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Die Preziöse ist da!

Die deutschsprachige feministische Presselandschaft ist um ein Magazin reicher, denn Die Preziöse ist da!

Alles begann mit einer Idee von drei Frauen, die eine Zeitschrift  für die anspruchsvolle queere Frau herausbringen wollten. Doch wie umsetzen? Ganz einfach sie gründeten ein Start-Up-Unternehmen namens Freilenzer-Verlag und starteten eine Crowdfunding-Kampagne. Und siehe da, das Geld kam zusammen.

Nun liegt endlich die erste Ausgabe in allen Bahnhofsbuchandlungen aus. Und die kann sich in der Tat sehen lassen. Oberstes Credo der Herausgeberinnen ist Qualität gepaart mit thematischer Vielfalt: „Wir glauben daran, dass man nur der Vielfalt des modernen Lebens gerecht werden kann, wenn man sich ihrer nicht verschließt und seinen Horizont konstant erweitert.“ Dieser begrüßenswerte Anspruch spiegelt sich in der ersten Ausgabe wieder. Die Themen reichen von Asexualität über Körperbehaarung bis hin zum Frauenfußball. Sogar ein Horoskop ist dabei!

Irmtraud Morgner meinte einmal, der größte Fehler von Frauen sei ihr Mangel an Größenwahn. Dies trifft auf die Preziöse-Macherinnen definitiv nicht zu. In Zeiten sinkender Printauflagen und Zeitungssterben sind sie größenwahnsinnig genug ein feminitisch-queeres Magazin herauszubringen, das sich dem Mainstream und einem Eliten-Nischen-Dasein verweigert und obendrein auch noch Vielfalt, Qualität, Seriosität und Authentizität bieten möchte. Chapeau!

Wer sich den Heftpreis von 5€ nicht leisten kann oder will, kann gerne bei uns in der Bibliothek in der Ausgabe blättern! 🙂

Feminist Press Part 2

Neben den im ersten Teil vorgestellten aufrührerischen jungen Projekten mit (noch?!) überschaubarem LeserInnenkreis, erscheinen im deutschsprachigen Raum auch einige größer angelegte Blätter mit feministischer Orientierung:

Seit 2008 berichtet das Missy Magazine viermal im Jahr für (junge) Frauen über Popkultur, Politik und Style. Humorvoll und mit feministischer Grundhaltung erfährt frau Neues über KünstlerInnen, Aktivistinnen, Kochen, Klamotten, queere Pornografie, Abtreibung etc.

Die an.schläge gibt es seit fast dreißig Jahren als einziges feministisches Monatsmagazin im deutschen Sprachraum. Aus dem politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Geschehen werden darin auch Themen beleuchtet, die ansonsten weniger vorkommen, wie sozialer Protest, Entwicklungen der neuen Arbeitswelt, kritische Analysen wissenschaftlicher Diskurse und upcoming female artists.

Besonders um interkulturelles Verständnis geht es der Gazelle, einem eigenfinanzierten multikulturellen Magazin für die Frau von heute. Sie setzt sich halbjährlich mit den spezifischen Bedürfnissen von im Deutschsprachigen lebenden Frauen auseinander, mit Reportagen und Berichten über Mode, Lifestyle, Gesundheit, Karriere, Familie, Leben in Deutschland, Ausland, Persönlichkeiten u. a.

Als vierteljährlich erscheinendes politisches Magazin von Frauen ist die EMMA die älteste und bekannteste der hier vorgestellten Zeitschriften. Seit 1977 schreiben Chefredakteurin Alice Schwarzer und ihr Team feministisch-kritisch über Themen aus allen Lebensbereichen, betrachten aktuelle politische Geschehnisse aus einer feministischen Perspektive und organisieren Kampagnen gegen Diskriminierung, Gewalt etc.

Feminist Press Part 1

An dieser Stelle möchten wir Euch in loser Reihenfolge feministische Zeitschriften vorstellen. Den Anfang macht die feministische Presse aus dem D.I.Y.-Bereich.

Die 2008 in Leipzig gegründete outside the box – Zeitschrift für feministische Gesellschaftskritik hat sich zur Aufgabe gemacht, feministische Debatten von ihrem Randerscheinungs-Dasein in den Betrachtungs-Mittelpunkt zu rücken. Bei ihrer emanzipatorischen Auffassung des Feminismus-Begriffs sollen auch Überschneidungen mit anderen Diskriminierungsformen wie Antisemitismus und Rassismus beachtet werden, um eine umfassende emanzipatorische Kritik üben zu können.

In Wien erscheint zweimal im Jahr das Magazin fiber. werkstoff für feminismus & popkultur als „(Medien-)Projekt“, das versucht, Frauen zu mehr Präsenz in der Öffentlichkeit zu verhelfen, feministisches Gedankengut zu verbreiten und eine Vernetzung zu fördern. Die fibretten wollen Verborgenes sichtbar machen und populäre Musik, Konsumkultur, TV-Shows & Co. aus einer feministischen Perspektive neu beleuchten.

KRASS – kritische Assoziationen ist eine Hamburger Variante moderner Herrschafts-, Macht- und Normkritik, die sich als pro-post-queer-feministisch versteht. Die Zeitschrift vernetzt TheoretikerInnen, KünstlerInnen und SchrifstellerInnen und versucht durch Infragestellung vermeintlicher Normen zu einer Veränderung der Gesellschaft beizutragen.

Alle drei Magazine freuen sich über neue LeserInnen und können, sofern vorhanden, über die MONAliesA bezogen werden.