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Fleischmarkt. Weibliche Körper im Kapitalismus

Mit »Fleischmarkt. Weibliche Körper im Kapitalismus« trifft Laurie Penny, Star der britischen Bloggerszene, den Nerv der Zeit. Sie seziert eine verrückte Welt voller Heidi Klums und feuchter Schoßgebete: Sie wehrt sich gegen eine Kultur, die besessen ist von der Kontrolle über den weiblichen Körper und von Darstellungen unwirklicher weiblicher Schönheit überquillt; sie wundert sich über die Schizophrenie einer Öffentlichkeit, die jungen Frauen in allen Lebenslagen größtmögliche Sexyness abverlangt und gleichzeitig magersüchtigen Starlets, schwangeren Teenagern und Mädchen/Frauen, die ihre Sexualität tatsächlich leben, mit Verachtung begegnet. All das betrachtet Laurie Penny mit Scharfsinn, Witz und Kampfgeist.

In der ZEIT schwärmte Marie Schmidt von dieser »starke(n) Ermutigung für einen jungen, lebendigen Feminismus«: »Es muss endlich ein Ende haben mit Heidi Klum und der Dressur des weiblichen Körpers. Es ist befreiend, Laurie Penny zu lesen (…) Ihr Buch ist eine starke Ermutigung für einen jungen, lebendigen Feminismus.«

Laurie Penny ist Journalistin, Autorin, Bloggerin, Feministin, Sozialistin, Utopistin, Querulantin und Unruhestifterin. Sie lebt in London und New York und versucht, die Welt in Ordnung zu bringen. Sie trinkt zu viel Tee und hat noch immer nicht das Rauchen aufgegeben. Schreibt regelmäßig für den New Statesman, den Guardian den Independent und für ihren Blog.

Vortrag und Diskussion mit Laurie Penny herself

Termin: Do, 18.10.2012 um 19 Uhr

Eintritt: 4,- bzw. 2,- €

Schön! Stark! Frei! …

… Wie Lesben in der Presse (nicht) dargestellt werden

Mit diesem interessanten Vortrag melden wir uns nun auch offiziell aus der Sommerpause zurück:

Frauen, die lesbisch leben, sind im Alltag sehr präsent. Doch während sich ganze TV-Serien um sie drehen, kommen sie in der Presse noch kaum vor. Die Journalistin und Kommunikationswissenschaftlerin Elke Amberg hat nun Tageszeitungen unter die Lupe genommen. Sie analysierte die Berichterstattung zur lesbisch-schwulen Gleichstellungspolitik sowie rund um das alljährliche Szene-Event Christopher-Street-Day. Ergebnis: Schwule Männer dominieren die Berichterstattung. Ambergs Studie liefert jetzt erstmals Zahlen und Fakten zur bisher nur gefühlten “Leerstelle Lesben”, analysiert die wenigen, oftmals verzerrenden Darstellungen lesbischer Frauen und erhellt die Gründe, warum Lesben im öffentlichen Diskurs nach wie vor unsichtbar sind.

Vortrag und Diskussion im Rahmen des Leipziger Lesbentreffen 2012
Mit Elke Amberg

Mittwoch 17.10.2012, 19:00 Uhr

Eintritt: 4,-/2,- €
ACHTUNG: Am 18.10. kommt Laurie Penny in die MONAliesA!!!

Akin, Assange und Co

In dieser Woche sorgten die Äußerungen des US-Republikaners Akin über „richtige Vergewaltigungen“ für einen Sturm der Entrüstung. Todd Akin hatte in einem Interview gesagt, dass Schwangerschaften nach Vergewaltigungen „eher selten“ seien, weil sich der Körper einer Frau nach einer „wirklichen Vergewaltigung“ gegen eine Schwangerschaft wehre.

Dies ist nur ein (!) Beispiel für Vergewaltigungsmythen, die in unserer Gesellschaft noch immer weit verbreitet sind. MONAliesA hat diesem Thema im April eine ganze Veranstaltungsreihe gewidmet mit dem provokanten, aber doch vielsagendem Titel: „Für die Frau war es eine Vergewaltigung, für mich nicht.“ Es ist weitherin unser Anliegen das Thema sexualisierte Gewalt in der Öffentlichkeit präsent zu halten und unter einer feministisch-kritischen Perspektive zu diskutieren.

Aus diesem Grund möchten wir an dieser Stelle auf den aktuellen Blogeintrag der britischen Feministin Laurie Penny (→ Fleischmarkt) verweisen. Darin schreibt sie sehr eindrücklich über ihre eigene Vergewaltigung und kritisiert die Assange-AnhängerInnen, die Meinungsfreiheit gegen Frauenrechte aufwiegen wollen. Pennys Fazit: „Es ist nicht nur möglich, beides zu verteidigen: Frauenrechte und Meinungsfreiheit. Es ist moralisch unvertretbar, das eine ohne das andere zu tun.“

Fleischmarkt

Laurie Penny ist 25 Jahre alt und zornig. Statt aber in Lethargie zu verfallen oder alles in sich reinzufressen, hat sie ihrer Wut Luft gemacht und eines der besten feministischen Manifeste der letzten Jahre geschrieben: „Fleischmarkt. Der weibliche Körper im Kapitalismus“.

Die britische Bloggerin und Aktivistin begnügt sich nicht damit, sich an akademischen Gender-Theorien und Quotendebatten zu beteiligen oder in gewohnter Selbstgenügsamkeit subkulturelle Gender-Praktiken zu analysieren. Ihr Buch geht weiter und gleichzeitig wieder zurück. Laurie Penny greift Themen auf, die genauso alt sind wie die feministische Bewegung selbst: Prostitution vs. Sexarbeit, Schönheitswahn, Pornografisierung des weiblichen Körpers, Ausbeutung der weiblichen Arbeitskraft oder die weibliche Selbstzerstörung durch Hungern.

Ihre Wut quillt nur so zwischen den einzelnen Worten hervor und es ist ein Hochgenuss dieses brillante Buch zu lesen. Herrlich polemisch und radikal geschrieben, Hedwig Dohm wäre stolz auf sie.

Laurie Penny: Fleischmarkt. Der weibliche Körper im Kapitalismus

ab sofort in der MONAliesA ausleihbar