Schlagwort-Archive: Monaliesa

Mein Antrieb wäre, Welt zu machen.

2013, das weiß nicht nur der brave Leipziger, ist das Jahr der großen Jubiläen: Richard Wagner, Guiseppe Verdi und die sogenannte “Völkerschlacht”. Was für ein Dreiklang! Damit das allgemeine Testosteronlevel am Ende des Jahres nicht gänzlich aus dem Gleichgewicht zu geraten droht, will die Frauen- und Genderbibliothek MONAliesA mit einer ganzjährigen Veranstaltungsreihe auf ein ganz besonderes, ebenfalls dreifaches Jubiläum aufmerksam machen:

“Mein Antrieb wäre, Welt zu machen. – Zum 80. Geburtstag von Maxie Wander, Irmtraud Morgner und Brigitte Reimann”.

Im Zentrum stehen drei Schriftstellerinnen, die die(ost-)deutsche Literaturlandschaft der Nachkriegszeit ganz maßgeblich geprägt haben: Brigitte Reimann (1933–1973), Irmtraud Morgner (1933–1990) und Maxie Wander (1933–1977). Alle drei Autorinnen wurden im geschichtsträchtigen Jahr 1933 geboren und gehörten zu den bedeutendsten weiblichen Stimmen der DDR-Literatur, die einer breiten Öffentlichkeit heute jedoch kaum mehr bekannt sind.

groß - morgner_reimann_wander

2013 wären alle drei Schriftstellerinnen 80 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass präsentiert die Frauen- und Genderbibliothek MONAliesA e.V. zusammen mit zahlreichen KooperationspartnerInnen eine ganzjährige Veranstaltungsreihe, die sich Leben und Werk dieser drei Autorinnen widmet und damit auch eine Art literarische Wiederentdeckung befördern will.

Neben Lesungen Vorträgen und Diskussionen über die Autorinnen, ihr literarisches Wirken und ihr soziales Engagement sollen auch Dokumentationen sowie Literaturverfilmungen gezeigt werden. Umrahmt wird das Ganze von einer kleinen, sehr sehr feinen Fotoausstellung unter dem Titel „Frauenleben in der DDR“, die ab sofort in unserer Galerie zu sehen ist.

Auf unserer Terminseite und hier im Blog werden wir euch über den Ablauf der einzelnen Veranstaltungen genau auf dem Laufenden halten. Zudem haben wir eine kleine Sonderseite eingerichtet mit genaueren Infos zu den drei Jubilarinnen sowie zur Veranstaltungsreihe.

Wir freuen uns auf euren Besuch!

Freund_innentag in der MONAliesA

Der Kölner Frauengeschichtsverein hat vor zwei Jahren den Freundinnentag ins Leben gerufen, da es noch keinen Tag gab, der guten Freundinnen gewidmet ist. Dieser Tag kann Anlass sein, einer Freundin eine Freude zu machen, ihr eine Karte zu schreiben oder etwas gemeinsam zu unternehmen.

Gute Idee finden wir und laden ein zum

Freund_innenbrunch am 9. September von 11 bis 16 Uhr!

ab 11 Uhr lecker  Brunch*

ca. 13 Uhr Bibliotheksführung für alte und neue Freund_innen

ca. 14 Uhr die Mädchenarbeit stellt sich vor

ca. 15 Uhr Mediation. Konflikte umwandeln – Ulrike Schauer-Wystrik stellt sich vor

Herzlich willkommen sind all unsere Freund_innen und alle diejenigen, die es werden wollen.

* Wer will, kann gerne etwas mitbringen!

Praktikant_innen gesucht!

Die Frauen- und Genderbibliothek MONAliesA hat von September bis Ende Dezember 2012 maximal 2 Praktikant_innenplätze zu vergeben!

Aufgabenbereiche wären u. a.: Veranstaltungsmanagement, Öffentlichkeitsarbeit, Betreuung der Ausleihe und Mitarbeit in der Projektplanung. Darüber hinaus könnt Ihr sehr gerne eigene Wünsche und Ideen miteinbringen!

Auf Grund der aktuellen Fördersituation ist das Praktikum leider unentgeltlich.

Interessent_innen melden sich bitte per Mail an monaliesa(at)leipzigerinnen.de

Wir freuen uns auf Euch! 🙂

Mein Bauch gehört Tayyip Erdogan

Der Wolf zieht seinen Schafspelz aus.

Wie die internationale Frauenrechtsorganisation Women on Waves berichtet, hat die türkische Regierung den Vertrieb des Medikaments Misoprostol, das beim medikamentösen Schwangerschaftsabbruch eingesetzt wird, verboten.

Bereits im Mai bezeichnete der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan den Schwangerschaftsabbruch als Mord und versuchte eine gesetzliche Verschärfung des Rechts auf Schwangerschaftsabbruch durchzusetzen, die aber Dank internationaler Proteste abgewendet werden konnte.

Die Türkei ist nur ein Beispiel für die weltweite Verschärfung des Rechts auf Schwangerschaftsabbruch und damit auch des Rechts auf körperliche Selbstbestimmung der Frau.

MONAliesA machte bereits im Januar mit der Veranstaltungsreihe “Mein Bauch gehört mir! – oder doch nicht?!” auf die Entwicklung aufmerksam. Zu Gast waren neben Prof. Dr. Barbara Duden  und Prof. Dr. Ulrike Busch von pro familia die Mitarbeiterin der feministischen NGO Women on Waves Susan Davies. (Bild rechts)

Literatur über die Geschichte des Schwangerschaftsabbruchs sowie eine eigene kleine Ausstellung über den Kampf um den § 218 in den neuen Bundesländern nach der deutschen Wiedervereinigung können bei uns ausgeliehen werden. Anfragen per Mail an monaliesa@leipzigerinnen.de

Fleischmarkt

Laurie Penny ist 25 Jahre alt und zornig. Statt aber in Lethargie zu verfallen oder alles in sich reinzufressen, hat sie ihrer Wut Luft gemacht und eines der besten feministischen Manifeste der letzten Jahre geschrieben: „Fleischmarkt. Der weibliche Körper im Kapitalismus“.

Die britische Bloggerin und Aktivistin begnügt sich nicht damit, sich an akademischen Gender-Theorien und Quotendebatten zu beteiligen oder in gewohnter Selbstgenügsamkeit subkulturelle Gender-Praktiken zu analysieren. Ihr Buch geht weiter und gleichzeitig wieder zurück. Laurie Penny greift Themen auf, die genauso alt sind wie die feministische Bewegung selbst: Prostitution vs. Sexarbeit, Schönheitswahn, Pornografisierung des weiblichen Körpers, Ausbeutung der weiblichen Arbeitskraft oder die weibliche Selbstzerstörung durch Hungern.

Ihre Wut quillt nur so zwischen den einzelnen Worten hervor und es ist ein Hochgenuss dieses brillante Buch zu lesen. Herrlich polemisch und radikal geschrieben, Hedwig Dohm wäre stolz auf sie.

Laurie Penny: Fleischmarkt. Der weibliche Körper im Kapitalismus

ab sofort in der MONAliesA ausleihbar

“Wehe! Die Frauen wollen Männer werden”

Zum Abschluss der sehr erfolgreichen Reihe „Weiberplage“ oder „Der Geschlechterkampf von rechts“. Der moderne Antifeminismus in Deutschland soll an dieser Stelle mal ein großes Dankeschön an alle TeilnehmerInnen, BesucherInnen und natürlich auch alle HelferInnen rausgehen! Verbunden mit einer herzlichen Einladung zur heutigen Abendveranstaltung: Aufgrund der großen Nachfrage werden die Frauen des MONAliesA e.V. ihre erste selbstgestaltete szenische Lesung noch einmal auf die Bühne bringen und euch mit einem witzigen Schlagabtausch zwischen Hedwig Dohm, Eva Herman, Kristina Schröder und Alice Schwarzer unterhalten.

Hedwig Dohm zählt zu den bedeutendsten Vertreterinnen der Frauenbewegung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Mit viel Verve und spitzer Feder (“Wehe! Die Frauen wollen Männer werden”) plädierte sie in ihren Artikeln, Essays, Feuilletons, Novellen und Romanen für die Gleichberechtigung von Frau und Mann. Immer wieder erwies sie sich dabei als eine ausgesprochen scharfsinnige und rhetorisch brillante Autorin und Polemikerin, die ihrer Zeit oft weit voraus schien. Wie aktuell ihre Gedanken zum Antifeminismus heute noch sind, zeigt ein Treffen zwischen ihr und Eva Herman, Kristina Schröder sowie Alice Schwarzer.

„Aber ich soll ein wahres Weib sein?!“ – Hedwig Dohm trifft auf die (Anti-)Feministinnen von heute. Szenische Lesung von und mit den Frauen des MONAliesA e.V.
Beginn der Veranstaltung ist 19 Uhr; Eintritt läppische 2,- € gibt auch Kuchen…

An dieser Stelle auch schon mal ein kleiner Hinweis auf unsere morgige Veranstaltung zu “Gender, Ästhetik und Performance im Heavy Metal” (→ Termine): Es wird bestimmt ein paar lustige Videos zu sehen geben, hihi (mehr dazu auch morgen hier im Blog) 😉

Ad fontes, Ladiez!

„Die Geschichte aller Zeiten, und die heutige ganz besonders, lehrt: dass diejenigen, welche selbst an ihre Rechte  zu denken vergessen, auch vergessen wurden.“

Dieses Zitat von Louise Otto Peters, der bedeutenden Frauenrechtlerin aus Leipzig, lässt sich ohne Weiteres auch auf das allgemeine Feld der weiblichen Erinnerungs- und Geschichtskultur übertragen: „Die Geschichte aller Zeiten, und die heutige ganz besonders, lehrt: dass diejenigen, welche selbst an ihre Geschichte zu denken vergessen, auch vergessen wurden.“ Diesen Umstand haben bereits die Kämpferinnen der Frauenbewegung des 19. und 20. Jahrhunderts erkannt und ihre eigenen Archive und Sammlungen begründet. Entstanden ist eine breite und vielfältige Frauenarchivlandschaft mit wertvollen Schätzen der Frauenbewegung.

Auch heute ist es wichtig feministische Gruppen und deren Aktivitäten zu dokumentieren. Warum, das zeigt ein Video, das zwar mehr auf die Occupy-Bewegung gemünzt ist, aber durchaus auf die heutige queer-feministische Bewegung übertragbar ist:

[vimeo 41009024 w=500 h=369]



Also Ladiez: Verantwortung – Selbstbestimmung – Forschung – Austausch – Kontinuität:

MONAliesA plant zurzeit den Aufbau eines queer-feministischen Archivs, das die vielfältigen Strömungen gegenwärtiger frauen-/queerpolitischer Bewegungen so dicht und umfassend wie möglich dokumentieren und archivieren soll. Seien Sie dabei und unterstützen Sie uns! Wir sammeln:
Plakate, Flyer, Fotos, Protokolle, Bilder, (fremdsprachige) Fan-Zines, Aufnäher, studentische Arbeiten, Radiosendungen, Konzertmitschnitte etc.etc. etc. …

Weitere Informationen →hier.