Vergangene Veranstaltungen

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2019

Freitag, 28.06.19, 19 Uhr: Die Achillesferse der IntersektionalitĂ€t – Überlegungen zu Antisemitismus als blinder Fleck der IntersektionalitĂ€t

Referentin: Merle Stöver
Wer sich einst hoffnungsvoll unter dem Schlagwort der IntersektionalitĂ€t versammelte, musste mit jener Hoffnung vor der Unmöglichkeit, Antisemitismus adĂ€quat zu erfassen und einzubeziehen, kapitulieren. Im Vortrag wird nicht nur jene Unmöglichkeit thematisiert, sondern auch zugleich der Blick auf aktuelle Entwicklungen geworfen, die den antisemitischen Geist der IntersektionalitĂ€tsdebatten der vergangenen Jahre offenbaren. Doch die Kapitulation vor dem Antisemitismus, der als Ressentiment, politische Bewegung und Ideologie zugleich fĂŒr sich beansprucht, die Welt erklĂ€ren zu können, soll nicht das Ende sein: Im Anschluss soll im Vortrag diskutiert werden, inwiefern Bedingungen geschaffen werden können, um Antisemitismus zu erfassen und im Zusammenspiel mit Rassismus, Sexismus oder Klassismus zu analysieren.“

Merle Stöver ist Masterstudentin am Zentrum fĂŒr Antisemitismusforschung der TU Berlin. Sie forscht, schreibt und spricht zu Antisemitismus und Geschlecht.

Eine Veranstaltung im Rahmen der JĂŒdischen Woche Leipzig.

Donnerstag, 20.06.19, 19 Uhr: „Traumgeburt oder Geburtstrauma? – Zum neuen Unbehagen an der Geburt“

Vortrag und Diskussion mit Dr. Sabine Flick
Seit wenigen Jahren engagieren sich Aktivist*innen der so genannten „Roses Revolution“gegen geburtshilfliche Gewalt in Europa. Sie beziehen sich dabei auf Erfahrungen respektlosenUmgangs und ungerechtfertigter Behandlung bis hin zu körperlicher Misshandlung, die Frauen unter der Geburt erleben. WĂ€hrend die WHO dazu bereits ein Statement veröffentlicht hat, die Diskussionen um ‚Black BirthingJustice‘ in den USA aufrassistische Strukturen auch in der Geburtshilfehinweisenund in einigen lateinamerikanischen LĂ€ndern geburtshilflichen Gewalt sogar bereits als Rechtsgegenstand verhandelt wird, hat die Debatte in Europa gerade erst begonnen. Interessanterweise konzentriert sich die europĂ€ische, insbesondere deutschsprachige Diskussion stark auf die psychischen Aspekte der Erfahrungen mit geburtshilflicher Gewalt. MĂŒtter, Doulas und Hebammen beschreiben traumatische Erlebnisse wĂ€hrend der Geburt und leiten Folgeprobleme beim Stillen, Depressionen und Bindungsprobleme mit dem SĂ€ugling aus diesen Traumata ab. Experten aus Psychotherapie und Psychiatrie stehen Pate fĂŒr diese ErklĂ€rungen. In der Folge bietet der Bereich der Eltern-Kind-Psychotherapie immer mehr Dienstleistungen zur PrĂ€vention und BewĂ€ltigung von Geburtstraumata an.
Was ist passiert? Erleben wir tatsĂ€chlich ein #metoo im Kreißsaal? Ist dies alles also ein Hinweis darauf, dass sich die Situation der Frauen unter der Geburt in Europa verschlechtert hat oder sind womöglich noch andere Diskurse am Werk, die uns ein insgesamt stark verĂ€ndertes Bild von dem geben, was heute unter einer „normalen“ Geburt verstanden wird?Und welche Rolle spielt die Ökonomisierung der Kliniken?Der Vortrag gibt Antworten auf diese Fragen und greift dabei auf laufende Forschungen zurĂŒck.

Dr. Sabine Flick vertritt derzeit die Professur fĂŒr Soziologie mit dem Schwerpunkt Familien- und Jugendsoziologie an der Goethe-UniversitĂ€t in Frankfurt am Main und forscht am dortigen Institut fĂŒr Sozialforschung. Ihre Schwerpunkte sind Medizin- und Wissenssoziologie, qualitative Forschungsmethoden sowie die Soziologie der GeschlechterverhĂ€ltnisse. Neben ihrer TĂ€tigkeit in der Wissenschaft ist sie als Supervisorin in Feldern psychosozialer Arbeit unterwegs.

Der Vortrag ist Teil der neuen Veranstaltungsreihe „Geschlecht. Gesellschaft. Psyche“ der monaliesa. In dieser Veranstaltungsreihe wollen wir uns mit der Frage beschĂ€ftigen, inwiefern die Kategorie Geschlecht vermittelt ĂŒber gesellschaftliche Prozesse mit psychischer Gesundheit zusammenhĂ€ngt bzw. auch andersherum, wie psychische Gesundheit durch gesellschaftliche VerĂ€nderungen insbesondere bezĂŒglich Geschlechternormen befördert werden könnte.

Freitag, 17.05.19 – Sonntag, 19.05.19: Fahrt in die Mahn- und GedenkstĂ€tte RavensbrĂŒck

In Kooperation mit der GedenkstĂ€tte fĂŒr Zwangsarbeit Leipzig

Vom 17. bis 19.5.2019 besuchen wir mit einer Gruppe von 25 Personen die Mahn- und GedenkstĂ€tte RavensbrĂŒck sowie das GelĂ€nde des ehemaligen KZ Uckermark. Wir wollen uns wĂ€hrend unseres Aufenthalts vor allen Dingen mit Erinnerung, Erinnerungsdiskursen und Gedenken auseinandersetzen. Wie wird den Frauen, MĂ€dchen und Lesben, welche dort inhaftiert, zur Zwangsarbeit gezwungen und ermordet wurden, gedacht? Wie an sie erinnert?

An beiden Orten werden wir an FĂŒhrungen teilnehmen (Angelika Meyer/ RavensbrĂŒck, Initiative Gedenkort KZ RavensbrĂŒck). Es wird auch viel Zeit eingerĂ€umt, selbststĂ€ndig EindrĂŒcke zu gewinnen. Am Ende jedes Tages wollen wir zusammenkommen und uns austauschen. Wir ĂŒbernachten in der Jugendherberge RavensbrĂŒck, sie befindet sich auf dem GelĂ€nde des ehemaligen Konzentrationslagers. Diese Situation wird in unseren GesprĂ€chen eine Rolle spielen.
ZusÀtzlich zu der Fahrt wird es ein Vorbereitungs- sowie ein Nachbereitungstreffen geben:

Donnerstag, 09.05.19, 19 Uhr: Vorbereitungstreffen
Donnerstag, 23.05.19, 19 Uhr: Nachbereitungstreffen

Alle Menschen sind unabhĂ€ngig von ihren Kenntnissen oder ihres Vorwissens eingeladen, mitzukommen. FĂŒr die gemeinsame Anreise mit dem Zug, Übernachtung und Verpflegung ist ein Betrag von 25€ zu zahlen. Sollte dies eine HĂŒrde fĂŒr euch sein, sprecht uns bitte an, sodass wir einen Weg finden können, wie ihr trotzdem an der Fahrt teilnehmen könnt.
Anmeldung sind unter bibliothek@monaliesa.de ab jetzt möglich.

Außerdem könnt ihr im April zwei Veranstaltungen, welche auf das Thema vorbereiten, in der MONAliesA besuchen:

7.4. Barbara Degen – Lesbendiskriminierung: Kein Recht auf Erinnerung?

25.4. GedenkstĂ€tte fĂŒr Zwangsarbeit Leipzig – Die Aufseherinnen des KZ-Außenlagers “HASAG Leipzig”

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Dienstag, 07.05.2019, 19 Uhr: Geburtshilfe als Beruf

GesprĂ€ch mit den Hebammen Annett Heitmann-Mbise und Guisette Quander ĂŒber Klinik- und Geburtshausalltag, Risiken der SelbststĂ€ndigkeit und das Handwerk der Geburtshilfe

Der Hebammenberuf als einer der Ă€ltesten Frauenberufe ist anhand des gesellschaftlichen Umgangs mit GebĂ€ren stetig im Wandel. Über 97 Prozent aller Geburten in Deutschland finden in einer Klinik statt, nur wenige im Geburtshaus oder zu Hause. Die meisten Hebammen arbeiten folglich als Angestellte im Krankenhaus oder in der Vor- und Nachsorge, wĂ€hrend die selbststĂ€ndige Arbeit in der Geburtshilfe mit hohen Versicherungssummen belegt ist und immer weniger KrankenhĂ€user selbststĂ€ndige Beleghebammen akzeptieren. Das Recht auf freie Hebammenwahl steht somit in Frage.
In den KreißsĂ€len hat sich seit der Hospitalisierung der Geburt viel getan, in Ostdeutschland vor allem seit 1990: die „aktive“ Geburtshilfe mit vielen Interventionen ist – zumindest vom Anspruch her – einer „sanfteren“ Geburtshilfe gewichen. Es bleiben ökonomische ZwĂ€nge und Hierarchien, die eine 1:1-Betreuung von GebĂ€renden kaum zulassen.
In den kommenden Jahren wird die Hebammenausbildung akademisiert: ein Versuch, den Hebammenberuf mit mehr gesellschaftlicher Anerkennung und besserer Bezahlung neu aufzustellen?

Annett Heitmann-Mbise ist seit 2008 Hebamme und GrĂŒnderin des Geburtshauses „Aus dem Bauch heraus“ in Leipzig
Guisette Quander ist seit 1988 Hebamme und arbeitet im Sana-Klinikum Borna
Moderation: Marie MĂŒller-Zetzsche

Eine Veranstaltung im Rahmen unserer Reihe „GebĂ€ren und Geburtshilfe – wie steht es um die Selbstbestimmung von Frauen?“

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Donnerstag, 25.04.19, 19 Uhr: Vortrag GedenkstĂ€tte fĂŒr Zwangsarbeit: Die Aufseherinnen des KZ-Außenlagers “HASAG Leipzig”

Die Rolle von Frauen im NS war lange Zeit umstritten. Erst gegen Ende der 1980er Jahre richtete sich der Blick der Forschung von der einseitigen Opferperspektive hin zu einem VerstĂ€ndnis von Frauen als (Mit)TĂ€terinnen und eigenstĂ€ndig handelnden Akteurinnen innerhalb des nationalsozialistischen Verfolgungsapparates. In Leipzig existierte seit 1944 das KZ-Frauenaußenlager „HASAG Leipzig“. Die ca. 5000 weiblichen HĂ€ftlinge wurden rund um die Uhr von ĂŒber 80 KZ-Aufseherinnen bewacht.
Nach 1945 gab es keine weitergehende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesen TĂ€terinnen.

Die Referentinnen widmen sich seit 2017 in einem Forschungsprojekt der Aufarbeitung der Biografien dieser Aufseherinnen. Der Vortrag zielt darauf ab, am Beispiel des KZ-Außenlagers „HASAG Leipzig“ eine EinfĂŒhrung in das Thema KZ-Aufseherinnen zu geben. Dabei sollen anhand von Forschungsergebnissen die Wege der Frauen von ihrer Rekrutierung bis zu ihrem Dienst im Außenlager sowie mögliche HandlungsrĂ€ume und der
juristische Umgang mit ihren Verbrechen nach 1945 beleuchtet werden.

Eine Veranstaltung im Rahmen der GedenkstĂ€ttenfahrt RavensbrĂŒck, in Kooperation mit der GedenkstĂ€tte fĂŒr Zwangsarbeit Leipzig.

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Do., 11.04.19, 19 Uhr: Wirklich frei sind wir erst, wenn wir auch dick sein können! Vortrag und Diskussion ĂŒber Fatacceptance und Feminismus von Judith Schreier

Im Vortrag sollen die Bewegungen Fat Acceptance und Body Positivity in ihrem Potential fĂŒr eine Analyse struktureller UnterdrĂŒckungsmechansimen (und einer Emanzipation von diesen) kritisch hinterfragt werden und dabei immer wieder mit der Kategorie Geschlecht in Beziehung gesetzt werden.

Dick gilt als Tabu, als unter keinen UmstĂ€nden erstrebenswert, darĂŒber hinaus sind ganze Industrien darauf abgezielt zu verhindern, dass Menschen dick werden. Entstanden in den 1970er Jahren als Untergrundbewegung in San Francisco, gewinnt die Fat Acceptance Bewegung, die diese Einstellungen hinterfragt, nun langsam auch in Deutschland immer mehr an Aufmerksamkeit in feministischen und tendenziell auch in mehrheitsgesellschaftlichen Diskursen.

Dicke Menschen erfahren bis heute Diskriminierung und Benachteilungen in allen Lebensbereichen, die sogenannte Fettfeindlichkeit (engl. Fatshaming/Fatphobia/-misia). Die Fat Acceptance Bewegung versucht der Entstehung von Stigmatisierung gegenĂŒber dicken Menschen entgegenzuwirken und somit Diskriminierung abzubauen. Eine feministische HauptĂŒberzeugung der Bewegung ist dabei, dass Menschen – unabhĂ€ngig wie dick – Akzeptanz, WertschĂ€tzung und vollstĂ€ndige gesellschaftliche Teilhabe verdienen. Obwohl Menschen aller Gesellschaftsschichten dick sein können, sind besonders Menschen, die Mehrfachdiskriminierungen erfahren, betroffen. Denn der Diskurs ĂŒber das Dicksein wird gesellschaftlich ĂŒber mehrere Achsen verhandelt: Gesundheit, Schönheit und Verantwortung. Daraus resultierend sind Frauen und Queers durch die enge VerknĂŒpfung dieser Achsen erhöhter Fettfeindlichkeit ausgesetzt. Beispielsweise mĂŒssen MĂŒtter nicht nur selbst dĂŒnn, in fettfeindlicher Rhetorik synonym mit gesund und schön, sein, sondern mĂŒssen auch konstant dafĂŒr sorgen ihre Kinder keinesfalls dick sind oder werden, damit diese möglichst nie zu erwachsenen Dicken werden. Zudem hat sich seit den 1990er Jahren aus der Fat Acceptance Bewegung heraus die Body Positivity Bewegung in den sozialen Medien herausbildet. Obwohl eine Öffnung der Thematiken wĂŒnschenswert sein könnte, ist heute der Diskurs zwischen Fat Acceptance und Body Positivity geprĂ€gt von AusschlĂŒssen und Zugehörigkeit, kapitalistischer Verwertbarkeit und Ausnutzung der Slogans.

Judith Schreier studiert im Master Amerikanistik an der UniversitÀt
Leipzig. Sie forscht ĂŒber die Darstellung von dicken Körpern sowie
Gender und SexualitÀt in (amerikanischer) Literatur und Kultur und ist zudem Fat-Aktivistin.

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Fr., 5.04.19, 19 Uhr: Barbara Degen: Lesbendiskriminierung: Kein Recht auf Erinnerung?

Dr. Barbara Degen wird ĂŒber die KontinuitĂ€ten der Lesbendiskriminierung und –verfolgung sprechen und ihre rechtshistorische Entwicklung, also die historische Einordnung des § 175 StGB, erlĂ€utern. Anhand des Beispiels der GedenkstĂ€tte RavensbrĂŒck zeigt sie die Auseinadersetzung und den Streit ums Gedenken und die Anerkennung von Lesben als Opfergruppe.

Dr. Barbara Degen, Juristin, Frauengeschichtsforscherin, MitbegrĂŒnderin des „Hauses der Frauengeschichte“, Bonn und Autorin des Buches „Das Herz schlĂ€gt in RavensbrĂŒck – Die Gedenkkultur der Frauen“ (2010)

Eine Veranstaltung im Rahmen der GedenkstĂ€ttenfahrt zum ehemaligen KZ RavensbrĂŒck

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Fr., 22.03.19, 19 Uhr: Das Politische ist Persönlich! Kristina HÀnel liest

ACHTUNG! Die Veranstaltung findet im GWZ der Uni Leipzig, Beethovenstr 15 im Hörsaal Erdgeschoss statt!

Tagebuch der „AbtreibungsĂ€rztin“ – Die Gießener Ärztin Kristina HĂ€nel und ihr Kampf fĂŒr das Recht auf Information zum Schwangerschaftsabbruch.

Als Kristina HĂ€nel am 3. August 2017 nach Hause kommt, erwartet sie ein Brief vom Amtsgericht. »Strafverfahren gegen Sie wegen Werbens fĂŒr den Abbruch einer Schwangerschaft  « Laut §219a StGB gilt die Sachinformation auf ihrer Homepage als Werbung und ist verboten, ein Umstand, den Abtreibungsgegner nutzen, um Mediziner*innen bundesweit anzuzeigen. Bis dato unbemerkt von einer breiteren Öffentlichkeit. Dies Ă€ndert sich mit der »Causa HĂ€nel«, als die Ärztin ihren Fall mit einer Petition öffentlich macht und mit Haut und Haar fĂŒr die AufklĂ€rung ĂŒber §219a und seine Abschaffung eintritt.

Als Galionsfigur der Kampagne fĂŒr das Recht auf Information zum Schwangerschaftsabbruch wird Kristina HĂ€nel große mediale Aufmerksamkeit zuteil, doch die Reduzierung auf den Begriff »AbtreibungsĂ€rztin« akzeptiert sie nicht. In ihrem persönlichen Tagebuch hĂ€lt sie mit ungefilterter Offenheit fest, welche inneren und Ă€ußeren KĂ€mpfe sie vor, wĂ€hrend und nach dem Prozess begleiten und wie sie zu der öffentlichen Person wurde, die sie heute ist. Dabei ordnet sie ihr Engagement gegen den §219a ebenso in die Geschichte des Kampfes fĂŒr Frauengesundheit ein wie in den Kontext ihres Wirkens als Ärztin und Mensch. Erkennbar wird eine beherzte Frau, die stets versucht, anderen zu helfen und das Richtige zu tun.

Dies ist eine Veranstaltung im Rahmen von „Leipzig liest“

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So., 24.03., 15 Uhr: Lesung „Aus freien StĂŒcken“ – oder? 15 Geschichten ĂŒber Macht, Gewalt und Selbstbestimmung

Wie kann man sich bei einer Anhörung im Asylverfahren einen Rest Selbstbestimmung bewahren, wenn man sogar aufs Klo nur in Begleitung darf? Kann man sich den Ekel vor »hĂ€sslichen« Körpern durch puren guten Willen abgewöhnen? Wem gehört meine Brust? Wie gefĂ€hrlich kann ein Coming Out fĂŒr syrische Ministerialbeamte werden? Und wie kann ich mir sicher sein, dass jemand wirklich Tee mit mir trinken will? Ein klarer weiblicher Blick auf komplizierte sexuelle- und Machtdynamiken ruft noch immer heftige Abwehrreaktionen hervor – doch eine neue Generation schĂŒttelt jetzt die bleierne Decke auf. Herausgegeben von Redakteurinnen des Missy Magazine schreiben 15 namhafte Autor*innen ĂŒber Selbstbestimmung und Sex in allen Lebensbereichen. Sie ergrĂŒnden, wie erfĂŒllende, gleichberechtigte menschliche Beziehungen im 21. Jahrhundert gehen – oder eben auch scheitern. Das gerĂ€t persönlich, analytisch oder kritisch, provokant oder brĂŒllend komisch, aber in jedem Fall ĂŒberraschend.

Im Rahmen der Leipziger Buchmesse stellen die Herausgeberin Anna Mayrhauser sowie die beiden Autorinnen Sibel Schick und SchwarzRund das Buch vor und lesen aus ihren Texten. Dabei werden die absurden Erwartungsbilder von außen bzgl. der Körperbehaarung von Frauen und dem persönlichen Umgang damit thematisiert, sowie Erfahrungen und gedankliche Einordnungen als Person of Color im Unialltag versprachlicht.

Eine Veranstaltung im Rahmen von „Leipzig liest“

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Fr., 11.01., 19 Uhr: Lesung aus der PS: Anmerkungen zum Literaturbetrieb / Politisch Schreiben“

mit El Awadalla (Wien) und kaƛka bryla (Leipzig, PS), Moderation: Carolin Krahl (Leipzig, PS)

Was bedeutet Alter für Fragen gesellschaftlicher Diskriminierung? Welchen Platz weist einem das eigene Geburtsjahr im Literaturbetrieb zu? Wer hat die Zeit auf seiner Seite und warum? Was heißt es für eine Schriftsteller*in, das alter (lat.), also das andere zu sein? Welche Möglichkeiten gibt es, feministische Geschichtsschreibung in die Literatur zu tragen?

Aus der #4 von PS: Anmerkungen zum Literaturbetrieb / Politisch Schreiben werden Essays zum Thema „alter“ gelesen und in offener Runde diskutiert. PS versteht sich als literarische Plattform, die in aktuelle Debatten des Literaturbetriebes eingreift und Strukturen sichtbar macht. Die jĂ€hrlich erscheinende Zeitschrift vereint neben Essays und Interviews literarische Texte aller Disziplinen, in print und digital.

Es lesen: El Awadalla (Wien) und kaƛka bryla (Leipzig, PS).
Moderation: Carolin Krahl (Leipzig, PS)

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2018

Dezember

So., 09.12.18, 16 Uhr: ArbeitskÀmpfe von Hausangestellten gestern und heute

Vortrag von Kimey PflĂŒcke

Hausarbeit ist meist ein feministisches Thema gewesen, indem es als unbezahlte Hausarbeit, als geschlechtliche Arbeitsteilung und Teil der Doppelbelastung behandelt wurde. Dabei waren um 1900 selbst in vielen IndustrielĂ€ndern – und sind es vielerorts immer noch – entlohnte Hausangestellte die grĂ¶ĂŸte Kategorie an Arbeiterinnen ĂŒberhaupt. ArbeitskĂ€mpfe von Hausangestellten – seien es andalusische Arbeiterinnen in anarchistischen Gewerkschaften Anfang der 1930er Jahre angesichts des Franquismus, afroamerikanische Angestellte in den 1960/70er Jahren im Zuge der sog. Civil Rights-Bewegung, oder migrantische Arbeiterinnen im Respect-Netzwerk in Berlin – sind darum weitgehend unbekannt. Thema des Vortrags werden verschiedene KĂ€mpfe sein, wobei die Autorin aus ihrer Arbeit zu Uruguay und Spanien vorlesen und Schlaglichter in die Probleme bezahlter Hausarbeit heute werfen wird.

Kimey PflĂŒcke ist Redakteurin der outside the box und hat ihre Dissertation zum Wandel bezahlter Hausarbeit geschrieben.

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November

Fr., 16.11.18, 19 Uhr: Das Geschlecht der Depression. »Weiblichkeit«, »MÀnnlichkeit« und Verlust

Vortrag von Dr. Nadine Teuber

Depressionsdiagnosen nehmen weltweit zu, dabei sind Frauen im Vergleich zu MĂ€nnern einem erhöhten Risiko fĂŒr depressive Erkrankung ausgesetzt. Auch in den Medien erscheinen Depressionen hĂ€ufiger in Verbindung mit Bilden von „Weiblichkeit“, wĂ€hrend sie bei MĂ€nnern öfter als „Burn Out“ umkodiert werden oder gar klinisch unerkannt bleiben. Dabei ist ein Risikofaktor in der Entstehung depressiver Erkrankungen insbesondere fĂŒr Frauen, neben Armut, familiĂ€rer und sexueller Gewalt, ihre Sozialisation in eine vornehmlich weiblich codierte „Care-Arbeit“. Wie in Familie und Gesellschaft Emotionen, Beziehungen und Belastungen erlebt, geteilt und weitergegeben werden ist jedoch nicht allein geprĂ€gt durch bewusste Prozesse, sondern besonders durch frĂŒhe unbewusste Identifizierungen und Verluste, die Frauen und MĂ€nner unterschiedlich fĂŒr Depressionen empfĂ€nglich machen.
In ihrem Vortrag wird die Psychoanalytikerin Dr. phil. Nadine Teuber die Bedeutung von Geschlecht in der Entwicklung depressiver Störungen diskutieren und den Begriff einer „Politik des Verlustes“ vorstellen, der sich auch in kulturhistorischen Betrachtungen von Melancholie, Depression und Geschlecht nachvollziehen lĂ€sst.Dr. phil.

Nadine Teuber, Dipl.-Psych., ist Psychoanalytikerin (DPV/IPA) in eigener Praxis in Frankfurt am Main. Am Arbeitsbereich Psychoanalyse der Goethe-UniversitĂ€t/Frankfurt lehrt sie psychoanalytische Behandlungstechnik und GesprĂ€chsfĂŒhrung. FĂŒr das Frankfurter Psychoanalytische Institut und die dortige International Clinic ist sie Projektkoordinatorin im psychosozialen Zentrum fĂŒr GeflĂŒchtete Rhein-Main. 2010 promovierte sie ĂŒber “Das Geschlecht der Depression“ an der Humboldt-UniversitĂ€t zu Berlin.

Mo., 12.11.18, 19 Uhr: MONAliesA trifft: Frauen aus der oppositionellen Frauenbewegung in der Umbruchsphase 1989/90 berichten von ihren Aktionen und Visionen

Unser Projekt zur Digitalisierung von Dokumenten aus der Frauenbewegung wĂ€hrend der sogenannten Friedlichen Revolution neigt sich dem Ende zu. Unser Ziel war es, ein weiteres StĂŒck Frauengeschichte sichtbar zu machen. Es konnten ĂŒber 50 Bewegungsfrauen fĂŒr die Rechtefreigabe ihrer Texte, Artikel und Fotos zu dieser Zeit gewonnen werden. Über 100 Originaldokumente stehen dadurch im META-Katalog der deutschsprachigen Frauen- und Lesbenarchive (http://www.meta-katalog.eu/) der Öffentlichkeit digital zur VerfĂŒgung. Einige dieser Zeugnisse werden in der Veranstaltung prĂ€sentiert.

Um dieses Vorhaben möglichst authentisch abzurunden, laden wir am 12. November um 19 Uhr mit Susanne Scharff, Jeany Hoffmann und Dietlind Starke drei Aktivistinnen ein, die uns ihre Erfahrungen zu den frauenpolitischen Möglichkeiten dieser Zeit, aber auch zur Situation von Frauen in der DDR schildern. Dietlind Starke wird uns berichten, wie sich fĂŒr sie die Zusammenarbeit zwischen der Frauenbewegung und der Kirche darstellte. Susanne Scharff als GrĂŒnderin der Frauenbibliothek und Jeany Hoffmann als Initiatorin der Zeitschrift der Fraueninitiative Leipzig, haben FrauenrĂ€ume geschaffen, in denen sich wĂ€hrend der Umbruchsphase Frauen organisieren und ihre Forderungen kommunizieren konnten. Wie wichtig war die Konstituierung solcher Orte, um eine Frauenbewegung zu initiieren? Oder gab es vielleicht frauenbewegte, kommunale Strukturen in der DDR, auf die zurĂŒckgegriffen werden konnten? Welche Rolle spielten Frauen und Frauengruppen fĂŒr den Umbruch 1989/90 in Leipzig? Wie ist es um die Gleichberechtigung von MĂ€nnern und Frauen heute im Vergleich zur DDR bestellt? – Diese und andere Fragen wollen wir mit unseren geladenen GĂ€sten und Euch diskutieren.

01.11.18, 19 Uhr: Die Irrfahrten der Anne Bonnie

Koschka Linkerhand liest aus ihrem im September erschienenen Roman „Die Irrfahrten der Anne Bonnie“.

Irland, 1704: Nach einem Skandalprozess um seine AffĂ€re mit einer Dienstmagd und sein uneheliches Kind kehrt der Anwalt William Cormac seiner Heimat den RĂŒcken und wird Baumwollfarmer in der Neuen Welt. Seine Tochter Anne wĂ€chst auf den Plantagen Carolinas in großer Freiheit, jedoch ohne viel menschliche Gesellschaft auf.
Ihr Leben bleibt gezeichnet von AufbrĂŒchen: Mit siebzehn heiratet sie den SĂ€ufer James Bonnie und zieht mit ihm in die Karibik. In den HafenschĂ€nken, die sie als Mann verkleidet aufsucht, trifft sie den SeerĂ€uber Calico Jack und geht als Pirat zur See. Inmitten der Piratenmeute macht Anne zum ersten Mal die Erfahrung eines fest gefĂŒgten Gemeinschaftslebens. Davon berauscht, wird sie ein tĂŒchtiger RĂ€uber und Mörder. Nach einem Überfall auf ein Kaufmannsschiff kommt Mary Reed an Bord, eine zweite verkleidete Frau, und Anne verliebt sich in sie. Die beiden beginnen eine heimliche Beziehung. Anne glaubt, endlich ihren Platz in der Welt gefunden zu haben. Doch ihre abenteuerliche Suche nach einem „neuen Ort, wo die Dinge sich noch einmal anders verhalten“, lĂ€sst sie nicht zur Ruhe kommen.

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Oktober

Feminismus?! Eine Gruppe fĂŒr Einsteigerinnen

Eine Anmeldung fĂŒr diesen Lesekreis ist leider nicht mehr möglich!

Nachdem im letzten Jahr so viele Frauen* Interesse an dieser Gruppe hatten, möchten wir auch dieses Jahr wieder eine neue Gruppe fĂŒr Frauen* eröffnen, die sich fĂŒr Feminismus interessieren, aber bisher noch nicht so recht Anschluss gefunden haben. In sechs Treffen wollen wir gemeinsam Texte lesen und ins GesprĂ€ch kommen. Dabei wollen wir die Theorie mit dem eigenen Erleben verbinden und in unserem Alltag aufspĂŒren. Wenn ihr also Lust habt aktuelle feministische Texte zu lesen, euch eine Meinung dazu zu bilden, euch in einer Gruppe auszutauschen, das Gelesene mit euren eigenen Erfahrungen zu verknĂŒpfen und die feministische Bibliothek MONAliesA und gleichgesinnte Frauen* kennen zu lernen, seid ihr hier genau richtig! Es werden keine Vorkenntnisse erwartet. Die Treffen finden jeweils dienstags 19:00 bis 20:30 Uhr in der MONAliesA statt. FĂŒr jedes Treffen ist ein Textauszug von ca. 20 Seiten zur Vorbereitung zu lesen. Gruppenleitung: Daniela Foohs

23.10.2018 Bin ich Feministin? Text aus: Roxane Gay „Bad Feminist“
13.11.2018 Was ist ein „schöner“ Frauen*körper? Text aus: Laurie Penny „Fleischmarkt“
27.11.2018 Wer macht die Hausarbeit? Text: Anna Kow und Virginia Kimey „work in progress“
11.12.2018 Wie selbstbestimmt ist meine SexualitĂ€t? Text aus: Margarete Stokowski „Untenrum frei“
15.01.2019 Bedeutet Frau*sein Mutter werden? Text aus: Orna Donath „Regretting Motherhood“
29.01.2019 Bin ich privilegiert? Text aus Iris Young „Justice and the politics of Difference“

August

Do., 16.08., 19 Uhr: Antje Schrupp: FĂŒr mehr Anarchismus im Feminismus

Feminismus ist seit einiger Zeit wieder ein viel diskutiertes Thema, es gibt neue Akteur*innen, Positionen und Theorien. Dabei stellt sich auch die Frage nach dem VerhĂ€ltnis der Frauenbewegung zu anderen sozialen und herrschaftskritischen Bewegungen. WĂ€hrend das VerhĂ€ltnis von Feminismus und Marxismus vielfĂ€ltig diskutiert und analysiert wurde, gibt es nur wenig Nachdenken ĂŒber das VerhĂ€ltnis von Feminismus und Anarchismus. Das liegt auch daran, dass die Frauenbewegung in Deutschland vor allem dafĂŒr kĂ€mpft, dass Verbesserungen fĂŒr Frauen durch staatliche Initiativen – Gesetze und Förderprogramme – erreicht werden. Allerdings kommt diese Strategie heute mehr denn je an ihre Grenzen. Ein Blick zurĂŒck auf die Geschichte des anarchistischen Feminismus ist daher nicht nur von historischem Interesse, sondern gibt Impulse fĂŒr heutigen Aktivismus.

Juli

Do., 19.07., 19 Uhr: Disziplinierung und Kontrolle weiblicher SexualitĂ€t in der DDR – die Geschlossene Krankenanstalt Leipzig, Referentin: Steffi BrĂŒning

In der Riebeckstraße 63, Leipzig, befand sich in der DDR bis 1990 die Geschlossene Krankenanstalt fĂŒr vermeintlich geschlechtskranke Frauen und weibliche Jugendliche. In Geschlossenen Krankenanstalten sollten vorgeblich widerspenstige Geschlechtskranke isoliert werden, um sie zu heilen. Die Historikerin Steffi BrĂŒning wird im Vortrag zeigen, dass die Anstalt aber nur theoretisch eine medizinische Einrichtung war. Eigentlich ging es um Disziplinierung und Kontrolle von Frauen und weiblichen Jugendlichen, die sich verschiedenen „sozialistischen Normen“ besonders hinsichtlich der Rollenerwartung an Frauen und ihre SexualitĂ€t in der DDR widersetzten. Die meisten „Patientinnen“ waren nie geschlechtskrank, die Verantwortlichen brachen zum großen Teil rechtliche Verordnungen der DDR. Diese bislang wenig beachtete Facette von Herrschaft und Gewalt in der DDR wird durch den Vortrag und eine anschließende Diskussion nĂ€her beleuchtet.

Juni

Sa., 30.06., 11-15.30 Uhr: „Im Wiederspiel des Unmöglichen mit dem Möglichen“: Zum Begriff der Freiheit in feministischen Debatten

Workshop mit Constanze Stutz und Annika Sominka

Mai

Mi., 09.05., 19-21 Uhr: Gemachtes Geschlecht – Gemachte Behinderung, Workshop mit Esther Stahl

In dem zweistĂŒndigen Workshop soll es um die Konstruktion von Geschlecht und Behinderung in unserer Gesellschaft gehen und wie diese sowie andere Aspekte zur EinschrĂ€nkung sexueller Selbstbestimmung von Menschen mit BeeintrĂ€chtigungen beitragen. Die Teilnehmer_innen erfahren, was die beiden Kategorien Geschlecht und Behinderung miteinander zu tun haben
und wie und wovon sie die Aneignung weiblicher und mĂ€nnlicher Stereotype emanzipieren können und warum das nicht die Lösung sein kann. Außerdem solles um sexuelle Selbstbestimmung von Menschen mit BeeintrĂ€chtigungen gehen – wobei der Fokus hierbei auf Menschen gelegt wird, die in Einrichtungen der Behindertenhilfe leben.
Der Workshop ist als Workshop konzipiert und nicht als Vortrag – Mitmachen ist erwĂŒnscht!

Schreibt zur Anmeldung bitte eine Mail an pro-choice-leipzig(at)riseup(dot)net

Beschreibung in Leichter Sprache:
Menschen machen Geschlecht.
Menschen machen auch Behinderung.
Menschen mit BeeintrÀchtigungen können oft nicht so Sex haben, wie sie das selber wollen.
Ich mache einen Workshop.
Der Workshop dauert 2 Stunden.
Ein Workshop ist so Àhnlich wie Unterricht.
Im Workshop sollen alle mitmachen und etwas lernen.
In diesem Workshop lernen Sie ĂŒber MĂ€nnlich-Sein und Weiblich-Sein. In dem Workshop lernen Sie etwas ĂŒber Behinderung und SexualitĂ€t. Wir lernen wie Menschen MĂ€nner machen, Frauen machen und Behinderte machen.
Der Workshop ist in Schwerer Sprache.
Sie können mit einem Helfer kommen. Sie können mit einer Helferin kommen.

Die Veranstaltung ist auf Deutsch.
Der Eintritt ist frei.
Der Workshop ist auf 20 Personen begrenzt.
Schreibt zur Anmeldung bitte eine Mail an pro-choice-leipzig(at)riseup(dot)net

Die Veranstaltung ist Teil der Mobilisation fĂŒr die Demo „LebenschĂŒtzen! Abtreibung legalisieren! – FĂŒr eine feministische Praxis!“ gegen den Schweigemarsch christlicher Abtreibungsgegner*innen in Annaberg-Bucholz am 16.06.2018.
Auf unserer Website findet ihr weitere Infos zur Demo und Veranstaltungen im Vorfeld
http://schweigemarsch-stoppen.de/

April

Do., 19.04., 19 Uhr: Transsexuelle Weiblichkeit als Dreckshomo und Queerikone
Referentin: Daria Majewski, Moderatorin: Constanze Stutz

Transsexuelle Weiblichkeiten unterliegen verschiedenen Projektionen in progressiven Kontexten. So sollen sie stellvertretend die Dekonstruierbarkeit von Geschlecht beweisen, als Opfergruppe, und damit als Heilige, Politiken rechtfertigen und die Möglichkeit Geschlecht und SexualitĂ€t zu Veruneindeutigen praktisch vorleben. Gleichzeitig sind an “Trans*” orientierte Politiken innerlich zerstritten und verweisen auf die HeterogenitĂ€t von trans* Menschen. Ein Blick in die Alltagserfahrungen transsexueller Frauen zeigt andererseits, dass eine transsexuelle IdentitĂ€tspolitik immernoch notwendig ist: Arbeitslosigkeit, sexualisierte/ physische/ psychische Gewalt, schlechte medizinische Versorgung und das erst kĂŒrzlich durch das Bundesverfassungsgericht erneut bestĂ€tigte Gutachterverfahren nach dem aktuellen Transsexuellengesetz, sind Symptome einer transfeindlich strukturieren Gesellschaft. Der Vortrag kritisert aktuelle (Nicht)Vorstellungen von transsexueller Weiblichkeit in emanzipatorischen Kontexten und stellt sich die Frage, ob es eine gelingende transgeschlechtliche IdentitĂ€tspolitik geben kann.

Der Vortrag basiert auf dem Artikel “Dreckshomo und Queerikone – Transsein zwischen Selbsthass und Emanzipation”, der 2016 in dem Sammelband “Selbsthass und Emanzipation” erschienen ist.

Fr., 13.04., 19 Uhr: BuchprĂ€sentation: „Anne Lister. Eine erotische Biographie“ von Angela Steidele

»Ich liebe die Fr auen, und sie lieben mich auch.«Anne Lister, 1816

Frauenheld, Schwerenöter oder Heiratsschwindler, LĂŒstling, WĂŒstling oder einfach nur Schuft: Frauen pflasterten ihren Weg. Anne Lister betete sie an, begehrte, belog und betrog sie, ging ihnen an die WĂ€sche und ans Geld. Ihr lustvolles Lieben und Leben im vermeintlich prĂŒden prĂ€viktorianischen England vertraute sie einem geheimschriftlichen Tagebuch an, dessen ganz und gar unkeusche EintrĂ€ge Angela Steidele zu dieser staunenswerten Biographie verfĂŒhrte.

Dr. Angela Steidele, geb. 1968, erforscht und erzÀhlt historische Liebesgeschichten. Sie veröffentlichte u. a. In MÀnnerkleidern. Das verwegene Leben der Catharina Linck alias Anastasius Rosenstengel, hingerichtet 1721 (2004); Geschichte einer Liebe. Adele Schopenhauer und Sibylle Mertens-Schaaffhausen (2010) und Rosenstengel. Ein Manuskript aus dem Umfeld Ludwigs II. (2015).

Die Veranstaltung wird aus Mitteln des Förderprogramms GrenzgĂ€nger der Robert Bosch Stiftung unterstĂŒtzt.

MĂ€rz

Fr., 09.03., 11.00 – 13.30 Uhr: Elemente des linken Antisemitismus, Referentin: Tina Sanders

Women only

Vorgestellt wird eine EinfĂŒhrung in die Elemente des Antisemitismus in der deutschen Linken, die sich aus antikapitalistischen und antirassistischen AnsprĂŒchen sowie der Abwehr der kollektiven Schuld der Deutschen am Holocaust speist. Es gilt aufzuzeigen, dass es sich hierbei nicht um eine Diskriminierungsform “wie jede andere“ handelt, sondern um ein Weltbild, das dogmatisch Kapital und Nationen in “gut“ und
“böse“ unterteilt. Dies schlĂ€gt sich in Antizionismus (Feindschaft gegenĂŒber dem jĂŒdischen Staat Israel) nieder, der oftmals die Basis des heutigen Antisemitismus bildet.
Eine Veranstaltung im Rahmen von „Querschnitt Feminismus“. Mehr Infos unter: feministischerkampftag.blogsport.eu

Fr, 09.03., 15.00 – 17.30 Uhr: Feministische Kontroversen – Debatte um Abtreibung & PrĂ€nataldiagnostik in der Zweiten Frauenbewegung, (MAD – mehr als das)

Wir wollen uns mit dem Kampf der zweiten Frauenbewegung gegen den §218 und ihre Positionen zu Gen- und Reproduktionstechniken beschÀftigen. Dazu wollen wir gemeinsam Textausschnitte lesen, diskutieren und uns die Frage stellen, wie sich die Forderung nach reproduktiver Selbstbestimmung mit den KÀmpfen um Anerkennung von behinderten Menschen vereinbaren lassen. Der Workshop ist einsteigerinnen freundlich. Wir wollen uns gemeinsam Positionen erarbeiten und kontrovers diskutieren.
Eine Veranstaltung im Rahmen von „Querschnitt Feminismus“. Mehr Infos unter: feministischerkampftag.blogsport.eu

Sa., 10.03., 11-13.30 Uhr: No feminist liberation without socialism!? Überlegungen zu einer marxistisch-feministischen Kritik an Klassen- und GeschlechterverhĂ€ltnissen, Katja Wagner (translib)

Überlegungen zu einer marxistisch-feministischen Kritik an Klassen- und GeschlechterverhĂ€ltnissen.
Der Vortrag versucht mit RĂŒckgriff auf die US-amerikanische Diskussion den Zusammenhang von Geschlechter- und KlassenverhĂ€ltnissen zu beleuchten. Dabei soll es vor allem um eine historische Genese der vergeschlechtlichen Arbeitsteilung gehen, um zu verstehen, wo die KontinuitĂ€ten und VerĂ€nderungen dieser Arbeitsteilung liegen und was die GrĂŒnde dafĂŒr sind. Diese historische AnnĂ€herung soll schließlich in die politische Frage mĂŒnden, warum auch ein aktueller Feminismus die marxsche Kritik der Klassengesellschaft nicht außer Acht lassen sollte und was das fĂŒr die konkrete Auseinandersetzung bedeuten könnte.

Eine Veranstaltung im Rahmen von „Querschnitt Feminismus“. Mehr Infos unter: feministischerkampftag.blogsport.eu

Sa., 10.03., 15.00 – 17.30 Uhr: Fummel, Sekt & Genderwahn – Von der Vertuntung der Menschen, mit Kuku Schrapnell & Babsi l’Ordinaireteur

Wir wollen in unserem Workshop Tunten von allen Seiten & Ecken aus analysieren, etwa 45 verschiedene theoretische AnsĂ€tze diskutieren & ein fĂŒr alle mal festlegen was Tunte ist & was halt nicht – kleiner Scherz.
Zwar werden wir um eine „Theorie der Tunte“ nicht herumkommen, vor allem soll es uns aber darum gehen, Tuntigkeit als individuelle Erfahrung & als Schnittstelle politischer Fragen & persönlicher Lust begreiflich zu machen. DarĂŒber hinaus wollen wir uns der Frage widmen warum diese lustvolle Form des Erlebens eigener (Un-)Geschlechtlichkeit historisch vor allem MĂ€nnerdomĂ€ne war & wie sich das vielleicht Ă€ndern lĂ€sst & am Ende wollen wir natĂŒrlich selbst zu Tunten werden.Eine Bitte noch: Bringt eure extravaganten Fetzen & verrĂŒckten Fummel mit, um mit uns nach eurer inneren Tunte zu suchen.
Eine Veranstaltung im Rahmen von „Querschnitt Feminismus“. Mehr Infos unter: feministischerkampftag.blogsport.eu

Do., 15.03., 19 Uhr: Bettina Wilpert liest aus „nichts, was uns passiert“

Leipzig. Sommer. UniversitĂ€t, Fußball-WM und VolkskĂŒche. Gute Freunde. Eine Geburtstagsfeier. Anna sagt, sie wurde vergewaltigt. Jonas sagt, es war einvernehmlicher Geschlechtsverkehr. Aussage steht gegen Aussage. Nach zwei Monaten nah an der Verzweiflung zeigt Anna Jonas schließlich an, doch im Freundeskreis hĂ€ngt bald das Wort „Falschbeschuldigung“ in der Luft. Jonas’ und Annas GlaubwĂŒrdigkeit und ihre Freundschaften werden aufs Spiel gesetzt.
Der Roman »nichts, was uns passiert« thematisiert, welchen Einfluss eine Vergewaltigung auf Opfer, TÀter und das Umfeld hat und wie eine Gesellschaft mit sexueller Gewalt umgeht.

Eine Veranstaltung im Rahmen von „Leipzig liest“.

So., 18.03, 15 Uhr: BuchprĂ€sentation: „Kulturkampf und Gewissen. Medizinethische Strategien der „Lebensschutz“-Bewegung“ mit den Autor*innen: Eike Sanders, Kirsten Achtelik und Ulli Jentsch

Die „Lebensschutz“-Bewegung will in die Offensive: Sie möchte nicht nur die ZugĂ€nge zu SchwangerschaftsabbrĂŒchen erschweren, sondern fĂŒhrt auch einen Kulturkampf zur Retraditionalisierung der Geschlechter- und FamilienverhĂ€ltnisse, um christliche Moral und das Ă€rztliche Gewissen. Damit ist sie Teil eines konservativen bis extrem rechten, in Teilen antidemokratischen, Aufwindes.
Die Autor*innen analysieren die neuen medizinethischen Strategien der „Lebensschutz“-Bewegung, ihre StĂ€rken, SchwĂ€chen und internen WidersprĂŒche. Damit liefern sie das Material fĂŒr eine kritische Auseinandersetzung mit den „LebensschĂŒtzern“ – und die Grundlage fĂŒr den nötigen Widerstand.

Eike Sanders ist Mitarbeiterin des Antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin apabiz e.V., wo sie seit zehn Jahren zentral zu dem Thema extreme Rechte und Gender forscht, publiziert und Bildungsarbeit durchfĂŒhrt. Ihre Schwerpunkte sind die „Lebensschutz“-Bewegung, Antifeminismus sowie Rechtsterrorismus. Sie ist Mitglied im Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus.

Kirsten Achtelik ist Diplom-Sozialwissenschaftlerin, freie Journalistin und Autorin. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind u.a. feministische Theorien und Bewegungen, Schnittstellen mit anderen sozialen Bewegungen v.a. der Behindertenbewegung und Kritik der Gen- und Reproduktionstechnologien. Sie promoviert zum VerhĂ€ltnis von feministischer, behindertenpolitischer und „Lebensschutz“-Bewegung an der HU Berlin.

Ulli Jentsch ist Mitarbeiter des Antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin e.V. (apabiz) und derzeit fĂŒr NSU-Watch sowie als freier Journalist tĂ€tig. Er recherchiert seit ĂŒber zwanzig Jahren zur extremen Rechten in Deutschland. Zu den Schwerpunkten seiner Arbeit gehört die AufklĂ€rung der Strukturen und Ideologien des Rechtsterrorismus, insbesondere des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ (NSU), christlicher Fundamentalismus und die „Lebensschutz“-Bewegung.

Eine Veranstaltung im Rahmen von „Leipzig liest“.

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Februar

Do., 22. Februar, 19 Uhr: Peet Thesing: Feministische Psychiatriekritik

Peet Thesing liest aus ihrem Buch „Feministische Psychiatriekritik“. Das Thema Psychiatriekritik ist schon lange aus dem Blickfeld von Feminist*innen verschwunden. â€șHelfendeâ€č Maßnahmen werden nicht (mehr) gesellschaftskritisch analysiert, auch psychiatrisch-medizinische AnsĂ€tze werden nicht auf ihre strukturelle Bedeutung hin befragt. Geschichte scheint es in der Psychiatrie nicht zu geben.

Dabei sind viele Fragen offen: Wie eigentlich entstehen â€șpsychische Krankheitenâ€č in dieser Gesellschaft? Wie wird zwischen krank und gesund (nicht) unterschieden? Wird HomosexualitĂ€t tatsĂ€chlich nicht mehr als Krankheit betrachtet? Womit wird psychiatrische Gewalt begrĂŒndet? Welche Rolle spielen legale Drogen und Therapien? Hört die feministische Forderung »My body, my choice« bei Essstörungen und Selbstverletzungen auf?

Thesing hinterfragt psychiatrische AnsÀtze aus einer gesellschaftskritischen Perspektive. Dabei orientiert sich die Autorin am Wissen Psychiatrie-Erfahrener. Es geht um die Trennung zwischen gesund und krank, um die Entstehung von Diagnosen, um HomosexualitÀt und Hysterie und die Macht der Gutachten. Es wird beschrieben, wie psychiatrische Gewalt funktioniert; Fesselungen und die Verabreichung von Medikamenten werden dabei ebenso analysiert wie psychische Zugriffe.

Abschließend werden Optionen vorgestellt, die HandlungsfĂ€higkeit wieder möglich macht, wenn die Psychiatrie sich nicht als Ort des â€șHelfens und Heilensâ€č erweist. Es wird auch ausreichend Zeit fĂŒr Fragen und Diskussion geben.

Mo, 12.02., 19.30 Uhr: Weg mit Paragraph § 218/219! Abtreibung auf die Agenda setzen! – Ein dialogischer Vortrag von Kristina HĂ€nel und Katja Krolzik-Matthei

Abtreibung ist in Deutschland wieder in der Diskussion, insbesondere der § 219 a StGB. Die Gießener GynĂ€kologin Kristina HĂ€nel kĂ€mpft nun stellvertretend fĂŒr viele GynĂ€kolog_innen den juristischen Kampf um die Abschaffung dieses Paragraphen. Über aktuelle juristische und gesellschaftspolitische Herausforderungen und Aktivismus gestern und heute sprechen Kristina HĂ€nel und Katja Krolzik-Matthei (Sexualwissenschaftlerin, HS Merseburg).

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Referat fĂŒr Gleichstellung & Lebensweisenpolitik Stura (Uni Leipzig)

Einlass: 19:00 Uhr * Beginn: 19:30 Uhr
*Einlass auf Spendenbasis

Januar

Sa., 13. Januar, 19 Uhr: „Make Love. Don’t Gender!?“ Möglichkeiten und Grenzen von HeteronormativitĂ€tskritik in heterosexuell definierten Paarbeziehungen. Referentin: Ann-Madeleine Tietge

Basierend auf den Ergebnissen ihrer Dissertation wird Ann-Madeleine Tietge zeigen, dass der heteronormativitĂ€tskritische Versuch, Geschlecht in einer cis‑/heterosexuellen Liebesbeziehung zu dekonstruieren, nicht unbedingt an den Vorstellungen „dominanter Macker“ und „abhĂ€ngige Hausfrau“ scheitert. Vielmehr re-inszeniert sich hier eine Mutter-Sohn-Konstellation zwischen Partnerin und Partner, was die Referentin auf dem Hintergrund psychoanalytischer Sozialpsychologie und konstruktivistischer Geschlechtertheorie deutet.
Die mĂ€nnlich sozialisierten Partner geraten hĂ€ufig in eine kindliche/adoleszente Position, welche von undifferenzierten Fernweh- und Autonomiestrebungen und ĂŒbermĂ€ĂŸigen Selbstverwirklichungstendenzen gekennzeichnet ist. Ihre Partnerinnen, welche sich meist mehr VerantwortungsĂŒbernahme ihrer Partner wĂŒnschen, reagieren auf diese Position mit mĂŒtterlichen Erziehungsversuchen, welche jedoch die Kindlichkeit ihrer Partner zu zementieren scheint.
Tietge plĂ€diert fĂŒr eine neue Schwerpunktsetzung in der feministischen Kritik des Privaten. Eine „Reduzierung“ des Maskulinen hin zur Figur des „kleinen Jungen“ kann genauso wenig wie eine rein Ă€sthetische Femininisierung ausreichen, um Geschlecht (und damit MachtverhĂ€ltnisse) in Beziehungen zu destabilisieren. Stattdessen gilt es fĂŒr Cis-MĂ€nner, mĂŒtterlich konnotierte Sozialisationsaspekte zu ĂŒbernehmen, also Femininisierung auch auf Ebene der emotionalen FĂŒrsorge zu erreichen.

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Mi., 10. Januar, 19 Uhr: Antiqueert?! Über WidersprĂŒche im Queerfeminismus, die sich nicht wegglitzern lassen, Referentinnen: Koschka Linkerhand, Sabrina Zachanassian

– Zusatztermin wegen großer Nachfrage –

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2017

Dezember

Sa., 02. Dezember, 14-17.30 Uhr: „Ein Blick zurĂŒck. Über die feministische Utopie eine Geschichte zu haben“, Workshop des AK.Unbehagen, mit Johanna KrĂŒmpelbeck und Pia Marzell

Dass sich die Emanzipation der Frau nicht automatisch aus ihrer ökonomischen Gleichstellung ergeben wĂŒrde, war fĂŒr Lenin und viele seiner mĂ€nnlichen Genossen undenkbar. Die russische Revolution war vor allem als Emanzipation des mĂ€nnlichen Subjekts gedacht worden, das »Private« blieb das Problem der Frauen. Wir werfen einen Blick zurĂŒck und sehen uns EmanzipationsentwĂŒrfe an, die PrivatsphĂ€re, SexualitĂ€t, psychische Strukturen und kulturelle Aspekte nicht ausklammern, sondern sich dezidiert mit ihnen beschĂ€ftigen. Auch Christa Wolf denkt in ihrer NeuerzĂ€hlung des Kassandra-Mythos ĂŒber die Abspaltung des Weiblichen aus der Öffentlichkeit nach und lĂ€sst ihre Figur ĂŒber die Folgen dieser Trennung reflektieren. Ausgehend davon wollen wir mit euch darĂŒber diskutieren, wie eine Utopie ohne getrennte SphĂ€ren aussehen könnte und darĂŒber nachdenken, ob nicht schon in dem (Um)ErzĂ€hlen einer Geschichte etwas RevolutionĂ€res aufscheint.

Zu Beginn des Workshops wird es einen kleinen Input geben. Danach wollen wir uns „Kassandra“ genauer anschauen und ausgehend vom Text ĂŒber feministische Utopien und Geschichtsschreibung diskutieren. Grundlage fĂŒr die Diskussion sind einige Ausschnitte aus der ErzĂ€hlung, die wir euch vorher zuschicken.

max. 15 TN, Anmeldung unter ak.unbehagen@gmail.com

Mi., 13. Dezember, 19 Uhr: Warum MĂ€dchen keine Astronauten werden wollen und Jungs Prinzessinnen albern finden – Wie GeschlechtsidentitĂ€ten entstehen             Re­fe­ren­tin: Sab­ri­na Za­cha­nassi­an

Ge­schlechts­spe­zi­fi­sche Iden­ti­tÀ­ten sind trotz aller in­di­vi­du­el­len Spiel­ar­ten der­art kon­stant, dass sie oft als na­tĂŒr­lich er­schei­nen. Je­doch dient in „
 jeder Ge­sell­schaft 
 das an­ge­bo­re­ne Ge­schlecht zur Recht­fer­ti­gung einer an­er­zo­ge­nen Ge­schlechts­rol­le.“ (E.J. Ha­e­ber­le)
Die ge­schlechts­spe­zi­fi­sche So­zia­li­sa­ti­on lĂ€uft oftmals der­art sub­til ab, dass El­tern eines Jun­gen und eines MĂ€d­chens davon ĂŒber­zeugt sind, keine Un­ter­schie­de in der Er­zie­hung ge­macht zu haben. Und doch gehen in den meis­ten FĂ€l­len klei­ne Prin­zes­sin­nen und Pi­ra­ten dar­aus her­vor.
Bio­lo­gis­ti­sche An­sĂ€t­ze er­freu­en sich in die­sem Zu­sam­men gro­ßer Be­liebt­heit. Es ist ja auch viel be­que­mer sich eben dem „Schick­sal der Natur“ beu­gen zu mĂŒs­sen, als Er­zie­hungs­me­tho­den in­fra­ge zu stel­len und die ei­ge­nen Er­war­tun­gen als vor­ein­ge­nom­men zu ent­lar­ven.
In der Ver­an­stal­tung mit einfĂŒhrendem Charakter soll jen­seits eines re­ak­tio­nÀ­ren Neu­ro­s­e­xis­mus auf­ge­deckt wer­den, wie ste­reo­ty­pe Vor­stel­lung in jeder Ge­ne­ra­ti­on mit ver­lĂ€ss­li­cher Re­gel­mĂ€Â­ĂŸig­keit und gro­ßem Er­folg auf die Spröss­lin­ge pro­ji­ziert wer­den.

November

Mo., 06. November, 19 Uhr: „Nestbeschmutzerinnen“ – Thesen zu einer feministischen Islamkritik, Vortrag und Diskussion mit Koschka Linkerhand

Eine feministische Kritik an Islam und Islamismus bewegt sich in einem hochexplosiven Spannungsfeld: Einer sich barbarisierenden deutschen Gesellschaft, deren Rassismus sich deutlich auf MuslimInnen fokussiert, steht eine breit aufgestellte Linke gegenĂŒber, die Rassismus kritisiert, aber die frauenfeindlichen MissstĂ€nde in muslimischen LĂ€ndern und Communitys nicht wahrhaben will und mit Sprechverboten und bedingungsloser SolidaritĂ€t fĂŒr die UnterdrĂŒckten operiert, gleich welchen Geistes Kind sie sind.

Aus materialistisch-feministischer Perspektive geht die antideutsche Kritik am Islam ebenso fehl wie die queerfeministische. Die eine missachtet, dass mit den Kategorien der klassisch-aufklĂ€rerischen Kritik das Patriarchat nicht zu fassen ist; die andere verabsolutiert die Politik der IdentitĂ€t auf eine Weise, dass kein Raum fĂŒr objektive Bestimmungen von Islam und Frausein im Islam bleibt. Im Vortrag werden Thesen eines materialistischen Feminismus formuliert, der davon ausgeht, dass Feminismus wesentlich IdentitĂ€tspolitik von Frauen ist, von dieser Warte aber auf eine universalistische Gesellschaftskritik abzielen muss, deren Gegenstand die patriarchale Gesellschaft in ihren muslimischen wie in ihren westlich-demokratischen AusprĂ€gungen ist.

Oktober

Mi., 04. Oktober, 19 Uhr: Antiqueert?! Über WidersprĂŒche im Queerfeminismus, die sich nicht wegglitzern lassen, Referentinnen: Koschka Linkerhand, Sabrina Zachanassian

Feministin sein heißt heutzutage fast automatisch: Queerfeministin sein. Der Queerfeminismus, als dessen bekannteste Urheberin Judith Butler firmiert, dominiert seit etwa zwanzig Jahren die kultur- und geisteswissenschaftliche akademische Debatte weit ĂŒber das Thema Geschlecht hinaus; queerfeministische Geschlechtervorstellungen reichen mittlerweile bis in die Politik der etablierten Parteien und in eine queere Pop- und Alltagskultur hinein, wie sie sich in vielen linken und LGBT-Szenen etabliert hat. Doch was genau bedeutet Queerfeminismus? Was unterscheidet ihn vom klassischen Feminismus, der von Frauen ohne AnfĂŒhrungszeichen und Sternchen, von biologischem versus sozialem Geschlecht und patriarchaler Gesellschaft spricht?

In unserer Veranstaltung wollen wir diskutieren, wie eine adĂ€quate feministische Kritik der gegenwĂ€rtigen Gesellschaft aussehen könnte. Inwieweit kann Queerfeminismus ĂŒber pure IdentitĂ€tspolitik hinausreichen – taugt er zur Gesellschaftskritik oder ist er nicht mehr als ein Wegweiser zum neoliberalen NischenglĂŒck? Was bedeutet es und welche politischen Konsequenzen hat es, das GeschlechterverhĂ€ltnis als Ergebnis von Diskursen zu analysieren? Bereitet Dekonstruktion, das queere Wundermittel gegen Diskriminierung, tatsĂ€chlich den Weg zu einer freieren Gesellschaft, in der alle „ohne Angst verschieden sein können“ (Adorno)? In welchem VerhĂ€ltnis stehen queerfeministische Kategorien zu einem Feminismus, der sich auf die Zweite Frauenbewegung, auf Materialismus, Universalismus und die Kritik der politischen Ökonomie beruft – und trotzdem das WĂŒnschen noch nicht verlernt hat?

Fr., 20. Oktober, 19.30 Uhr: Mareice Kaiser liest aus: „Alles inklusive – Aus dem Leben mit meiner behinderten Tochter“

Elternwerden hatte sich Mareice Kaiser anders vorgestellt: Ihre erste Tochter kommt durch einen seltenen Chromosomenfehler mehrfach behindert zur Welt. Das Wochenbett verbringen sie im Krankenhaus, statt zur Krabbelgruppe gehen sie zum Kinderarzt. Mareice Kaiser erzĂ€hlt von der Unplanbarkeit des Lebens, vom Alltag zwischen Krankenhaus und Kita, von ungewollten Rechtfertigungen, dummen SprĂŒchen, stereotypen Rollenverteilungen, bĂŒrokratischem Irrsinn und schwierigen Gewissensfragen. Es ist die Geschichte einer jungen Mutter, die mehr sein will als die Pflegekraft fĂŒr ihre behinderte Tochter. (S. Fischer Verlag)

Mareice Kaiser, Jahrgang 1981, lebt in Berlin und im Internet. Über ihr inklusives Familienleben als Mutter von zwei Kindern – mit und ohne Behinderung – berichtet sie auf ihrem Blog Kaiserinnenreich: http://kaiserinnenreich.de/alles-inklusive/

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20.-22. Oktober: GedenkstĂ€ttenfahrt zum ehemaligen Frauen-KZ RavensbrĂŒck

Vom 20. bis 22.10.17 fahren wir nach FĂŒrstenberg in die Mahn- und GedenkstĂ€tte RavensbrĂŒck, um den historischen Ort und die Geschichte des ehemals grĂ¶ĂŸten Frauen-KZ kennen zu lernen. Wir beschĂ€ftigen uns in Workshops mit den Formen der Auseinandersetzung und Aufarbeitung der KZ-Geschichte unter geschlechterpolitischen Vorzeichen und wollen dabei besonders auf die Sonderstellung der Verfolgung lesbischer Liebe eingehen.

Die Anmeldung ist ab sofort unter monaliesa_leipzig@gmx.de möglich. Eine gemeinsame An- und Abreise ist mit Zug vorgesehen. FĂŒr die beiden Übernachtungen inklusive Vollverpflegung am Samstag und Sonntag sowie die Fahrtkosten erheben wir einen Unkostenbeitrag von 40 Euro.

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So, 22. Oktober, 15 Uhr: Lesbisch Lesen in der MONAliesA

Wir laden ein, in entspannter SonntagnachmittagsatmosphĂ€re lesbsiche Klassiker zu entdecken. Egal ob Belletristik, Comics, Theorie, Ratgeber oder Biografien: Bei Kaffee und Kuchen könnt ihr die MONAliesA kennenlernen oder wiederentdecken und in Literatur zu sĂ€mtlichen Bereichen lesbischen Lebens stöbern. Eine Veranstaltung im Rahmen des LeLeTre – Leipziger Lesbentreffen / Meeting of queer Lesbians.

September

Do., 14. September, 19 Uhr: „Ich habe die Schnauze voll von euch!“ – Radikale Prostitutionskritik in postmodernen Zeiten. Referentin: Huschke Mau

„Ich habe die Schnauze voll von euch!“ – So beginnt eine öffentliche Anklage von Huschke Mau an die ProstitutionsbefĂŒrworterInnen, die das Meinungsbild in den Gender Studies ĂŒber die Linkspartei bis hin zu Beratungsstellen fĂŒr Prostituierte mittlerweile zu dominieren scheinen. In deren Augen ist Prostitution eine Care-Arbeit – eine Dienstleistung, wie jede andere – und schlussendlich „eine tolle Alternative zu Armut“.

Die Referentin Huschke Mau hat den Prostitutionsalltag zehn Jahre lang durchlebt und weiß von der Ohnmacht, der patriarchalen Gewalt, der AbhĂ€ngigkeit und den Traumatisierungen in diesem „Business“ zu berichten. Sie entlarvt Prostitution als zutiefst patriarchales und gewaltvolles VerhĂ€ltnis und fordert ein Gesetz, das die Freier bestraft und nicht die Prostituierten. Aber zwingt man Prostituierte nicht noch stĂ€rker in den Untergrund, sobald man die Freier illegalisiert? Sind die zahlreichen positiven Erlebnisberichte von Sexarbeiterinnen, die in den Medien kursieren, tatsĂ€chlich nur SchönfĂ€rberei? Gleicht die pauschale Darstellung von Prostituierten als Opfer nicht deren EntmĂŒndigung? Zu diesen und Euren, sicherlich zahlreichen Fragen wird Huschke Mau in der Veranstaltung Stellung beziehen.

Mi, 27. September, 18 Uhr: Abschlussveranstaltung nach einem Jahr DDF-Arbeit in der MONAliesA

Nach einem Jahr Arbeit fĂŒr das Digitale Deutsche Frauenarchiv möchten wir mit euch feiern und unsere Ergebnisse prĂ€sentieren. Mit KurzvortrĂ€gen zur »Fraueninitiative Leipzig« und der Leipziger Frauen- und Lesbenzeitschrift »Zaunreiterin«.

Fr., 29. September, 18.30 Uhr: Vortrag von Dr. Claudia Schoppmann: „Zwischen strafrechtlicher Verfolgung und gesellschaftlicher Ächtung: Lesbische Frauen im Dritten Reich“

Im Vortrag von Claudia Schoppmann geht es anhand biografischer Beispiele um die Lebenssituationen lesbischer Frauen im Nationalsozialismus. Ebenso wie homosexuelle MĂ€nner erfuhren lesbische Frauen nach 1933 die Zerstörung ihrer Treffpunkte, Lokale und Zeitschriften. Sexuelle Handlungen zwischen Frauen standen jedoch nicht per se unter Strafe, im Gegensatz zu solchen zwischen MĂ€nnern (§175 RStGB). Dieses geschlechtsspezifische Vorgehen der Nationalsozialisten ist vor allem auf die unterschiedliche Beurteilung von weiblicher und mĂ€nnlicher SexualitĂ€t und auf die Geschlechterhierarchie im „Dritten Reich“ zurĂŒckzufĂŒhren. Aufgrund der vielfĂ€ltigen Kontrollmechanismen gegenĂŒber Frauen konnte auf eine systematische Anwendung des Strafrechts als Mittel zur Abschreckung und EinschĂŒchterung offenbar verzichtet werden. Dies schĂŒtzte jedoch nicht vor Denunziationen. Auch weibliche HomosexualitĂ€t wurde gesellschaftlich geĂ€chtet und entsprach nicht den moralischen Normen. Allein der Verdacht gegen Frauen oder ihre Benennung in anderen Verfahren reichte fĂŒr polizeiliche Ermittlungen, Verhöre oder andere Maßnahmen. Wenn einzelne Frauen ins Visier des Regimes gerieten, mussten auch sie mit Repressionen rechnen – mit unterschiedlichen Konsequenzen.

Dr. Claudia Schoppmann ist Historikerin, Autorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der GedenkstÀtte Deutscher Widerstand in Berlin

August

Mi., 09.08, 19 Uhr: Ausstellungseröffnung „Das Haus des Teilens“ und Informationsabend ĂŒber Trostfrauen im Asien-Pazifik

Die feministische Bibliothek MONAliesA veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem japanologischen Institut der UniversitĂ€t Leipzig einen Informationsabend und eine Foto-Ausstellung zur Problematik der „Trostfrauen“ mit den besonderen und aufschlussreichen Bildern von Tsukasa Yajima.

Der Begriff „Trostfrau“ ist eine der unterschiedlichen Bezeichnungen fĂŒr die bis zu 200.000 ehemaligen Zwangsprostituierten, die vom japanischen MilitĂ€r im Asien-Pazifik-Krieg (1937-1945) verschleppt und ausgebeutet wurden. Es handelte sich hauptsĂ€chlich um Frauen der japanischen NachbarlĂ€nder, in die Japan im Laufe des Kriegs vorgedrungen war.

Seitdem die erste „Trostfrau“, die sĂŒdkoreanische Kim Hak-Sun, im Jahre 1991 mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit ging, versuchen die anderen ehemaligen Zwangsprostituierten, eine Entschuldigung und EntschĂ€digung von der japanischen Regierung zu erlangen. Ihre Anforderungen, die sie inzwischen in mehr als 1.000 abgehaltenen Protesten in Seoul durchzusetzen versuchten, hatten jedoch bisher wenig Erfolg.

Die Frauen brauchen eine breitere Basis an UnterstĂŒtzung und ihre Angelegenheit mehr Aufmerksamkeit, damit eine ordentliche VerĂ€nderung herbeigefĂŒhrt werden kann. Zu diesem Zweck ist die Arbeit des japanischen Fotografen Tsukasa Yajima wichtig. Er zeigt uns einen besonderen Einblick in das Leben der Frauen im sogenannten „Haus des Teilens“, den er wĂ€hrend seines dortigen Aufenthalts (2003 – 2006) erhielt.

Der koreanische Film „63 Years On“ (Regie: Kim Dong-Won) sowie die Fotos und Erfahrungen Tsukasas fĂŒhren uns in die Thematik ein und veranlassen eine Auseinandersetzung mit den Berichten einiger Augenzeugen und deren Erfahrung der Geschichte. Die Moderation wird von Nataly Jung-Hwa Han vom Korea-Verband Berlin ĂŒbernommen. Die Ausstellung ist bis Ende 2017 wĂ€hrend der Öffnungszeiten der MONAliesA zugĂ€nglich.

Juni

JĂŒdische Woche 2017

Mo., 19.06., 19 Uhr: „Was die MĂ€nner eingerissen haben, haben die Frauen aufgebaut.“ Bettina Brenner und die bĂŒrgerlich-jĂŒdische Frauenbewegung in Leipzig

Vortrag von Jeanette Rapp
Das soziale und frauenbewegte Engagement Bettina Brenners und der mit verbĂŒndeten Frauen in der Leipziger JĂŒdischen Gemeinde wĂ€hrend der Jahre der Weimarer Republik.

Der Vortrag widmet sich dem Wirken Bettina Brenners, der exponiertesten Vertreterin der bĂŒrgerlich-jĂŒdischen Frauenbewegung in Leipzig. In der Nachfolge Bertha Pappenheims stand sie von 1924 bis 1933 an der Spitze des JĂŒdischen Frauenbundes in Deutschland.

Konsequent setzte sie sich im BĂŒndnis mit anderen herausragenden Frauen-persönlichkeiten fĂŒr die Aufwertung der Rolle der Frau durch soziale Verantwortungs-ĂŒbernahme ein und leistete einen entscheidenden Beitrag zur StĂ€rkung der Rechte von Frauen in der jĂŒdischen Gemeinde und deren Vertretungskörperschaften.
Im Gegensatz zur mĂ€nnlich dominierten Gemeindevertretung deren Zusammenarbeit aufgrund divergierender Interessenlagen hochgradig konflikthaft verlief, stellten sich die unterschiedlich politisch und religiös orientierten Frauengruppen koordiniert den hsenden Probleme der Benachteiligung und BedĂŒrftigkeit von Frauen, Kindern und Jugendlichen in der Messestadt.

Mai

Ladiyfest Leipzig 2017

Fr., 19.05., 10-17 Uhr (mit Pause, 20 Uhr: WerkstattprĂ€sentation im Zxrx): Kreativ Schreiben/TheaterPerformance Workshop „Imagination Krise Wirklichkeit“

Der Workshop ist eine Kolaboration der Zeitschrift PS:Anmerkungen zum Literaturbetrieb/Politisch Schreiben und der Theatermacherin Ani Lachnitt.
„Imagination Krise Wirklichkeit“ lautet das Thema der kommenden Ausgabe von PS.
Davon inspiriert wollen wir im Rahmen des Ladyfests gemeinsam mit euch Theatertexte erarbeiten, daraus KurzstĂŒcke entwickeln und performen.

Das Theater als Kunstform sowie gesellschaftskritischer Spiegel lebt von Imagination, um Wirklichkeit fassbar zu machen und gleichsam eine neue RealitÀt zu schaffen.
Wenn ich schreibe oder schauspiele, imaginiere ich bestimmte Situationen, GefĂŒhle, Prozesse. Ein kĂŒnstlerischer Weg von der Vorstellung ĂŒber die Krise hin zur Realisation.

WĂ€hrend im Theater die Krise Teil eines kreativen Schaffensprozesses ist, wird sie oft als manipulatives Mittel eingesetzt – meistens, um Ängste zu schĂŒren: „Das Boot ist voll“-Rhetorik, die absurde Sorge um ein „europĂ€isches Abendland“ oder der „Brexit“ als Konsequenz solchen ÄngsteschĂŒrens sind nur einige Beispielen von vielen.
Mit unserem Workshop verfĂŒhren wir euch dazu, die Krise zu nutzen und mit ihr in eine kreativ-kritische Auseinandersetzung zu gehen.

Den Workshop gliedern wir in zwei Teile: Am Vormittag erarbeiten wir mit Methoden aus dem kreativen Schreiben kurze szenische Texte, welche am Nachmittag als KurzstĂŒcke inszeniert und am Abend als Werkschau prĂ€sentiert werden.

Eingeladen sind: Frauen Lesben Trans Intersexpersonen
Teilnehmer*innenzahl: max. 15, Anmeldung an: katherin.bryla@yahoo.com

Es sind keine Vorkenntnisse notwendig.

Angeleitet von:

Ani Lachnitt (TheaterpĂ€dagogin, Regisseurin), freischaffende TheaterpĂ€dagogin/Regisseurin/Performerin. Theaterstudium an der UDK Berlin/SozialpĂ€dagogikstudium an der HTWK Leipzig. Mitarbeit u.a. am Theater an der Parkaue- Kinder- und Jugendstaatstheater Berlin, Schauspiel Weiden, Das letzte Kleinod, Theaterdialog, Shakespeare Company Berlin, Mikub. e.V., Frauen- und Lesbenzirkus Tentabulles. Zudem tĂ€tig als CoProjektleiterin im Theaterspielraum Bethanien sowie als CogrĂŒnderin und Produktionsleitung fĂŒr Melon Rouge VarietĂ© Shows.

Kaƛka Bryla (Schriftstellerin, Redakteurin von PS), freischaffende Schriftstellerin, studiert am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Austauschjahr an der UniversitĂ€t der freien KĂŒnste in Berlin – Szenisches Schreiben. MitbegrĂŒnderin der Literaturzeitschrift PS. Teil des Netzwerks NIDS (Neues Institut fĂŒr dramatisches Schreiben). MitbegrĂŒnderin des Theater/Performancekollektivs: Institute for Implicit Revulsion.

Der Workshop wird gefördert vom Referat fĂŒr Gleichstellung&Lebensweisenpolitik Stura UL.

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Sa., 20.05., 19 Uhr: Mithu M. Sanyal: „Vergewaltigung. Aspekte eines Verbrechens“

Am Thema Vergewaltigung entzĂŒnden sich immer wieder erbitterte Debatten, manifestiert sich die Haltung der gesamten Gesellschaft gegenĂŒber Geschlecht, SexualitĂ€t und Verletzbarkeit. Doch trotz breiter medialer Berichterstattung gibt es bis jetzt keine umfassende, sachliche Auseinandersetzung mit diesen ZusammenhĂ€ngen. Mithu M. Sanyal schließt diese LĂŒcke.
Sie zeichnet nach, wie wir als Gesellschaft ĂŒber Vergewaltigung reden und wie sich das wiederum auf die RealitĂ€t von Vergewaltigung auswirkt. Beim Sprechen ĂŒber sexuelle und sexualisierte Gewalt halten sich hartnĂ€ckig die Vorstellungen von aktiver, aggressiver MĂ€nnlichkeit und passiver, bedrohter Weiblichkeit. In diesem Zusammenhang betrachtet Sanyal auch die Rolle, die Rassismus spielt, was sexuelle Selbstbestimmung und Konsens wirklich bedeuten, und wie ĂŒber die Jahrhunderte nicht nur SexualitĂ€t, sondern auch Gewalt gegendert wurde.
Von Aristoteles bis #aufschrei und #ausnahmslos, ĂŒber Foucault, feministischen KĂ€mpfe um die Anerkennung von Vergewaltigung bis hin zu Gina-Lisa Lohfink geht Sanyal der Frage nach, wie Vergewaltigung gesellschaftlich verhindert werden kann. Was heißt »Nein heißt nein«? Was heißt »ja heißt ja«? Und welche Debatte mĂŒsste sich jetzt an die Reform des §177 StGB anschließen?

Vortrag und Diskussion mit Mithu Sanyal im Rahmen des Ladiyfests Leipzig 2017.

Sa., 13.05. 11 – 18 Uhr: Feministische LektĂŒren: Das Politische in der Literatur.Tagesseminar

Ein Roman ist kein Theorietext und das Politische nicht einfach in Literatur ĂŒbersetzbar. Dennoch kann Literatur feministisch wirken. Auf welche Weise? Wir nĂ€hern uns der Frage durch gemeinsame LektĂŒre und Diskussion um Inhalt, Form und Sprache. Tagesseminar mit Anna Kow (outside the box).

Die TN werden gebeten, den per Mail verschickten Reader im Voraus zu lesen. Verbindliche Anmeldung bitte bis zum 15. April an monaliesa_leipzig@gmx.de . Max. TN-Zahl: 12. Spendenbeitrag 3-5 Euro

April

Mi., 05. April 2017, 19 Uhr: Hanna Wettig: Kairo, Köln, Leipzig: Übergriffe auf Frauen als Ausdruck islamistischer Ideologie

Vergewaltigung und sexuelle Übergriffe sind Ausdruck von Sexismus und Frauenverachtung. Das gibt es leider in fast allen Kulturen. Sie sind aber weder naturgegeben noch kultureigen, sondern Nebenprodukt patriarchaler Ideologien.
In islamisch geprĂ€gten LĂ€ndern ist seit gut 35 Jahren eine frauenverachtende Ideologie besonders wirkmĂ€chtig. Der Islamismus hat seit den 1980er Jahren das gesellschaftliche Leben dort verĂ€ndert. Auch in Europa agitieren seine Vertreter junge Migranten. Sie predigen, dass eine Frau allein auf der Straße und nackt (also ohne Kopftuch) solche Übergriffe hervorruft oder sogar vergewaltigt werden will.
Dass MĂ€nner, die solcher Agitation ausgesetzt sind, sexuell ĂŒbergriffig werden wie Silvester 2015 oder wie auch im Conne Island in Leipzig, ist wenig erstaunlich. Trotzdem wurde dieser Zusammenhang von bestimmten feministischen Kreisen von vornherein bestritten. Man wollte nicht in eine rassistische Falle tappen. Doch genau diese Haltung affirmiert die Position, Herkunft sei wichtiger als Politik.
In dem Vortrag werden der misogyne Gehalt des Islamismus beleuchtet und feministische Positionen aus arabischen LÀndern vorgestellt, die sich dem entgegenstellen. In der Diskussion soll es darum gehen, wie wir eine antirassistische feministische Position entwickeln können, die sich solidarisch zu solchen feministischen KÀmpfen verhÀlt.

MĂ€rz

Buchmesse 201

Fr., 24. MĂ€rz 2017, 20 Uhr: Lesung und Diskussion zum Thema der PS#2 „Genie wider Kollektiv“ (Leipzig liest 2017/Buchmesse

Lesung aus den Essays der zweiten Ausgabe der Literaturzeitschrift PS: Anmerkungen zum Literaturbetrieb/Politisch Schreiben von: Maxi Obexer, SaĆĄa Ivanova, Josh Fenzl, gender et alia, jiaspa_joshua möbe, Joke Janssen, Suy Lan Hopmann, Kaƛka Bryla, Olivia Golde, Max Czollek, Deniz Utlu (Autor*innen). Wir diskutieren gemeinsam mit Autor*innen und Publikum ĂŒber das Thema der zweiten Ausgabe „Genie wider Kollektiv“, ĂŒber Literatur, Theater, das Politische darin und wie es anders laufen könnte. Die Veranstaltung richtet sich an alle, die Literatur schreiben, verwerten, damit Geld machen und wie PS, bei all dem immer schon einen Tiger im Hirn hatten. Weitere Informationen zu PS und alle Texte findet ihr unter http://www.politischschreiben.net/

Sonntag, 26. MĂ€rz 2017, 15 Uhr: Nadine Kegele liest aus „Lieben muss man unfrisiert“ (Leipzig liest 2017/Buchmesse)

Protokolle nach Tonband
40 Jahre nach Erscheinen von Maxie Wanders Bestseller „Guten Morgen, du Schöne“ ist es Zeit fĂŒr eine Neubefragung. Welches SelbstverstĂ€ndnis haben Frauen* heute, mit welchem Rollenbild werden sie erwachsen und was wollen sie verĂ€ndern? 19 Frauen* zwischen Madrid und Berlin, zwischen 16 und 92 Jahren erzĂ€hlen ungeschönt und mit viel Humor aus ihrem Leben, von ihren Ängsten und Sorgen, von falschen, richtigen und notwendigen Entscheidungen und davon, was es braucht, um glĂŒcklich zu sein. Nadine Kegele hat in ihrem Buch höchst heterogene und spannende Lebenswelten vereint. Sie alle machen deutlich, dass sexuelle Übergriffe und Diskriminierung, Krieg und Flucht, Rassismus und soziale Ungleichheit auch heute noch die großen Lebensthemen sind. (Kremayr&Scheriau Verlag)

Feministischer Kampftag 2017

Di., 07.03., 19:00 Uhr: Antisemitismus und Sexismus – historisch-gesellschaftliche Konstellationen

Referentin: Dr. Karin Stögner
In ihrem Buch entfaltet Dr. Karin Stögner eine materialistische Kritik an Ideologien und analysiert die strukturellen und funktionalen Gemeinsamkeiten von Antisemitismus und Sexismus. Auf Grundlage der Kritischen Theorie und der Psychoanalyse geht sie den Trugbildern von „Weiblichkeit“ und „JĂŒdischsein“ nach und verweist auf deren Verstrickungen. Antisemitismus und Sexismus werden als Ideologien nicht ins Subjekt verlegt, sondern als gesellschaftlich vermittelte und verselbstĂ€ndigte Ideen begriffen, deren Funktion die Rechtfertigung ungerechter gesellschaftlicher ZustĂ€nde ist. Dabei sind Ideologien auch als Praxis zu verstehen.

Karin Stögner entwickelt vor solcher Einbettung von Antisemitismus und Sexismus im gesellschaftlichen Gesamtzusammenhang eine Kritik an der Kampagne BDS sowie an sogenannten „pinkwashing“-VorwĂŒrfen. Zudem kritisiert sie vor dem Hintergrund der Kritischen Theorie ein politisches IntersektionalitĂ€tskonzept, welches JĂŒdinnen und Juden implizit als Vertreter_innen weißer Suprematie sieht und auf dieser Grundlage Israel delegitimiert.

Eine Veranstaltung von outside the box und MONAliesA im Rahmen des Feministischen Kampftags 2017.

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2016

Dezember

Di., 06.12., 19:00 Uhr: Chick Lit – young feminist writers: Lektorin werden – Lektorin sein. Betrachtung des Berufes aus feministischer Perspektive

Referentinnen: Heidi Stecker, Susan Wille

Hinter jedem Buch steckt mindestens ein_e Lektor_in. Stil, Form und auch Inhalt wird durch Lektor_innen geprĂ€gt, sie sind wichtige Akteurinnen im Entstehungsprozess eines Buches.  Wir haben zwei Lektorinnen eingeladen, um mit ihnen ĂŒber ihre TĂ€tigkeit zu sprechen. Zum einen wird es uns um ihre konkrete Arbeit und die Fragen danach gehen, wie man Lektorin wird, wie man AuftrĂ€ge erhĂ€lt, welche Bezahlung eingefordert werden kann –  und muss. Welche Netzwerke sind sinnvoll, welche Freuden und Schwierigkeiten bringt der Beruf mit sich? Zum anderen interessiert uns die politische Dimension: WĂ€hlen die Lektorinnen nach feministischen Standpunkten aus? Wie können diese in die Arbeit einfließen? Wie steht es um das GeschlechterverhĂ€ltnis in diesem Beruf und ist eine gewisse SolidaritĂ€t zwischen den Freiberuflerinnen erkennbar? Diese und weitere Fragen sollen anhand der Erfahrungen auf dem Podium und im Publikum diskutiert werden.

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November

Fr., 4.11.,18:30 Uhr: Nein heißt Nein!“ – Die Reform des Sexualstrafrechts als feministischer Erfolg, ihre Schattenseiten und was weiter zu tun ist

Vortrag und GesprÀch mit Dr. Ulrike Lembke zum Sexualstrafrecht
Achtung! Ort: Felix-Klein-Hörsaal, Paulinum (5. Etage), Campus der UniversitÀt Leipzig

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Zentrum fĂŒr Frauen- und Geschlechterforschung und dem Fachschaftsrat Jura im Rahmen seiner Veranstaltungsreihe Recht//Überlegt

Am 7. Juli 2016 hat der Bundestag entschieden, dass Sexualstrafrecht grundlegend zu Ă€ndern. Mit der Umsetzung von „Nein heißt Nein!“ kommt es kĂŒnftig auf das (fehlende) EinverstĂ€ndnis der Betroffenen an. Damitwird die sexuelle Selbstbestimmung in den Mittelpunkt gestellt und nicht die Frage von Gewalt und Widerstand oder nach dem richtigen oderfalschen Verhalten des Opfers. Diese Reform ist das Ergebnis jahrelanger feministischer KĂ€mpfe und ein großer Erfolg!

Doch es gibt auch Schattenseiten: Die bundespolitische Debatte kam erst nach den VorfĂ€llen in der Silvesternacht 2015/16 in Köln richtig in Gang und zwar hauptsĂ€chlich durch Gruppen und Personen, die sich zuvor wenig um sexuelle Autonomie gekĂŒmmert haben. Feministische Positionen wurden dabei rassistisch vereinnahmt; mit der
Sexualstrafrechtsreform wurden dann VerschĂ€rfungen des Asylrechts verbunden. Auch wurden und werden in der Diskussion um die Reform immer wieder erschreckende sexistische Positionen geĂ€ußert. Davon ist die Rechtsprechung keineswegs ausgenommen – die Notwendigkeit zur Reform beruhte auch wesentlich auf Gerichtsurteilen, die von
Geschlechterstereotypen und Vergewaltigungsmythen geprÀgt waren. Ein Gesetz allein kann solche gesellschaftlichen Probleme nicht lösen.

Wie ist die neue Rechtslage, was ist der große Fortschritt? Warum sind die Debatten ĂŒber und nach „Köln“ unvereinbar mit feministischen Politiken? Was muss jetzt weiterhin getan werden, damit ein Nein auch wirklich Nein bedeutet oder noch besser: damit Menschen enthusiastisch Ja zu sexuellen Interaktionen sagen können?

Dr. Ulrike Lembke ist Rechtswissenschaftlerin und derzeit an der UniversitĂ€t Greifswald tĂ€tig; zudem arbeitet sie als Expertin fĂŒr Gender Equality Law fĂŒr die EuropĂ€ische Kommission. Sie hat in der ersten JahreshĂ€lfte Gruppen und Parteien beraten, die ohne
rassistische Untertöne an der Sexualstrafrechtsreform arbeiten wollten, und einige rechtspolitische Texte veröffentlicht, u.a.
http://www.legal-gender-studies.de/sexuelle-uebergriffe-im-oeffentlichen-raum-rechtslage-und-reformbedarf und
http://verfassungsblog.de/warum-die-reform-des-sexualstrafrechts-keine-ist/.

So. 6.11., 15:00 Uhr
Über die Schwierigkeit, Objekte zu bilden. Lesung

Vom Streit um Geschichte ausgehend, stellen drei Redakteurinnen der outside the box- Zeitschrift fĂŒr feministische Gesellschaftskritik einen Text aus der neuen Ausgabe vor, einen Reprint: Barbara Sichtermanns „Mit dem Silbermesser zerteilt“ (1983). Ausgehend von den Revolten der frĂŒhen 1970er Jahre, die auch um die Befreiung der weiblichen SexualitĂ€t rangen, geht Sichtermann noch einen Schritt weiter: Folgt aus der Befreiung der SexualitĂ€t automatisch die Befreiung der Einzelnen, der Geschlechter? Auf der Suche nach dem Unabgegoltenen in Sichtermanns Text laden wir euch ein, mit uns zu lesen und zu diskutieren.

Der Text erschien in: Barbara Sichtermann, Weiblichkeit. Zur Politik des Privaten, Wagenbach Verlag, 1983.

Eine Veranstaltung anlÀsslich der Hirschfeld-Tage 2016.

Mo., 14.11., 19:00 Uhr: Hilfe und UnterstĂŒtzung bei sexualisierter Gewalt

Referentinnen: Susanne Hampe (Frauen fĂŒr Frauen e.V.), Nadine Maiwald (AnwĂ€ltin)
Vortrag ĂŒber Möglichkeiten der UnterstĂŒtzung fĂŒr Betroffene sexualisierter Gewalt und Vorstellung lokaler Beratungs- und Hilfestrukturen. Weitere Informationen auf monaliesa.de und facebook.

So, 27.11., 16:00 Uhr: Neurechte Rhetorik im Kreuzzug gegen Feminismus und Gender

Unter dem Kampfbegriff der „Reconquista maskuliner Ideale“ ziehen neurechte Agitatoren gegen Feminismus und Gender zu Felde. Die Geschlechterpolitik ist im Zentrum rechter Ideologien angekommen, und das nicht von ungefĂ€hr: Ist doch die Ungleichheit der Geschlechter eine Art Blaupause fĂŒr jede Propaganda der Ungleichheit. Rechter Diskurs und die Alltagsrhetoriken einer patriarchal gesĂ€ttigten Kultur verschaffen einander dabei gegenseitig Resonanz und PlausibilitĂ€t.

Die rechte Ideengeschichte lĂ€sst sich als ein Ineinandergreifen von politischer Ideologie und einem rhetorischen Programm beschreiben, das von Tradierung und Erneuerung gleichermaßen geprĂ€gt ist. Eine zentrale Konstante ist die VerknĂŒpfung politischer Programmatik mit geschlechtlichen (Selbst)bildern, Metaphern und Assoziationsverkettungen. Das umfasst Aspekte wie eine idealisierte mĂ€nnliche Autonomie, das Menetekel gesellschaftlicher Verweiblichung, kriegerische Selbstbehauptung, Verschmelzungsphantasmen mit Mutter Erde oder das Motiv des Vatermordes als Vaterlandsmord. Dem kontrastiert die Bilderwelt patriarchal verbĂŒrgter guter Ordnung und unerschĂŒtterlicher MĂ€nnlichkeit. So entsteht ein semantisch vermittelter WohlfĂŒhlraum in der Inszenierung geschlechtlicher Ungleichheit.

Auf der Basis solcherart vergeschlechtlicher Wertungssysteme delegitimiert diese Rhetorik subtil und suggestiv demokratische Fundamente wie Gleichheit, Friedfertigkeit und soziale Verantwortung im Namen mÀnnlicher Selbstbehauptung. Diese Botschaft erhÀlt und erneuert sich in den diskursiven Entwicklungen rechter Programmatik und Rhetorik.

Referentin: Dr. Gabriele KÀmper, Literaturwissenschaftlerin und Leiterin der GeschÀftsstelle Gleichstellung des Landes Berlin

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Oktober

Di., 11.10., 19:00 Uhr
Das Unbehagen mit dem Sternchen. Feministische Sprachkritik ist mehr als eine Frage der Zeichen

Die richtige Verwendung von Sprache ist politisch ein umkĂ€mpftes Feld. Insbesondere die feministische und die queere Szene fordern adĂ€quate sprachliche ReprĂ€sentation. Unterschiedliche VorschlĂ€ge wurden in den letzten Jahr(zehnt)en gemacht, um mehr als nur MĂ€nner – mitunter auch Frauen – sichtbar zu machen: das Binnen-I, das Sternchen und der Unterstrich sind wohl die bekanntesten. Dagegen richten sich immer wieder selbsternannte »Sprachwahrer«, denen jede VerĂ€nderung der Sprache als kultureller Verlust gilt. Im Vortrag sollen diese Reaktionen kritisiert und erklĂ€rt werden, warum feministische Sprachkritik wichtig ist. In feministischen und queeren ZusammenhĂ€ngen scheint jedoch bisweilen die Frage nach der richtigen Form zu Ungunsten der Argumente in den Mittelpunkt zu rĂŒcken. Wir wollen uns daher einer feministischen Sprachkritik annĂ€hern, die sich einer einseitigen Betonung der Form entzieht.

Eine Veranstaltung des Antifaschistischer Frauenblock Leipzig (afbl.org) im Rahmen der Kritischen EinfĂŒhrungswochen.

So., 23.10., 16:00 Uhr
„Gib auch uns ein Recht auf Leben!“ – Radclyffe Halls „Quell der Einsamkeit“: Kritische Lesung und Diskussion

„Quell der Einsamkeit“, ein Klassiker lesbischer Literatur, wurde kurz nach der Veröffentlichung 1928 gemĂ€ĂŸ dem britischen „ObszönitĂ€tsparagraphen“ verboten. Dennoch wurde Stephen Gordon – eine Butch, wie sie im Buche steht – rasch zu einem Vorbild lesbischer Lebensform. Radclyffe Halls PlĂ€doyer fĂŒr Toleranz fußt auf der zeitgenössischen sexualwissenschaftlichen Annahme, wonach Lesben und Schwule eine Laune der Natur seien, ein drittes Geschlecht, dem Anerkennung nicht lĂ€nger verwehrt werden dĂŒrfe. Diese Legitimierung homosexueller Liebe Ă€hnelt ĂŒberraschend den „Born this way“- Bannern auf heutigen CSDs. Ist der Kampf um Anerkennung nicht anders zu rechtfertigen als durch Biologismen alter und neuer PrĂ€gung, die die Frage nach den gesellschaftlichen Bedingungen von Begehren fĂŒr ĂŒberflĂŒssig erklĂ€ren? Die Lesung bietet einen Eindruck, welche Vorstellungen von lesbischer Liebe und SexualitĂ€t in „Quell der Einsamkeit“ vermittelt werden, und geht der Frage nach, wie viel politischer Sprengstoff heute noch in diesem Roman und seinen Forderungen steckt. Eine Veranstaltung im Rahmen des Leipziger Festivals der Lesbischen Lebenskunst. Referentinnen: Koschka Linkerhand, Sabrina Zachanassian

Mi., 26.10., 19:00 Uhr
Lieselott Herforth. Die erste Rektorin einer deutschen UniversitÀt.

Buchvorstellung und Lesung mit Waltraud Voss
Diese erste umfassende Biographie anlÀsslich ihres 100. Geburtstags zeichnet den
Werdegang der Pionierin nach. Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Zentrum fĂŒr Frauen- und Geschlechterforschung der Uni Leipzig

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September

Fr., 09.09.16, 9:00 Uhr
Exkursion nach Chemnitz: Auf den Spuren von Irmtraud Morgner

Die Schriftstellerin Irmtraud Morgner ist in Chemnitz weitgehend unbekannt – obwohl sie 1933 dort geboren wurde und ihre Kindheit und Jugend verbrachte. In ihren großen Romanen widmet sie sich unversperrt dem Thema Mensch und Gesellschaft, und dabei besonders dem VerhĂ€ltnis zwischen Mann und Frau. Aus dem Lebensalltag der ehemaligen DDR heraus entwickelt sie visionĂ€re LebenstrĂ€ume. Wir wollen bei unserem Stadspaziergang einige ihrer wichtigsten Lebensstationen in Chemnitz aufsuchen, u. a.: ihre GeburtsstĂ€tte, den Wohnort der Familie mit Kirche und Schule im Umfeld, das Gymnasium und die Lila Villa als Sitz der heutigen Irmtraud-Morgner-Tafelrunde.
Wir werden begleitet von Martina Wutzler, Architektin und StadtfĂŒhrerin in Chemnitz, außerdem Mitglied der Irmtraud-Morgner-Tafelrunde

Abfahrt in Leipzig nach Chemnitz (Zug): 9 Uhr

max. 20 TeilnehmerInnen
12-15 € nach SelbsteinschĂ€tzung
Anmeldung und Informationen unter monaliesa_leipzig@gmx.de

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Juli

Mi., 06.07.2016, 19:oo Uhr
Ohne Papiere – trotzdem versorgt?? Medinetz Leipzig stellt sich vor

Das Medinetz Leipzig vermittelt medizinische Behandlung fĂŒr Menschen ohne Aufenthaltsstatus und ohne Krankenversicherung und macht sich politisch stark fĂŒr eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung dieser Gruppen. Die nichtstaatliche, antirassistische Organisation vermittelt und berĂ€t kostenlos und anonym.
Das Medinetz wird sich an diesem Abend vorstellen und die Situation beschreiben, aus der heraus das Netzwerk gegrĂŒndet wurde, wie es organisiert ist und welche konkreten Aufgaben die Organisation ĂŒbernimmt. Außerdem geben die beiden anwesenden MitarbeiterInnen vom Medinetz einen Überblick zur rechtlichen Lage und gehen im Anschluss auf die Probleme der praktischen Umsetzung ein: Wie ist die Gesundheitsversorgung von papierlosen Menschen geregelt bzw. ist sie das in der Praxis ĂŒberhaupt? In wie weit unterscheidet sich die medizinische Versorgung von registrierten Asylsuchenden zu Menschen ohne Papieren in der praktischen Umsetzung? Welche Personengruppen können ĂŒber das Medinetz in Ă€rztliche Behandlung kommen und wie? Rechtliche Grauzonen bzw. ein Auseinanderklaffen von theoretischer Zusicherung Ă€rztlicher Versorgung und praktischer Hilfeleistung werden thematisiert wie auch die Frage: Ist es nicht vielmehr die Aufgabe der Politik, zu gewĂ€hrleisten, dass alle Menschen einen barrierearmen Zugang zu Ă€rztlicher Versorgung haben?
Zu Gast ist auch die GynĂ€kologin Dr. Eva Klatte. Sie arbeitet mit dem Medinetz zusammen und gibt einen Einblick sowohl in die Situation von Patientinnen und behandelnden ÄrztInnen. Über welche Wege kommen die Frauen in ihre Praxis mit welchen Anliegen? Was erschwert die Behandlung der Frauen? Mit welchen rechtlichen Grauzonen und juristischen Fragen muss die Ärztin umgehen? Wie viel Improvisation ist nötig wenn es darum geht, Frauen ohne Papiere zu behandeln? Und: Sollte es nicht eher Aufgabe der Politik sein, Lösungen zu finden?

Juni

Do., 17.06.16, 19:00 Uhr
„Sexarbeit“ – (k)eine Arbeit wie jede andere?!
Eine Begriffsverschiebung und die Auswirkungen auf den Prostitutionsdiskurs

Veranstaltung mit Anita Kienesbauer

Prostitution wird oft als unabĂ€nderliche gesellschaftliche „Notwendigkeit“ betrachtet, quasi zum Mensch sein gehörend, obgleich sie ein „Dienst am Mann“ ist.
Genau deshalb soll diese kulturelle Praxis als etwas Normales akzeptiert und diskutiert werden.
Die Auswirkungen dieses Normalisierungsdiskurses auf die Gesellschaft werden dabei außer Acht gelassen wie auch bestehende Macht- und Gewaltstrukturen, die dem Patriachat innewohnen.
Der angeblich menschenfreundliche postfeministische Diskurs bagatellisiert „Sexarbeit“ zur normalen Lohnarbeit und entpuppt sich damit als frauenfeindlich!
Die Veranstaltung tritt den Beweis an, warum Prostitution keine NormalitÀt ist.

Fr., 03.06.16, 18:00 Uhr
Die Frauen von RavensbrĂŒck
Geschlechterbilder im RavensbrĂŒck-GedĂ€chtnis

Die öffentliche Erinnerung an das Frauen-Konzentrationslager RavensbrĂŒck (1939-1945) ist von unterschiedlichen Geschlechterbildern geprĂ€gt. Welche Vorstellungen von Weiblichkeit, welche visuellen Klischees prĂ€gen die RavensbrĂŒck-Narrative? Ist es das Bild der domestizierten, opferbereiten Frau und Mutter, das in der Figur des RavensbrĂŒck-HĂ€ftlings stets erneut festgeschrieben wird? Oder sind auch andere Weiblichkeitskonstruktionen – wie die von der devianten und asozialen Frau – virulent? IdentitĂ€ts- und Erinnerungspolitiken sind in hohem Maße, so die These, von Geschlechterbildern unterschiedlicher Provenienz geprĂ€gt.

Der Vortrag nimmt in erster Linie PhĂ€nomene und Entwicklungen des RavensbrĂŒck-GedĂ€chtnisses im deutschsprachigen Raum in den Blick und diskutiert Geschlechterbilder in der Literatur, der Denkmalskunst und der Praxis des Gedenkens.

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Mai

Donnerstag, 12.05.16, 19 – 21 Uhr
Frauenkörper neu gesehen. Ein illustriertes Handbuch. Lesung und Diskussion mit Laura Méritt (Berlin)

Wie Frauen sich selbst und ihren Körper sehen, soll in der Lesung mit
Laura MĂ©ritt zur Neuauflage des Buches „Frauenkörper neu gesehen“
diskutiert werden. Das illustrierte Handbuch zeigt den weiblichen
Körper jenseits von Schönheits- und Körpernormen und will durch
Darstellungen der weiblichen Anatomie jenseits von
hegemonial-medizinischem Wissen Frauen ermutigen, sich ihren Körper
selbstbestimmt anzueignen. Entstanden wÀhrend der weltweiten
Frauenbewegung zum Recht auf körperliche Selbstbestimmung, sollte das
1982 erstmalig in den USA, dann 1987 in der BRD erschienene Buch
mithilfe von Selbstuntersuchen anleiten, die eigene Körperlichkeit und
SexualitÀt mit konkretem Wissen erfahrbar zu machen. Die Neuauflage
behandelt unter anderem sexuelle IdentitÀten, Körperaneignung,
VerhĂŒtung oder die Klitoris als sexuelles Organ und lĂ€dt zum eigenen
Blick auf den Körper ein. Dennoch wollen wir auch die Bedeutung des
sozialen Drucks zur Entsprechung normativer Schönheitsbilder zur
Debatte stellen – welcher trotz des vermeintlichen Ideals der
Selbstbestimmung aktueller ist denn je.

Do., 19.05.16, 19:00 Uhr
Ein Wurm mit AdlerflĂŒgeln, in der KĂŒche Talg hackend. – Lesung mit dem AK Unbehagen

Was bedeutet „weibliche SubjektivitĂ€t?“ Kann das ĂŒberhaupt bestimmt werden? Wo Theorie abstrahieren muss, kann Literatur konkret werden. Sie kann am Beispiel nachvollziehen. Ambivalenzen und WidersprĂŒche gelten lassen, Innenwelten sichtbar machen. Anhand von Werken Christa Wolfs und Ingeborg Bachmanns suchen wir nach Sichtweisen, EntwĂŒrfen und Beschreibungsversuchen. Wir erkunden subjektive Grenzen, schauen zurĂŒck in die Geschichte, finden BrĂŒche und WiderstĂ€nde, hören Stimmen und tasten nach Unsichtbarem.

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MĂ€rz

Leipzig liest-Programm

Donnerstag, 17.03.16, 17 Uhr
Lesung mit der „outside the box – Zeitschrift fĂŒr feministische Gesellschaftskritik“

Die outside the box ist eine Ende 2008 in Leipzig gegrĂŒndete Zeitschrift, die sich einer umfassenden Gesellschaftskritik mit feministischem Fokus verschrieben hat. Die Redakteurinnen lesen ausgewĂ€hlte Texte der letzten fĂŒnf Ausgaben:
#1 Emanzipation
#2 Form
#3 GebÀren
#4 Arbeit
#5 Streit
Weitere Informationen zum Heft und die Texte online zum Nachlesen (außer #5, noch nicht geschafft
) gibt es hier.

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Freitag, 18.03.16, 19:30 Uhr
Antje RĂĄvic Strubel liest „MĂ€dchen in Betriebnahme“ aus dem Band „Ein Haus mit vielen Zimmern“ (edition fĂŒnf)

Lesung und GesprÀch mit Karen Nölle
Der Verlag edition fĂŒnf hat sich in den vergangenen sechs Jahren einen Namen mit Wiederentdeckungen von Werken aus weiblicher Feder gemacht. Werke, die international berĂŒhmt wurden, aber nicht auf deutsch erschienen waren oder zu schnell vom Markt verschwanden. Ein besonderer Schwerpunkt des Verlags sind ungewöhnliche Zusammenstellungen von Geschichten bekannter Schriftstellerinnen. So erschien im Herbst 2015 die Anthologie „Ein Haus mit vielen Zimmern“.

In den ErzĂ€hlungen, Essays und Gedichten dieses Bandes lassen sich die Autorinnen beim Schreiben ĂŒber die Schulter gucken. Sie entwerfen Geschichten zu dem Thema, beschreiben die Beziehung zu ihren Figuren, besingen ihre Arbeit mit der Sprache, denken ĂŒber die Wirkung von Worten und Geschichten nach und plaudern aus der Werkstatt des BĂŒchermachens. Sie Ă€ußern sich ĂŒber den Beruf, mit dem sie sich ihren Lebensunterhalt und bisweilen auch Ruhm verdienen. Humorvoll, geistreich und immer unterhaltsam gewĂ€hren sie Einblicke in ihre Arbeit und das VerhĂ€ltnis von Schreiben und Leben. Über die Erfahrungen, die junge Schriftstellerinnen im Literaturbetrieb machen, erzĂ€hlt Antje R. Strubel in ihrem Essay „MĂ€dchen in Betriebnahme“.

Antje RĂĄvic Strubel wurde 1974 in Potsdam geboten. 2001 wurde sie in Klagenfurt mit dem Ernst-Willner-Preis ausgezeichnet. Sie hat mehrere Romane und Hörspiele veröffentlicht und erhielt zahlreiche Literaturpreis und Stipendien. Herausgeberin Karen Nölle spricht mit Antje R. Strubel ĂŒber den Umgang des Literaturbetriebs mit weiblichen Talenten. Ausgangspunkt fĂŒr das GesprĂ€ch ist Strubels Lesung aus ihrem Essay „MĂ€dchen in Betriebnahme“.

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Samstag, 19.03.16, 16:00 Uhr
Charlie Kaufhold liest aus „In guter Gesellschaft. Geschlecht, Schuld und Abwehr in der Berichterstattung ĂŒber Beate ZschĂ€pe“ (edition assemblage)

Eine putzige Diddl-Maus mit rosa Hauspuschen (SĂŒddeutsche Zeitung) oder ein Teufel, der sich zu Prozessbeginn schick gemacht hatte (Bild-Zeitung) – in der Berichterstattung ĂŒber Beate ZschĂ€pe gibt es wenig Erkenntnis ĂŒber ihre Rolle im NSU. Das einzige, was gesichert scheint, ist: ZschĂ€pe ist eine Frau, und das ist relevant. In diesem Buch werden erstens anhand eines reprĂ€sentativen Ausschnitts der Zeitungsberichterstattung die Darstellungsweisen von ZschĂ€pe – insbesondere in Hinblick auf Geschlecht – genau betrachtet. Zweitens wird der Frage nachgegangen, wie diese spezifische Form der Berichterstattung historisch und politisch zu verstehen ist. Dazu werden Verbindungslinien zu dem Umgang mit TĂ€terInnenschaft und Schuld in Anschluss an den Nationalsozialismus gezogen und der Blick auf die Dominanzgesellschaft gerichtet. Diese erhĂ€lt durch die vergeschlechtlichte Berichterstattung ĂŒber ZschĂ€pe die Möglichkeit, sich nicht mit eigenen (rassistischen) Strukturen beschĂ€ftigen zu mĂŒssen.

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Samstag, 19.03.16, 19:00 Uhr
Gertraud Klemm liest aus „MuttergehĂ€use“ (Kremayr und Scheriau)

Eine Frau will ein Kind, aber ihr Körper versagt es ihr. Also nimmt sie den Kampf gegen sich selbst auf und macht ihren Körper zum Feind. Als sie sich zur Adoption eines afrikanischen Kindes entscheidet, ist ihr Defizit fĂŒr alle sichtbar. Freunde werden zu Leuten und Leute zu Fremden. Die MĂŒhlen der BĂŒrokratie tun ihr Übriges. Ein kĂ€mpferischer Roman, ein PlĂ€doyer fĂŒr ein Leben abseits der Norm. Gertraud Klemm ist Meisterin darin, der Gesellschaft einen schonungslosen Spiegel vorzuhalten. In wĂŒtender und poetisch kraftvoller Sprache, geht sie ihren Figuren auf den Grund, bis sie vollkommen entblĂ¶ĂŸt sind und nackt vor uns stehen.

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Sonntag, 20.03.16, 12:00 Uhr
Lesung aus Sammelband „O Mother, Where Art thou?“ ĂŒber (queer-)feministische Perspektiven auf Mutterschaft und MĂŒtterlichkeit (WestfĂ€lisches Dampfboot) + Brunch

Die Herausgeberinnen lesen aus ihrem brandneuen Sammelband, der interdisziplinĂ€re BeitrĂ€ge um den scheinbar veralteten Begriff der „Mutter“ bĂŒndelt. Sie werden einen feministischen Blick auf aktuelle Debatten um Care Work, Reproduktion, queer politics und die VerĂ€nderung der GeschlechterverhĂ€ltnisse. Es wird einen kleinen Brunch geben, damit alle ausschlafen können, aber nicht auf FrĂŒhstĂŒck verzichten mĂŒssen!

Zum Buch:

Mutterschaft und MĂŒtterlichkeit stehen als Begriffe, sozialhistorische PhĂ€nomene und kulturelle Imaginationen im Zentrum des interdisziplinĂ€ren Sammelbands. Aktuelle Debatten um Care Work, Reproduktion, queer politics und vertikale, weibliche Beziehungen werden in diesem Band anhand des nur scheinbar veralteten Begriffs der Mutter gebĂŒndelt, um ihn als Brennpunkt feministischer Auseinandersetzung zu nutzen. Die Autor innen formulieren mit grundlegend feministischen Perspektiven ihre Kritik an sozialen Rollenbildern sowie deren gesellschaftlicher und politischer Reproduktion.Mit BeitrĂ€gen unter anderem von Dorothee Beck, Sarah Diehl, Sabine Dreßler, Barbara Duden, Judith C. Enders & Mandy Schulze, Bettina Haidinger, Lisa Malich, Sarah Speck, Tove Soiland und Ann-Madeleine Tietge. Herausgegeben von Maya Dolderer, Hannah Holme, Claudia Jerzak, Ann-Madeleine Tietge.

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Februar

Mi., 17. Februar, 19:00 Uhr
Film: Limonlu kahve – Kaffee mit Zitrone

Die fĂŒnf Sexarbeiterinnen weiße Tulpe, neuer FrĂŒhling, Rosebud, violette Hyazinthe und gelbe Lilie erzĂ€hlen in diesem Dokumentarfilm von ihrer Kindheit und ihrem Weg in die Prostitution in der TĂŒrkei.

Eine von ihnen ist AyƟe TĂŒkrĂŒkĂ§ĂŒ. Seit 2007 engagiert sie sich öffentlich in Istanbul fĂŒr die Rechte von Sexarbeiterinnen. Sie wirkt in Dokumentarfilmen wie diesem mit, tritt in Talkshows auf, ist in Zeitschriften prĂ€sent. 2008 kam ihr Buch „hayatsiz kadın“ heraus, in dem sie ihr Leben erzĂ€hlt.

Trotz all der Dinge, die ihr von anderen Menschen angetan wurden, setzt sich AyƟe selbstlos fĂŒr andere ein und zeigt Gesicht.

Sie hat die Diagnose Eierstockkrebs bekommen und wir sammeln Spenden fĂŒr die OP! Wir freuen uns im Namen von AyƟe ĂŒber jede noch so kleine Spende und möchten den Abend nutzen, ĂŒber sie und ĂŒber die MissstĂ€nde in der TĂŒrkei zu sprechen.

Der Eintritt ist auf Spendenbasis. Die Spenden gehen direkt und ohne Umwege an AyƟe.

Die Dokumentation ist auf TĂŒrkisch mit englischen Untertiteln und dauert 60 Minuten.

Spenden werden außerdem an diesem extra eingerichteten Spendenkonto entgegen genommen:

Name: Martina Batz Spendenkonto AyƟe
IBAN: DE96 5335 0000 3000 5749 01
BIC: HELADEF1MAR

Januar

So., 10.01.16, 16:00 Uhr
ChickLit – Young Feminist Writers: Übersetzen – unsichtbar und unpolitisch?

Referentinnen: Magda Wlostowska, Samanta Gorzelniak, Lena Dorn
Vortrag und Diskussion

Oft lesen wir BĂŒcher, die nicht auf Deutsch verfasst wurden und demnach Übersetzungen sind. Oft ist uns das gar nicht bewusst. Auch wenig bekannt ist, dass die Übersetzungsarbeit schlecht bezahlt ist und meist von Frauen erledigt wird. Wir haben drei junge Übersetzerinnen eingeladen, um mit ihnen ĂŒber ihre konkrete Arbeit zu sprechen. Wie kommt man eigentlich an AuftrĂ€ge, welche Netzwerke sind sinnvoll, welche Schwierigkeiten ergeben sich beim Übersetzen und was macht Spaß dabei? Aber auch die politische Dimension des Übersetzens soll sichtbar werden: Was wird ĂŒbersetzt – und was eben nicht mit welchen Konsequenzen? In welcher (Macht)Position befindet sich der/die ÜbersetzerIn? Diese und weitere Fragen sollen ausgehend von den eigenen Übersetzungen der Referentinnen, die sie vorlesen, diskutiert werden (tschechisch und polnisch).
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2015

Dezember

Sa./So., 12./13.12.15, 16:00 Uhr
Workshop zur Frauenbewegung, Gleichstellung und die List der Geschichte – Feministische Theorie und Praxis zwischen Vereinnahmung und Emanzipation

WĂŒrde man den zeitgenössischen Darstellungsformen des Weiblichen glauben, so belaufen sich die aktuellen Errungenschaften einer Frau anscheinend auf den Besitz teurer Handtaschen, eines Vibrators, eines Jobs, eines Appartements und eines Mannes – vermutlich in dieser Reihenfolge. Nina Powers. Nun bleibt die Frage: Wie sind wir an diesen Punkt gekommen? Und: reicht die sich demokratisierende Möglichkeit zur ungehemmten AnhĂ€ufung von Besitz zur wirklichen Gleichstellung der Geschlechter? Immerhin verbleibt trotz der Erfolge der zweiten Frauenbewegung in den 1970er Jahren – “>Einstieg in die Lohnarbeit, Institutionalisierung von Gleichstellung, Enttabuisierung von SexualitĂ€t und Körper –ein “fader Beigeschmack angesichts der ungebrochenen Erfahrung von ungleicher Bezahlung, Behandlung und Beziehungsaufteilung zwischen den Geschlechtern. Wo also lagen und liegen Fallstricke der historischen Emanzipationsbewegung geborgen und wie verĂ€ndert diese Erkenntnis heutige Auseinandersetzungen? Diesen Spuren wollen wir zwei Tage lang in gegenwĂ€rtig relevanten Schriften aus “Wissenschaft, Journalismus und Popkultur (Nancy Fraser, Nina Powers, Laurie Penny, Andrea Trumann) folgen. Über eine Auseinandersetzung mit Feminismus, Gleichstellung und dem gegenwĂ€rtigen GeschlechterverhĂ€ltnis werden wir gemeinsam versuchen MöglichkeitsrĂ€ume fĂŒr eine feministische Theorie und Praxis in der Gegenwart zu erschließen.
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Do., 10.12.16, 19:00 Uhr
“Hausdurchsuchungen”

Lesereihe des Deutschen Literaturinstituts Leipzig

Die Lesereihe der Studierenden des Deutschen Literaturinstituts Leipzig findet einmal im Monat an wechselnden Orten in Leipzig statt. Die Studierenden durchsuchen RĂ€ume, die schon welche sind, RĂ€ume, die erst welche werden und RĂ€ume, die nicht vor haben, einen Namen zu bekommen, mit ihren Lesungen. Im Dezember wird die MONAliesA durchsucht!
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November

12. November

Iranische Frauenbewegung und Kopftuchdebatte

Referentin: Mina Ahadi
Vortrag und Diskussion

Bei unserer Diskussionsveranstaltung mit der exil-iranischen Aktivistin Mina Ahadi wird es um die iranische Frauenbewegung gehen, außerdem werden verschiedene ArgumentationsstrĂ€nge der hiesigen Debatte um das Kopftuch analysiert und diskutiert.
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03. November

Rosemarie F. Kein Skandal. Einblicke in den sozialstaatlich-immobilienwirtschaftlichen Komplex

Referentin: Margit Englert, Moderation: Chris Rotmund
Lesung und Diskussion

Die Wohnungsfrage bedrÀngt viele Menschen und beeintrÀchtigt ihr Leben.
Rosemarie F. hat ĂŒber ein Jahr lang um ihre Wohnung gekĂ€mpft. Sie starb zwei Tage nach ihrer ZwangsrĂ€umung, am 11. April 2013. Was Rosemarie widerfahren ist, ist kein Einzelschicksal. Im Buch werden die konkreten AblĂ€ufe im Zusammenhang mit den gesellschaftlichen VerhĂ€ltnissen analysiert und mit aktuellen stadtpolitischen Diskussionen verknĂŒpft. Das Buch ist vor allem ein Diskussionsbeitrag. Was behindert das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Menschen unter einem Dach? Wie können sich Menschen mit emanzipatorischem Ziel mit den VerhĂ€ltnissen auseinandersetzen?
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25. Oktober

Leipziger Lesben im Visier der Staatssicherheit

Referentinnen: Barbara Wallbraun, Claudia Max
Vortrag und GesprÀch

Waren homosexuelle Frauen in Leipzig vor 1989 interessant fĂŒr eine Überwachung durch die Staatssicherheit?
Im Rahmen der Recherche fĂŒr einen Dokumentarfilm ĂŒber lesbisches Leben in der DDR beschĂ€ftigte sich die Filmemacherin Barbara Wallbraun auch mit Akten der Staatssicherheit in der Aussenstelle der BStU Leipzig. Letztes Jahr stellte sie ihren Zugang zum Thema und erste Ideen fĂŒr einen Dokumentarfilm vor – hierzu wird es einen Zwischenstand geben. Vorrangig geht es in diesem Jahr um weiterfĂŒhrende Ergebnisse der Akten-Recherche. Barbara wird uns in einem Vortrag nahebringen, wie Leipziger Lesben ĂŒberwacht wurden und welche Konsequenzen dies nach sich ziehen konnte.
Geplant ist im Anschluss ein GesprĂ€ch zwischen Co-Autorin Claudia Max und einer Zeitzeugin ĂŒber deren Erfahrungen.
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19. August

Wir wollen uns lebend“ – Frauenmorde zwischen Ciudad Juárez und Mittelamerika// Feministische Gegenstrategien in Hiphop, Street Art und Performances.

Referentin: Kathrin Zeiske
Vortrag und Diskussion

Die steigende Zahl von Frauenmorden in Mexiko und Mittelamerika sind
durch Frauenhass und Machismus motiviert. Ihnen liegt einerseits die
PrÀsenz von Jugendbanden und Drogenkartellen in marginalisierten
Vierteln, SatellitenstÀdten und Gemeinden zugrunde; andererseits
gewaltförmige Geschlechterbeziehungen, die sich durch sÀmtliche
Schichten ziehen.
Dem alarmierenden Ausmaß von tödlicher Gewalt gegen Frauen leistet eine
nahezu absolute Straflosigkeit Vorschub – eine Folge der Verstrickung
staatlicher Institutionen in die organisierte KriminalitÀt, aber auch
der Existenz stigmatisierender Frauenbilder bis in die Regierungsspitzen
hinein.
Ciudad JuĂĄrez gilt als frĂŒhe Hochburg misogyner Gewalttaten, die heute
in der gesamten Region zu finden sind. Die Zivilgesellschaft der
mexikanischen Grenzstadt – allen voran MĂŒtterorganisationen – hat aber
auch einen fundamentalen Beitrag geleistet, das PhÀnomen zu analysieren,
öffentlich zu machen und eine Verurteilung Mexikos durch den
Interamerikanischen Menschenrechtsgerichtshof zu erreichen.
Mit Repression und Militarisierung im sogenannten „Drogenkrieg“ haben
die Morde in JuĂĄrez noch zugenommen, gleichzeitig sind Femizide
mittlerweile in einer ganzen Reihe weiterer mexikanischer Bundesstaaten
zum Thema geworden. Die Statistiken fĂŒhrt unbestritten der Estado de
MĂ©xico an, der sowohl fĂŒr fĂŒhrende Kartelle wie Regierungspartei von
strategischer Bedeutung ist.
Auch in den mittelamerikanischen NachbarlÀndern Guatemala, El Salvador
und Honduras hat vor dem Hintergrund der allgemeinen Gewalt der
Jugendbanden auch die Gewalt gegen Frauen im Besonderen zugenommen.
Doch trotz aller Schreckensmeldungen und omniprÀsenter Gefahr wollen
sich MĂ€dchen und Frauen nicht einschĂŒchtern lassen und auch nicht den
stigmatisierenden ErklÀrungsansÀtzen von Regierungsseiten Glauben
schenken. So gibt es zahlreiche kreative, mutmachende und solidarische
Initiativen in Kunst, Theater, Hiphop, Street Art und sozialen
Netzwerken, die Frauenmorde abseits von sensationalistischen
Pressemeldungen zum Thema machen.
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10. Juli

Brigitte-Reimann-Spaziergang

Exkursion nach Hoyerswerda

Auf den Spuren der beiden SchriftstellerInnen Brigitte Reimann und Siegfried Pitschmann lesen Angela Potowski und Helene Schmidt Szenen aus den BĂŒchern „Franziska Linkerhand“ und „Ankunft im Alltag“ an Orten, an denen die Autorin Szenen ansiedelte und von denen sie in ihren TagebĂŒchern und Briefen berichtete. Nach der FĂŒhrung besuchen wir die Reimann-BegegnunsgstĂ€tte und trinken Kaffee in Reimanns ehemaliger Kaufhalle (FĂŒhrung: Hoyerswerdaer Kunstverein).
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03. Juli

Ricardas Tochter

Referentin: Jutta Schwerin
Lesung und GesprÀch

Jutta Schwerin erzĂ€hlt in ihrer Autobiografie nĂŒchtern, aber voller Empathie von der Flucht ihrer Eltern vor den Nazis nach Jerusalem, von ihrer Mutter Ricarda, die nach dem frĂŒhen Tod des Vaters allein fĂŒr die Familie sorgen muss, von ihrer Kindheit in Israel und ihrem weiteren Leben in Deutschland. Die Lesung wird veranstaltet im Rahmen der „JĂŒdischen Woche 2015“.
Die Lesung musste leider entfallen.
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15. Juni 2015

Unsagbare Dinge: Sex, LĂŒgen und Revolution

Referentin: Laurie Penny
Lesung und GesprÀch

In ihrem neuen Buch spricht Laurie Penny das Unsagbare aus: Fucked-up Girls und Lost Boys, sexuelle Gewalt, Liebe und LĂŒgen sind ihre Themen. Sie zeigt, dass Feminismus ein Prozess ist: Egal, wie man sich nennt – wichtig ist, wofĂŒr man kĂ€mpft. (eine Kooperation von Edition Nautilus, UT Connewitz, outside the box und MONAliesA)
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25. April 2015

Wendepunkt

Referentin: Ina Raki
Lesung und GesprÀch

GĂ€lte es heute eine Revolution anzuzetteln – wofĂŒr wĂŒrdest du dich erheben?
Es gibt TrĂ€ume, die Revolutionen auslösen: In diesem Jahr ist die Deutsche Einheit ein Vierteljahrhundert alt. Der Traum vom gesellschaftlichen Umschwung ging ihr voraus – wie viel davon ist uns geblieben? Wurden unsere WĂŒnsche erfĂŒllt? Wenn nicht: Können wir jetzt noch einmal Anlauf nehmen und das Unglaubliche wagen?
Die Frauen, die in diesem Buch zu Wort kommen, haben jedenfalls Visionen. Und sie alle haben einen Bezug zu einer Zeit, in der es in Deutschland schon einmal Anlass zum TrÀumen gab: eine Revolution, eine Wende im Wortsinn. Die Frauen waren damals jung, einige waren noch Kinder.
Die Interviews mit diesen Frauen enthalten Antworten, tief gehende Gedanken und Inspiration. Ob Dozentin, Bloggerin, Unternehmerin, Journalistin, Studentin, Hebamme, BuchhĂ€ndlerin, Kuratorin, Autorin, Designerin – aus den unterschiedlichen LebensumstĂ€nden
der Interviewpartnerinnen in diesem Buch resultieren verschiedenste Betrachtungsweisen
und LösungsansĂ€tze. Einige der Frauen sind bekannter – etwa die Aktivistin Anke Domscheit-Berg oder die Autorin und Journalistin Abini Zöllner – andere sind Frauen mit einem Alltag, in dem sich die Leserinnen wiederfinden werden.
Auch heute ist es an der Zeit, einen Wendepunkt zu setzen. Doch möglicherweise ist das noch schwieriger geworden als es vor 25 Jahren war. Denn damals sind wir auf die Straße gegangen, frisch verliebt in die Idee, dass alles möglich ist. Heute gilt es, unsere Beziehung mit der Demokratie im Alltag am Laufen zu halten. Und das ist oft so wenig aufregend, wie ums tĂ€gliche MĂŒllwegbringen zu streiten. Doch es kann gelingen – das muss es
sogar.
Das Buch will eine BrĂŒcke schlagen zwischen dem, wofĂŒr wir schon einmal eingetreten sind und dem, was heute RealitĂ€t ist. Es ist ein Buch fĂŒr alle, die mitgenommen werden möchten auf eine gedankliche Reise in die Wendezeit. Ein Buch fĂŒr alle, die sich fragen: Wie kann ich die Welt verbessern? Und die wissen: Es kommt auf jeden von uns an.
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14. MĂ€rz

Die Uhr, die nicht tickt.

Referentin: Sarah Diehl
Vortrag und GesprÀch

Sarah Diehl hat fĂŒr ihre Streitschrift fĂŒr ein selbstgewĂ€hltes Leben ohne Kinder Frauen interviewt, die keine woll(t)en und das nicht bereuen. Sie schreibt gegen die Festlegung der Frau auf ihre GebĂ€rfĂ€higkeit, gegen das MĂŒtterideal, an dem jede Frau scheitern muss. Und sie schreibt fĂŒr die Entscheidungsfreiheit. FĂŒr die Option, auf die Erwartungen der Gesellschaft zu scheißen. Aber sie berichtet auch vom Hadern mit diesen ĂŒberlaut vorgetragenen Erwartungen. Und sie erzĂ€hlt von Frauen, deren Kinderwunsch gesellschaftlich weniger akzeptiert ist, etwa, weil sie krank sind oder einfach keine Akademikerinnen.
Veranstaltung in Kooperation mit outside the box – Zeitschrift fĂŒr feministische Gesellschaftskritik und Buchhandlung drift und im Rahmen der Buchmesse 2015
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14. MĂ€rz

Women in Canadian Comics

Referentinnen: Kate Beaton und Nina Bunjevac
Vortrag und GesprÀch

Zwei sehr unterschiedliche Persönlichkeiten der kanadischen Comicszene sind mit ihren neuen auf Deutsch erschienenen BĂŒchern zu Gast. Kate Beaton stellt „OBACHT! LUMPENPACK“ vor – ein wildvergnĂŒgter Spaziergang durch Literatur- und Zeitgeschichte. Nina Bunjevac‘ eindringliche Graphic Novel „Vaterland“ portrĂ€tiert die Geschichte Jugoslawiens im 20. Jahrhundert aus einer  humanistischen Perspektive und beschreibt dabei die Suche einer Tochter nach ihrem Vater. Die ComickĂŒnstlerin besticht durch schonungslose Offenheit und prĂ€zise Schwarz-Weiß-Bilder.
– in englischer Sprache –
Veranstaltung in Kooperation mit dem Zwerchfell Verlag und dem avant-verlag.
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13. MĂ€rz

Aberland

Referentin: Gertraud Klemm
Lesung und GesprÀch

Gertraud Klemm erzĂ€hlt in ihrem zweiten Roman von Mutter und Tochter, die mit viel »ja – aber« die wichtigen Entscheidungen in ihrem Leben verschoben haben. Wie in ihrem DebĂŒt Herzmilch ist ihr Blick dabei beißend witzig und ihre Analyse genau. Elisabeth, Mitte 50, beobachtet mit Zynismus und verhaltener Selbstreflexion das Altern der Frauen um sie herum. Und sie beobachtet ihre Tochter Franziska, 35, die zu WutausbrĂŒchen neigt, mit den Anforderungen der Gesellschaft an ihre Mutterrolle hadert und die theoretische Gleichberechtigung im Alltag nicht einlösen kann. FĂŒr das erste Kapitel des Romans erhielt Gertraud Klemm den Publikumspreis in Klagenfurt. Die Lesung fand im Rahmen der Buchmesse statt.
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23. Januar

Eine Reise durch die Mongolei

Multimedialer Vortrag

Die Mongolei, das Land der Nomaden, ist viereinhalb mal so groß wie Deutschland und Ă€ußerst dĂŒnn besiedelt. Mit der nahezu endlosen Steppe verbinden die einen eine karge triste Landschaft, fĂŒr die anderen ist es der Inbegriff von Weite und Freiheit.

Sechs ehemalige Mitarbeiterinnen und Freundinnen der MONAliesA haben sich auf den Weg in diese unendlichen Weiten gemacht, um Land und Leute kennenzulernen. Auf der Fahrt mit einem russischen Allradbus durch die unberĂŒhrte Natur mit ihren Steppen- und Waldlandschaften sowie Seen und heißen Quellen konnten sie die Gastfreundschaft der Nomaden genießen. In einem multimedialen Vortrag werden sie Reiseimpressionen und Hintergrundinformationen zur Bevölkerung sowie Bilder der beeindruckenden Landschaft prĂ€sentieren. Es gibt mongolischen gesalzenen Buttertee!
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2014

05. Dezember

Warum machen Frauen Zeitschriften

Referentinnen: Autorinnen der Zeitschrift Outside the Box
Vortrag und GesprÀch

Warum eine Zeitschrift fĂŒr feministische Gesellschaftskritik?
Der Vortrag soll die Frage beantworten, was das besondere an weiblicher Herausgeberschaft ist, wie eine feministische Zeitschrift aussehen kann und welche Konflikte diese adressiert. Welche Unterschiede gibt es in der feministischen Zeitschriftenszene? Es wird aus der aktuellen und vergangenen Ausgaben der gelesen.
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15. November

How to do a zine

Referentinnen: Katrin und Maria vom Mini Queer Zinefest Berlin
Workshop

Die Workshopleiterinnen sind selbst erfahrene Zine-Produzentinnen und haben in diesem Jahr erstmalig ein eigenes Zinefest in Berlin organisiert. Katrin ist Teil der Berliner Zine-Distribution Heavy Mental, Maria schreibt das Personal Zine Momo. Mehr dazu findet ihr hier.
Zusammen haben sie ein Compilation Zine zu Selbstliebe und SelbstfĂŒrsorge gemacht. Beim Workshop werden die Grundlagen der Herstellung eines eigenen Zines erklĂ€rt und ausprobiert.
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13. November

Anschreiben gegen Norm_alitÀt_en: Queerfeministische Zines

Referentin: Maria BĂŒhner
Vortrag, Lesung und Diskussion

Zines sind selbst-produzierte und -publizierte, nicht-kommerzielle Hefte, die vor allem in Subkulturen wie Hardcore und Punk genutzt worden und werden. Der Vortrag gibt einen Einblick in die Welt der queer/feministischen Zines und stellt verschiedene Zineprojekte genauer vor. Alle vereint die Kritik an “Normen” und “NormalitĂ€t”. Themen der Zines sind u.a. Coming out, trans*, queer und BeeintrĂ€chtigung, Drag, Zustimmungskonzept und intersektionaler Feminismus. Der Vortrag gibt Einblicke in die Vielfalt queer-feministischer Themen. Begriffliches Vorwissen ist nicht nötig.
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07. November

Kollektiv leben, kollektiv arbeiten.

Referentin: Heike Brandt
Lesung und Diskussion

In einem Kollektiv aus gleichberechtigten Menschen zu leben und/oder zu arbeiten bedeutet, Entscheidungen mit Menschen unterschiedlichster PrÀgung im Konsens treffen zu wollen. Es bedeutet eine immer wiederkehrende Frage danach, wie eine Gesellschaft aussehen kann, die Hierarchien und Diskriminierungen benennen und ihnen entgegenwirken will. Oft genug bedeutet es auch, selbst neue Wege zu gehen, die andere vielleicht schon versucht haben, und Balancen zwischen Scheitern und Umorientieren zu finden.

Heike Brandt (*1947) war MitbegrĂŒnderin der Kommune 99 in West-Berlin im Jahr 1968, eines Kinderbuchladen-Kollektivs im Jahr 1976 und der Stiftung Umverteilen!. Außerdem war sie Mitglied einer kollektiv sozial tĂ€tigen Gruppe in einer Obdachlosensiedlung (1971-1974). Sie studierte PĂ€dagogik und ist Übersetzerin, Autorin und Rezensentin von Kinder- und Jugendliteratur. Ihr Anliegen ist es, Menschen verschiedener Generationen einzuladen, Fragen aneinander stellen zu können. Sie liest aus den unveröffentlichten romanhaften Aufzeichnungen ihrer Erfahrungen und Erlebnisse. In der anschließenden Diskussion steht die Frage nach den Möglichkeiten und Herausforderungen kollektiven Arbeitens und Lebens im Vordergrund. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Frage, welche Rolle das Geschlecht in kollektiven Strukturen spielt.
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24. Oktober

Über Seefrauen und Sprachfeminismus

Referentinnen: mfg (meine Frauengruppe)
Lesung und Diskussion

Die mfg [meine Frauengruppe] wird in ihrer Veranstaltung Über Seefrauen und Sprachfeminismus einige Passagen aus dem bahnbrechenden feministischen Roman Die Töchter Egalias von Gerd Brantenberg zum Besten geben, um daran in Form kurzer Inputs ihre Kritik an der patriarchalen Sprache entfalten.
Geschlecht in kollektiven Strukturen spielt.
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17. Oktober

chic lit! young feminist writers

Referentinnen: Bettina Wilpert und Katherin Bryla
Lesung und Diskussion

Lesung der Leipziger Studentinnen des hiesigen Literaturinstituts Bettina Wilpert und Katherin Bryla. In der Reihe chic lit! young feminist writers werden sie dem Titel der Reihe alle Unehre machen und uns einen Einblick in ihr exquisites schriftstellerisches Schaffen gewĂ€hren. Das Publikum ist eingeladen, mit den KĂŒnstlerinnen ĂŒber ihre Arbeiten zu diskutieren und kann einen Einblick in die Umtriebe einer neuen Autorinnengeneration gewinnen.
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Auf dieser Seite aufgefĂŒhrt sind die Veranstaltungen, die in der MONAliesA mit der Übernahme der Bibliothek durch die neuen Betreiberinnen seit 2014 organisiert wurden. Wir sehen uns durchaus in einer Tradition von Veranstaltungen, die schon vorher unter frĂŒheren MONAliesA Frauen organisiert wurden. Diese findet ihr auf dem Blog (Startseite), aber nicht auf dieser Seite.