Schlagwort-Archive: gender

i.d.a. kommt zu Besuch!

Vom 18.10 bis zum 20.10.2013 sind wir Gastgeberin des 30. Treffens des i.d.a. Dachverbandes deutschsprachiger Frauen-/Lesbenarchive, -bibliotheken und -dokumentationstellen.

Wir erwarten Gäste aus Luxemburg, Schweiz, Österreich und Südtirol! Eröffnet wird das Jubiläumstreffen am 18.10. um 14 Uhr in Haus Steinstraße mit einem Vortrag zum Thema „Teaching Gender in Libraries and Archives: The Power of Information“. Sara de Jong und Sanne Koevoets sprechen über die historischen Zusammenhänge zwischen Frauenarchiven und -bibliotheken und der Frauen-/Genderforschung. Zugleich wird auch der Blick auf die Gegenwart gerichtet und gefragt, vor welchen Herausforderungen Frauen-/Lesbenarchive und -bibliotheken mit Blick auf die Digitalisierung feministischen Aktivismen stehen.

Der Dachverband deutschsprachiger Frauen/ Lesbenarchive, -bibliotheken und -dokumentationsstellen, schließt seit 1994 Einrichtungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen. Er dient der Vernetzung, dem regelmäßigen fachlichen und persönlichen Austausch, der Weiterqualifikation sowie gemeinsamer überregionaler Öffentlichkeitsarbeit. Insbesondere bemüht sich der Dachverband darum, politische und finanzielle Unterstützung für die finanziell nicht abgesicherten Frauenbibliotheken und -archive zu organisieren.

Sing us a song, piano woman

Das gängige Bild eines weiblichen Fans lautet ungefähr so: Sie steht kreischend und hysterisch vorm Hotel oder der Konzertbühne, hält selbstbemalte Pappen mit Herzchen hoch und ist beim Anblick des meist männlichen Musikers kaum noch zu bändigen. Sie würden alles tun, um ihr männliches Idol einmal zu treffen und sie geben ihr komplettes Taschengeld für Merchandise aus.

Dieses Klischee ist so alt wie die Popkultur selbst: angefangen von der „Beatlermania“ über die Boygroups der 1990er bis hin zum „Bieber-Fever“ in unserer Zeit. Es wird von der Musikindustrie fleißig gepflegt, verpsricht dies doch Umsätze in Milliardenhöhe. Auch die Musikjournalist_innen leisten ihren Beitrag: weibliche Fans werden entweder als Groupies oder Fanatikerinnen abgestempelt. Seriöse Beiträge oder gar Untrersuchungen über weibliche Fans jeneseits des beschriebenen Stereotyps sind sehr rar.

Um so wertvoller ist die von Adrienne Trier-Bieniek vorgelegte Studie „Sing us a Song, Piano Woman. Female Fans and the Music of Tori Amos“. Dieses Buch leistet einen fundamentalen Beitrag zu unserem Verständnis von weiblicher Fan-Kultur, das Verhältnis zwischen feministischer Musik und feministischen Aktivismus und wie feministische Musikerinnen gängige Stereotypen in der Popkultur negieren bzw. herausfordern.

Der Auslöser sich mit weiblicher Fankultur und der heilenden Wirkung von Musik am Beispiel der Fangemeinde von Tori Amos zu beschäftigen war der Amoklauf der Virginia Tech in Blacksburg (Virginia) im Jahr 2007. Die Autorin: „I had about a month of experiencing that sense of loss with people who also had experienced it, then I was yanked out of there. I was looking for some way to help me deal with this big sense of loss.“  Sie fand ihre Heilung in den Alben The Beekeeper und American Doll Posse von Tori Amos.

Dass Trier-Bieniek mit ihrer Erfahrung nicht allein ist, zeigen die zahlreichen  und zum Teil auch bewegenden Ausschnitte aus den zahlreichen Inrerviews mit Fans von Tori Amos.

Hier ein paar Beispiele:

These songs are not about break-ups and make-ups…. They´re about the things that go on in a woman heart. […] They´re about the breaking down the patriarchy within relationships and the idea of women claiming their own power.“ (S. 20)

I was molested when I was little by my mom´s best friend´s son. […] But Tori, it´s definitely helped me, just her music.“ (S. 71)

Die Fans schätzen Tori Amos nicht nur, weil sie in ihren Texten die Erfahrungen von Frauen im Mittelpunkt stellt. Eine Mehrheit der befragten Frauen identifiziert sich auch mit Toris feministischen Anliegen: „Like a lot of songs are feminist and I feel like a lot of her songs, something like „Winter“ or the Little Earthquakes album in general….“ (S. 41)

Adrienne Trier-Bieniek ist ein wundervolles Buch gelungen, das sich trotz englischer Sprache leicht lesen lässt. Dieses Buch ist nicht nur etwas für Tori Amos-Fans, sonder für alle, die sich mit Feminismus, Musik und Pop-Kultur beschäftigen.

Und zum Abschluss noch einer meiner absoluten Favoriten von Tori Amos:

http://www.youtube.com/watch?v=lCpOAXIgF9U

WGT 2013: Women and the Horrors

Auch dieses Jahr ist MONAliesA wieder mit einem Vortrag auf dem WGT vertreten: In alter Tradition sollen Geschlechterstereotype in den verschiedenen Spektren der dunklen Pop- und Subkulturen aufgedeckt und hinterfragt werden.

Dieses Jahr geht es um die Repräsentation von Frauen in den populären US- und Asia-Horror-Movies. Gender und seine vielfältigen Schrecken waren schon immer ein zentraler Aspekt des Horrorfilmgenres. Was jedoch in den USA und in Europa erst eine Randerscheinung war, sucht inzwischen auch dort in Scharen die Kinos heim: geisterhafte, zumeist weibliche Gestalten mit langem, ins Gesicht hängendem Haar und finsteren Absichten. Remakes der modernen asiatischen Klassiker haben sich, seit 2002 die erfolgreiche Neuverfilmung von “Ringu” anlief, längst als fester Bestandteil des westlichen Horrorkanons etabliert.
Aber was genau macht Sadako, Kayako & Co. so besonders und was unterscheidet sie von den üblichen Verdächtigen, wie Michael Myers und Freddy Krueger? Wie behandelt die amerikanische und die asiatische Filmindustrie klassische Gender-Horrorthemen, wie den Slasher, die rächenden Untoten und Reproduktionsgrusel? Wie wird Geschlechtszugehörigkeit in den einzelnen Filmen verhandelt, wo setzt der (Body-)Horror an und welche Veränderungen unterlaufen Frauen und Männer der Asian Classics in den amerikanischen Remakes? Wer stirbt, wer überlebt und was bleibt von ihnen übrig?

Referentin ist Britta Meyer, die Veranstaltung beginnt um 16 Uhr.

LaD.I.Y.fest Berlin

Heute startet das 4. LaD.I.Y.fest Berlin!

Vom 16.8. bis zum 19.8. finden wieder zahlreiche Workshops, Vorträge und Konzerte statt.

LaD.I.Y.fest Berlin ist ein unkommerzielles, ‘Do it yourself’ (D.I.Y.)-Festival. Es wird von feministischen Frauen/Lesben/Trans*/Genderqueer (flt*gq) Aktivist_innen, Künstler_innen und Musiker_innen auf freiwilliger Basis organisiert. Es bietet diversen Feminist_innen, die sich künstlerisch und politisch engagieren, einen Raum im Rahmen von Konzerten, Kunstausstellungen, Filmvorführungen, Diskussionen und Workshops ihre Fähigkeiten und Talente zu zeigen. Es ist ein Mitmach- und ein Gemeinschaftsfestival!

In Berlin greifen wir die Idee der ersten Ladyfeste, ‘die Präsenz von Frauen in der Kunst zu verstärken’, auf und versuchen sie außerhalb eines binären Geschlechtersystems weiterzuführen.

Feminism now!

Cut the World

Endlich, es ist soweit: Heute erscheint das neue Album von Antony Hegarty!

Cut the World ist ein Rückblick auf das bisherige Oeuvre des Ausnahmekünstlers. Hierfür hat Antony Hegarty Songs aus allen seinen Schaffenphasen mit einem Orchester neu eingespielt und zum Teil live aufgenommen. Hinzu kommen zwei neue Stücke: „Cut the World“, ein Song, den er für das Performance-Stück The Life and Death Of Marina Abramovic geschrieben hat, und die wunderbare Rede „Future Feminism„, die ebenfalls live bei einem Konzert aufgenommen wurde.

Alle, die bilsang nicht die Möglichkeit hatten Antony Hegarty live zu erleben (mich eingeschlossen), seien mit dieser großartigen Platte getröstet. Und für diejenigen, die das Werk von Antony Hegarty erst jetzt entdecken wollen, bietet dieses Album einen wunderbaren Einstieg. Und für alle, die Antony Hegarty sowieso lieben (mich eingeschlossen), ist Cut the World sowieso ein Muss!

Feministischer Pin-up Kalender 2013

Heute um 19 Uhr startet in Neukoniakow (Merseburger Str. 17) die offizezielle Release-Party des feministischen Pin-up Kalenders RainerMaria!

Dieser Kalender zeigt die Resultate einer gemeinsamen, lustvollen Auseinandersetzung mit Geschlecht, Körper und Sexualität sowie den gesellschaftlichen Zuschreibungen und Anrufungen die damit einhergehen. Ideologiekritik am eigenen Leib, also.
Ein Bilderkanon aus ganz eigenen Positionen und Wahrheiten in Bezug auf den Geschlechterwahnsinn, performt und inszeniert in Bildern, die sich an das stereotype Format des Pin- up Kalenders richten und ihn und seine Betrachter_Innen auffordern, die Konfektion zu ändern.

Wer es heute nicht zur Party schafft, sich aber unbedingt einen kaufen will, kann diesen auch bei uns in der MONAliesA erwerben!

Queer-Theorie und ihre Praxis

Im Rahmen des CSD 2012 sei auf die folgende Veranstaltung verwiesen, bei der MONAliesA mit auf dem Podium sitzen wird:

Fishbowl-Diskussion

Queer, Gender, Emanzipation – was hat das mit mir zu tun? Über gesellschaftliche Normierungen, festgefahrene (Geschlechts-)Identitäten und wie wir Theorie und Praxis zusammen bringen können.

Wir leben in einer Gesellschaft, die oft findet, dass es langsam gut sei mit dem Projekt der (feministischen) Emanzipation und die sich für ihre Gleichberechtigung der Geschlechter auf die Schulter klopft. Doch wie sehr ist das selbstbestimmte Leben fernab von vorgegebenen Identitäten letztlich Illusion? In welchem Maße schränkt jede*n von uns die „natürliche“ Gegebenheit von weiblichen Menschen, die so sind und männlichen Menschen, die so sind, ein – auch fernab von offensichtlicher Diskriminierung?

In der Politik, der Bildung und Medien gelangt die Debatte über die Bedeutung von „Geschlecht“ selten über die Frage nach Frauen in Aufsichtsräten oder noch viel zu häufig auftretender Homophobie hinaus. An Universitäten oder kleinen Zirkeln politisch Engagierter wird dagegen „queer“ als Gegenstrategie zu gesellschaftlicher Normierung erprobt und untersucht. Ist diese Kritik an fixierten Identitäten irrelvant für unser alltägliches Leben oder sind wir und die Hauptsozialisationsinstanzen einfach nicht ausreichend sensibilisiert für die vielfachen Restriktionen, die aus dem verlangten Einordnen in eine (Geschlechts-) Identität resultieren?

In einer Fishbowl-Diskussion wollen wir herausfinden wie die Theorie der Elfenbeintürme und die gesellschaftliche Praxis in Politik, Schulen und Medien zueinander finden können bzw. ob das überhaupt notwendig ist.

19 Uhr, Raum 202 / Neues Seminargebäude des Campus Augustusplatz der Universität Leipzig

Porno statt PorNo?!

Hinweis auf eine Veranstaltung der Initiative für Sexualität und Gesellschaft:

19.6.2012, 20.00 in der Bäckerei

Politisch korrekt, aber ansonsten …? Über die Tauglichkeit alternativer Pornographie (Vortrag mit Filmauszügen)

Dass zur heteronormativen Pornographie, wie sie allgegenwärtig ist, frauenverachtende Klischees regelrecht als Stilmerkmale gehören, ist seit der 2. Frauenbewegung eine gängige These. In der Veranstaltung wollen wir, auch anhand von Filmbeispielen, untersuchen, welche Alternativen zu diesem Ausgangspunkt PornographInnen in den letzten Jahren geboten haben. Schleichen sich, bei allem guten Willen zur Frauenfreundlichkeit, nicht über die Hintertür wieder die alten Vorstellungen davon ein, wie Frauen und Männer zu lieben und wie sie dabei auszusehen haben? Und wo bleibt währenddessen die Lust, die nun einmal von der patriarchalen und heteronormen Gesellschaft konstituiert ist? Zugespitzt: Sind klassische Pornos sexistisch, aber geil, und alternative pc, aber langweilig?

Referentin: Korinna Linkerhand

Wer sich über dieses Thema genauer informieren möchte, findet bei uns zum Beispiel folgende Bücher im Repertoire:

Sabine Lüdtke-Pilger: Porno statt PorNo!

Erika Lust: X – Porno für Frauen

Brothers of Metal

MONAliesA ist auch dieses Jahr wieder dabei beim WGT in Leipzig. Auf alle Interessierten mit und ohne Festivalbändchen wartet am Samstag wieder ein genderkritischer Vortrag, der sich mit spezifischen Erscheinungen in der Musikwelt auseinandersetzt. Dieses Jahr: Heavy Metal!

Aggression, Gewalt und Hyper-Maskulinität sind Schlagworte, die wohl annähernd jedem ad hoc zum Musikgenre Heavy Metal einfallen. Dabei wird die Diversität der Metal-Szene häufig allzu leicht übersehen. Diese ist nicht nur musikalischer Natur, sondern drückt sich auch in Bezug auf textliche und visuelle Inhalte, Ästhetik und Performance aus.

Die Philologin (Skandinavistik und Anglistik) Imke von Helden wird uns in ihrer Präsentation Einblicke in die Inszenierungen und Paradoxa eines Musikgenres geben, in dem Make-Up und Machismo, Nietenarmband und Strumpfhosen oft näher beieinanderliegen, als gemeinhin angenommen wird.

In Rahmen des Wave Gothic Treffens:
Brothers of Metal? Gender, Ästhetik und Performance im Heavy Metal
Vortrag mit Imke von Helden
Uhrzeit: 16 Uhr; der Eintritt ist frei.