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Dann mach dich halt unsichtbar!

Europa und insbesondere Deutschland feiert sich gerne als fortschrittlich, tolerant und aufgeklärt. Sie fordert die Einhaltung der Menschenrechte und schmückt sich gerne mit quietschbunten CSD-Paraden als das Paradies der Geschlechtergerechtigkeit. Dass die Realität etwas anders aussieht, zeigt der Fall Samira Ghorbani Danesh.

Samira ist Iranerin und musste aus Teheran fliehen. Der Grund: Samira liebt Frauen. Im Gottesstaat steht auf homosexuelle Handlungen die Todesstrafe. Allein von 1979 bis 2009 wurden etwa 4000 Menschen auf Grund ihrer sexuellen Orientierung hingerichtet, meistens durch Steinigung. Doch das fechten das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und das Verwaltungsgericht Bayreuth nicht an. Sie lehnten den Asylantrag von Samira Ghorbani Danesh ab. Ihre Begründung: „Es gibt keine Hinweise darauf, dass die iranischen Behörden aggressiv gegen Homosexuelle vorgehen.“ Bei einer Rückkehr in den Iran habe Samira „bei entsprechend zurückhaltendem Lebenswandel, den alle Homosexuellen im Iran praktizieren, die unbehelligt leben wollen, keine Verfolgungsmaßnahmen zu befürchten.“ Ja, so einfach ist das.

Dank der öffentlichen Empörung über die richterliche Entscheidung darf Samira nun für ein Jahr in Deutschland bleiben. Jetzt bestehen „Nachfluchtgründe“, wie die JuristInnen sagen, weshalb die Behörden Samira nicht abschieben können.

Der Fall Samira Ghorbani Danesh erinnert an einem ähnlichen Vorfall vor zwei Jahren in Großbritannien. Die Iranerin Kiana Firouz floh ebenfalls aus dem Iran, weil sie Frauen liebt. Ihr Schicksal und ihren Kampf mit den britischen Behörden verarbeitete der iranische Regisseur Ramin Goudarzi-Nejad zu einem bewegenden Dokumentarfilm „Cul de Sac„.