Schlagwort-Archive: Mädchenarbeit

Antifeministisches Streichkonzert

Feminist solidarity now!

Letztes Wochenende trafen sich in Leipzig die unter dem i.d.a-Dachverband organisierten deutschsprachigen Frauen-/Lesbenarchive, -bibliotheken und -dokumentationsstellen. Dieses jährlich stattfindende Treffen dient nicht nur dem fachlichen Austausch und der Vernetzung. Das Treffen zeigt vor allem auch die Vielfalt und das unermesslich reiche Erbe der Frauenbewegungen im deutschsprachigen Raum. Und genau dieser Reichtum, diese Vielfalt drohen nun verloren zu gehen – und daran haben auch (leider) Frauen ihren Anteil!

Archiv Frau und Musik

In Frankfurt/Main sitzt ein weltweit einzigartiges Archiv: das Archiv Frau und Musik. Es beherbergt ca. 20.000 Medieneinheiten und stellt damit das umfangreichste internationale Komponistinnen-Archiv dar. Neben Kompositionen und sonstigen künstlerischen Nachlässen musikschaffender Frauen werden Sekundärliteratur, Hochschulschriften, Presseveröffentlichungen sowie graue Literatur, wie zum Beispiel Konzertprogramme, gesammelt.

Diese Schatzkammer, deren ältesten Quellenbestände bis in das 9. Jahrhundert (!) zurückreichen, ist akut von der Schließung bedroht! Die Bankenstadt Frankfurt/Main hat für 2014 alle bisherigen Fördermittel für das Archiv gestrichen. Während das Land Hessen bereit ist das Archiv weiter finanziell zu fördern, bleibt Frankfurt/Main hart. Falls keine Einigung erzielt wird, droht die Schließung!!

Die Frauen vom Archiv Frau und Musik benötigen dringend Unterstützung! Hier geht es zur Online-Petition.

FrauenMediaTurm

Bereits im Frühjahr 2013 schlugen die medialen Wellen hoch: Die frisch gewählte weibliche Doppelspitze von Nordrhein-Westfalen (Rot-Grün wohlgemerkt) kürzte rückwirkend (!) die Fördermittel für den FrauenMediaTurm (FMT) um satte 140.000 €. Die an Zynismus kaum zu überbietende Begründung lautete damals: „Mit der Förderentscheidung der damaligen Landesregierung (unter Rüttgers) wurde davon ausgegangen, dass sich auch der Bund mit einem gleich hohen Betrag an der Förderung des FMT beteiligt. (…) Damals wurde von einer jeweils hälftigen Finanzierung zwischen Bund und Land ausgegangen. (…) Ich hoffe, dass es Ihnen gelingen wird, die immer intendierte komplementäre Finanzierung Ihres FrauenMediaTurms mit Hilfe von Bund, Land und Drittmitteln erfolgreich zu gewährleisten.“ Liebe Frau Kraft: Wie sollen denn bitte Drittmittel langfristig eingeworben werden, wenn die Einrichtung um ihre Existenz kämpft und nicht mal die Stromrechnung bezahlen kann? Für Drittmittelakquise braucht es Personal und Zeit – beides sind Ressourcen, die in Frauen-/Lesbenarchive und -bibliotheken kaum noch anzutreffen sind.

Und nun streicht die Landesregierung unter der Federführung von Hannelore Kraft die letzten Fördermittel in Höhe von 70.000 €. Würde der Bund den FMT nicht mit 150.000 € fördern und der Vorstand mit enormen Einsatz Drittmittel einwerben – der FrauenMediaTurm müsste seine Pforten schließen. Die Verhandlungen mit dem Bund laufen – Ausgang ungewiss.

Und wir, MONAliesA?

Auch unsere finanzielle Sitaution ist prekär und äußerst unsicher. Jährlich müssen neue Förderanträge eingereicht werden, hinzu kommen mehrere Projektanträge für Drittmittel. Während wir für die Frauen-/Gendbibliothek vorsichtig hoffen, bangen wir derzeit um unsere feministische Mädchenarbeit.

Derzeit plant die Sadt Leipzig im Bereich der freien Trägern eine Mittelkürzung um 50%!! Anders ausgedrückt: Bis zu 10 Einrichtungen droht die Schließung! Wen es betreffen wird, weiß im Moment niemand. Nur eines scheint klar zu sein: Kinder- und Jugendarbeit scheint in dieser Stadt keine Priorität zu haben.

Es ist vielen Trägern schon in den letzten Jahren nur durch Leistungsreduzierungen möglich gewesen, tarifliche Steigerungen im Personalbereich und Mehrbelastungen aufgrund höherer Betriebskosten abzufedern. Unsere Mitarbeiterinnen in der Mädchenarbeit sind hochqualifizierte Sozialpädagoginnen, die mit ihren 20 bis 26 Stundenwochen und viel Engagement in Form von (unbezahlten) Überstunden die große Nachfrage nach feministischer Jugendarbeit mit Mädchen in Leipzig abdecken können.

Ob und in welchem Umfang die Mädchenarbeit gestrichen wird, können wir im Moment nicht sagen. Dennoch sind Solidarität und Protest gefragt, denn der drohende Kahlschlag in der Kinder- und Jugendhilfe ist nicht hinnehmbar! Weitere Infos über die skandalösen Kürzungen und Möglichkeiten des Protests findet ihr hier.

 

Oktoberprogramm der Mädchenarbeit

Die Kolleginnen von der Mädchenarbeit halten für Euch im Oktober folgende Angebote bereit:

10. Oktober: offener Treff 14-18 Uhr

Liebes Tagebuch, Teil 1

Den Kopf voller Schmetterlinge bunter Ideen oder fantasievoller Gedanken und ein leeres Blatt Papier? Wir basteln mit Euch Euer ganz persönliches Tagebuch und unterstützen Euch dabei, Euren allerersten Text zu schreiben.

 

17. Oktober: offener Treff 14-18 Uhr

Liebes Tagebuch, Teil 2

gemeinsam begeben wir uns auf die Spuren von „Freedom Writers“ und Anne Frank, die sich mit ihren Tagebüchern in die Herzen der Menschen geschrieben haben.

 

Ess O Ess – Mädchenübernachtung

23.10. 16 Uhr – 24.10. 13 Uhr

Bin ich zu dick? Bin ich zu dünn? Wieviel Zucker ist in Bubbletea? Ist McDonalds gesund? Kann Sport Spaß machen? … Falls Ihr Euch diese Fragen auch schon mal gestellt habt, seid Ihr hier genau richtig! Bei dieser Mädchenübernachtung klären wir Euch auf über gesunde Ernährung und über (falsche) Wahrheiten rund ums Thema Essen, Gesundheit, Schönheit und Sport. Wir kochen gemeinsam etwas leckeres und gesundes, entspannen und werden gemeinsam aktiv.

Anmeldung erforderlich! Es können auch Mädchen teilnehmen, die nicht übernachten möchten.

 

PaperFashion// Medienprojekt für Mädchen zwischen 10 und 15 Jahren

31.10.-03.11.2012, je 9-17 Uhr

Mädels aufgepasst! Dreht mit MONAliesA und dem SAEK Leipzig euren eigenen Modewerbespot. Eine Designerin zeigt Euch, wie man aus Papier stylische Kleidungsstücke designen kann, bevor es mit Kamera und Mikro an die Videoarbeit geht.

Kosten: 20€ pro Teilnehmerin

Anmeldung bis 17.10.2012 unter 0341/5194363

Ort: SAEK Leipzig, Rosa-Luxemburg-Str. 29, 04103 Leipzig

Aktuelle Angebote unserer Mädchenarbeit

Diese Woche bietet der Offene Treff der Mädchenarbeit Folgendes an:

08. August, 14 bis 18 Uhr: Besuch der Ausstellung „Mit 17…Jung sein in Deutschland“

Gemeinsam mit Euch wollen wir uns die Ausstellung im Zeitgenössischem Forum ansehen. Dabei wird es viel zu entdecken geben und wir wollen von Euch wissen, wie Jung sein heute eigentlich so ist.

09. August, 14 bis 18 Uhr: „Ein Ort für meine Gedanken“

Die Jugend ist eine aufregende Zeit, die hin und wieder aber auch ganz schön verwirrt. Verwirrung will sortiert werden. Dazu kann Schreiben ein Mittel sein. Wir basteln mit Euch Euer persönliches Tagebuch, dem ihr alle Eure Gedanken anvertrauen könnt.

Kontakt:

Shalimar Klee

Tel.: 0341 / 3065260

Mail: maedchenatmonaliesa.de