Schlagwort-Archive: musik

ShePop!

Dass die Leistungen von Frauen im Musikbusiness noch nicht die Anerkennung finden, die sie eigentlich verdienen, pfeifen leider immer noch die Spatzen vom Dach. Das rock´npopmuseum in Gronau möchte dies (endlich) ändern und hat zusammen mit der Universität Oldenburg und Paderborn eine Ausstellung erarbeitet, die sich sämtlichen Bereiche widmet, in denen Frauen eine entscheidende Rolle eingenommen haben – sei es vor oder hinter der Bühne. Gezeigt werden berühmte Bühnenoutfits und Instrumente, sowie das Wirken von Produzentinnen, Songwriterinnen und Frauenlabels.

MONAliesA hat ebenfalls aus ihren queer-feministischen Archiv Exponate für diese längst überfällige Ausstellung bereitgestellt.

 

Die Ausstellung eröffnet am 1. März und ist bis 8. September 2013 zu sehen.

Zur Ausstellung erscheint der gleichnamige Katalog, der von Thomas Mania, Sonja Eismann, Christoph Jacke, Monika Bloss und Susanne Binas-Preisendörfer herausgegeben und demnächst auch in unserem Bestand zu finden sein wird.

20 Jahre Little Earthquakes

Vor 20 Jahren veröffentliche Tori Amos einer ihrer wichtigsten und großartigsten Platten: Little Earthquakes.

Nach ihrem ersten und doch recht unglücklichen Start als Musikerin mit dem Projekt Y Kant Tori Read, kehrte sie zu ihrem Klavier zurück und schrieb Musikgeschichte.
1992, als die Welt komplett dem Grunge-Fieber verfallen war, tauchte sie mit ihrem Bösendorfer auf und legte eine bis dato nicht dagewesene Karriere als Musikerin und Komponistin hin. Songs wie „Crucify“, „Winter“, „Silent all these years“ oder der Jahrtausendsong „Me and a Gun“ gehören heute zu ihren Klassikern und werden regelmäßig auf ihren inzwischen legendären Konzerten gespielt.

Doch nicht nur auf musikalischer Ebene betrat Tori Amos Neuland. Auch mit ihren Texten setzte sie neue Maßstäbe: Feminismus, Christentum, Patriarchat und weibliche Sexualität bilden bis heute ständige Themen auf ihren Alben. Unvergessen sind Textzeilen wie „Boy you best pray that I bleed real soon…“, „Look I´m standing naked before you, don´t you want more than my sex“ oder „give me life, give me pain, give me myself again“.

Zugegeben, hier schreibt ein glühender Tori-Amos-Fan und diese Platte sei allen empfohlen, die sich mit dem umfangreichen und komplexen Werk der rothaarigen Ausnahmekünstlerin beschäftigen wollen. Ein kleiner Einstieg sei hier gegeben, ansonsten kann man bei uns vorbeischauen und CDs sowie Bücher von Tori Amos ausleihen.

 

LaD.I.Y.fest Berlin

Heute startet das 4. LaD.I.Y.fest Berlin!

Vom 16.8. bis zum 19.8. finden wieder zahlreiche Workshops, Vorträge und Konzerte statt.

LaD.I.Y.fest Berlin ist ein unkommerzielles, ‘Do it yourself’ (D.I.Y.)-Festival. Es wird von feministischen Frauen/Lesben/Trans*/Genderqueer (flt*gq) Aktivist_innen, Künstler_innen und Musiker_innen auf freiwilliger Basis organisiert. Es bietet diversen Feminist_innen, die sich künstlerisch und politisch engagieren, einen Raum im Rahmen von Konzerten, Kunstausstellungen, Filmvorführungen, Diskussionen und Workshops ihre Fähigkeiten und Talente zu zeigen. Es ist ein Mitmach- und ein Gemeinschaftsfestival!

In Berlin greifen wir die Idee der ersten Ladyfeste, ‘die Präsenz von Frauen in der Kunst zu verstärken’, auf und versuchen sie außerhalb eines binären Geschlechtersystems weiterzuführen.

Feminism now!

Trauer um Chavela Vargas

Sie war die große Stimme Mexikos! Chavela Vargas‘ Gesang stand vielen sinnbildlich für die Stärke spanischer und lateinamerikanischer Frauen. Zu den Liedern, die heute jeder Mexikaner mitsingen kann, gehören La Llorona, Luz de Luna, Toda una Vida, Las simples cosas und Volver,volver.

Chavela Vargas wurde 1919 in Costa Rica geboren und ging bereits mit 17 Jahren nach Mexiko, wo sie mit Interpretationen der Lieder von José Alfredo Jiménez internationale Erfolge feierte. Vargas war mit zahlreichen Größen der mexikanischen Kultur befreundet, darunter mit der deutsch-mexikanischen Malerin Frida Kahlo.

In einer ihrer letzten Botschaften ließ sie die gesamte Welt wissen: „Ich werde nicht sterben, denn ich bin eine Schamanin, und wir sterben nicht, wir wirken weiter.“

Am vergangenen Sonntag verstarb Chavela Vargas im Alter von 93 Jahren in Mexiko.

Cut the World

Endlich, es ist soweit: Heute erscheint das neue Album von Antony Hegarty!

Cut the World ist ein Rückblick auf das bisherige Oeuvre des Ausnahmekünstlers. Hierfür hat Antony Hegarty Songs aus allen seinen Schaffenphasen mit einem Orchester neu eingespielt und zum Teil live aufgenommen. Hinzu kommen zwei neue Stücke: „Cut the World“, ein Song, den er für das Performance-Stück The Life and Death Of Marina Abramovic geschrieben hat, und die wunderbare Rede „Future Feminism„, die ebenfalls live bei einem Konzert aufgenommen wurde.

Alle, die bilsang nicht die Möglichkeit hatten Antony Hegarty live zu erleben (mich eingeschlossen), seien mit dieser großartigen Platte getröstet. Und für diejenigen, die das Werk von Antony Hegarty erst jetzt entdecken wollen, bietet dieses Album einen wunderbaren Einstieg. Und für alle, die Antony Hegarty sowieso lieben (mich eingeschlossen), ist Cut the World sowieso ein Muss!

Happy birthday Ferron

„I wanted to turn beautiful and serve eternity.“

Heute feiert die kanadische Folkmusikerin mit indianischen Wurzeln (Cree und Ojibwe) ihren sechzigsten Geburtstag!

Ferron zählt zu den wichtigsten weiblichen Folkgrößen und hat Musikerinnen wie Indigo Girls, Tori Amos oder Ani Die Franco beeinflusst.

Die im Jahr 1952 geborene Muskikerin lernte bereits mit elf Jahren Gitarre spielen. Ihr Debütalbum Ferron veröffentlichte sie 1977 auf ihren eigenem Label. Ihre darauf folgenden Platten Testimony und Shadows on a dime machten sie einem breiteren Publikum bekannt und wurden von der Kritikerpresse gefeiert.

Ferron ist nicht nur eine geniale Musikerin. Während ihrer Karriere veröffentliche sie auch zahlreiche Gedichtbände und gibt für Frauen regelmäßig in Three River, Michigan Schreibkurse (The Fen Peace and Poetry Camp for Women).

Leider hat die MONAliesA noch keine ihrer großartigen Platten im Bestand – ein Zustand, den wir zu ändern bemüht sind. Aber wir haben die wunderbare DVD Girl on a road, eine Mischung aus Lifeperformance und Biopic über Ferron, ihre Musik, Texte und ihre Erfahrungen mit den Major Labels der Plattenindustrie.

Und nun für alle, die sie lieben oder lieben lernen wollen: „…our purpose here“

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Brothers of Metal

MONAliesA ist auch dieses Jahr wieder dabei beim WGT in Leipzig. Auf alle Interessierten mit und ohne Festivalbändchen wartet am Samstag wieder ein genderkritischer Vortrag, der sich mit spezifischen Erscheinungen in der Musikwelt auseinandersetzt. Dieses Jahr: Heavy Metal!

Aggression, Gewalt und Hyper-Maskulinität sind Schlagworte, die wohl annähernd jedem ad hoc zum Musikgenre Heavy Metal einfallen. Dabei wird die Diversität der Metal-Szene häufig allzu leicht übersehen. Diese ist nicht nur musikalischer Natur, sondern drückt sich auch in Bezug auf textliche und visuelle Inhalte, Ästhetik und Performance aus.

Die Philologin (Skandinavistik und Anglistik) Imke von Helden wird uns in ihrer Präsentation Einblicke in die Inszenierungen und Paradoxa eines Musikgenres geben, in dem Make-Up und Machismo, Nietenarmband und Strumpfhosen oft näher beieinanderliegen, als gemeinhin angenommen wird.

In Rahmen des Wave Gothic Treffens:
Brothers of Metal? Gender, Ästhetik und Performance im Heavy Metal
Vortrag mit Imke von Helden
Uhrzeit: 16 Uhr; der Eintritt ist frei.