Klinge in unsere Narben, um sie erneut in blutendende Wunden zu verwandeln. Sie kann zu einer Waffe in unserer Hand werden, uns spiegeln wer wir wirklich sind, Licht auf unsere Gemeinsamkeiten werfen und uns die Kraft geben, zusammen zu handeln.

Was löst Siri Hustvedts Aussage „Sometimes memory can be a knife“ bei euch aus?
Was bringt ihr damit in Verbindung? In einem Zine möchten wir genderspezifische Erfahrungen von Frauen, Lesben, Trans*- und genderqueeren Menschen im Umgang mit Erinnerung veröffentlichen. Dafür rufen wir euch auf diese bis zum 15.10.20 mit uns zu teilen. In Prosaform, als Gedicht, Essay oder Bild. Bei einer großen
Anzahl an Einsendungen werden wir die Auswahl für die Veröffentlichung im Zine nach inhaltlichen, sprachlichen und ästhetischen Kriterien treffen, um eine zusammenhängende Sammlung zu gestalten.

Die Texte sollten nicht mehr als 1000 Wörter umfassen und möglichst auf Deutsch geschrieben sein. (Englisch ist auch möglich.) Wir möchten gerne eine breit gefächerte Autorinnenschaft und einen großen Erfahrungsreichtum veröffentlichen und fordern besonders Women of Colour, Trans– und Inter*-Menschen und Frauen mit Behinderung auf, ihre Erfahrungen und Assoziationen mit uns zu teilen. Wenn ihr möchtet, schreibt uns auch gerne einen Satz zu eurer Person dazu.

Bitte schickt eure Einsendungen mit dem Betreff „Memory“ per Email oder Post an:
zine@monaliesa.de
oder
Feministische Bibliothek MONAliesA, Bernhard-Göring-Straße 152, 04277 Leipzig

Di., 6.10., 19 Uhr: Buchpremiere Debütroman „Roter Affe“ – Szenische Lesung

Autorin: Kaśka Bryla
Lesende: Kaśka Bryla, Carolin Krahl (PS–Politisch Schreiben), Lisa (PMS–Postmigrantische Störung)
Moderation: Barbara Schnalzger (Outside the Box)
ACHTUNG, anderer Ort: Schaubühne Lindenfels, unter den aktuellen Auflagen finden bis 100 Menschen im großen Saal Platz. Reservierung erforderlich!

„Roter Affe“: Roland K., mehrfacher Mörder und Vergewaltiger, sitzt in der JVA Moabit seine Haftstrafe ab. Mit Mania, der Gefängnispsychologin, scheint ihn mehr zu verbinden als ein paar Therapiestunden. Doch als Manias Kindheitsfreund Tomek aus Wien verschwindet und sie sich gemeinsam mit der Hackerin Ruth auf die verzweifelte Suche nach ihm macht, beginnt ein rasant erzählter Wettlauf mit der Zeit. Werden sie Tomek finden? Und will Tomek überhaupt gefunden werden? Und was hat das alles mit Roland K. zu tun? Mutig und lustvoll verknüpft Kaśka Bryla die großen Fragen von Schuld und Vergebung, von Gut und Böse mit einer unerwarteten Liebesgeschichte zu einer mitreißenden Road novel.

Kaśka Bryla, in Wien geboren und zwischen Wien und Warschau aufgewachsen. Studium der Volkswirtschaft in Wien, danach Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig, wo sie 2015 die Literaturzeitschrift und das Autor_innennetzwerk PS: Anmerkungen zum Literaturbetrieb/ Politisch Schreiben mitbegründete, zu deren Redaktion sie seitdem gehört. Kaśka Bryla war Redakteurin des Monatsmagazins an.schläge und erhielt 2013 das START-Stipendium sowie 2018 den Exil Preis für Prosa. Seit 2016 gibt sie Kurse zu Kreativem Schreiben in Gefängnissen, für geflüchtete Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund, 2019 inszenierte sie an der Schaubühne Lindenfels die Reihe Szenogramme.

Di., 01.09., 19 Uhr: Extrem rechter Frauenhass & neonazistische Gewalt

Referentin: Heike Kleffner
Ort: Conne Island Freisitz

Jede dritte Frau hat seit dem Alter von 15 Jahren körperliche und/oder sexualisierte Gewalt erlebt. Zwei Drittel aller Frauen, die Gewalt in einer Partnerschaft erlebt haben, meldeten die schwerwiegendsten Gewaltvorfälle innerhalb der Partnerschaft weder der Polizei noch einer anderen Organisation. Für diese international einmalige Studie hatte die Europäische Grundrechteagentur (FRA) 42.000 Frauen in allen EU-Mitgliedsstaaten zu ihren Erfahrungen befragen lassen. Besonders gefährdet, Opfer von Gewalt zu werden, sind dabei auch Frauen, die freiwillig oder unfreiwillig Kontakt mit Aktivisten der neonazistischen und extrem rechten Bewegung haben.

Der Frauenhass, der dieser spezifischen Form von Gewalt zugrunde liegt, ist tief in der Ideologie der Ungleichwertigkeit der extremen Rechten verankert. Diese Gewalt richtet sich sowohl gegen politische Gegnerinnen als auch gegen Lebensgefährtinnen extrem rechter und neonazistischer Aktivisten sowie gegen Zufallsopfer und Sexarbeitende. Besonders auffällig ist hier auch der extreme Widerspruch zwischen der politischen Propaganda der extremen Rechten, in der eine besondere Schutzbedürftigkeit von Frauen und Kindern mehrheitsdeutscher Herkunft vor sexualisierter Gewalt zum Flügel-übergreifenden Konsens gehört. Mit Kampagnen zu Kinderschutz und Kindesmissbrauch versucht die extreme Rechte zudem seit langem, anschlussfähig zur gesellschaftlichen Mitte zu werden. Im Widerspruch dazu steht vielerorts die konkrete Praxis der extrem rechten Aktivisten.