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Feministische Protestkultur heute

Seit Beginn der Frauenbewegungen bildete der öffentliche Protest bzw. die feministische Demonstration einen wichtigen Bestandteil, um für gesellschaftliche Tabus, feministische Forderungen und Themen zu sensbilisieren. Dabei bewiesen die Feminist_innen über die Jahrzehnte hinweg eine enorme Kreativität. Bereits die Akteurinnen der Ersten Frauenbewegung um 1900 und die Feministinnen der 1970er Jahre wussten sich und ihre Protestaktionen medienwirksam zu inszenieren. Angefangen von den Radikalen über die Dollen Minas aus den Niederlanden und den Guerrilla Girls bis hin zu den La-Barbe-Aktionen. Auffällig ist jedoch, dass der Protest freizügiger geworden ist. Bekanntestes Beispiel sind die Femen aus der Ukraine. Auch inhaltich scheint es neben konstanten Problemen auch Verschiebungen gegeben zu haben.

Die Diskussionsveranstaltung am Dienstag den 5.3. um 19 Uhr möchte den Blick auf die Gegenwart richten und die feministische Protestkultur der letzten 20 Jahre resümieren. Das Hauptaugenmerk richtet sich u.a. auf die Slutwalk-Bewegung, die Femen und auf Pussy Riot. Neben den Aktuer_innen und deren Netzwerke soll vor allem über die Themen und die visuellen Inszenierungen des gegenwärtigen feministischen Protests diskutiert werden. Die Rolle der Medien gilt es ebenso kritisch zu reflektieren wie auch die Ziele und Forderungen der feministischen Aktivist_innen.

Eingeladen sind Femen Germany, e*vibes und Dorothee Marth. Los geht es um 19 Uhr. der Eintritt beträgt 2 €.

Falls eine englische Übersetzung benötigt wird, bitte an monaliesa@leipzigerinnen.de Bescheid geben!

Achtung: Bei der Veranstaltung handelt es sich um eine reine Diskussionsveranstaltung! Protestkundgebungen oder -veranstaltungen jeglicher Art (an- oder ausgezogen) und das zeigen von Protestmedien (Plakate, Körper, usw.) sind untersagt. Auch das Nutzen oder Zeigen faschistischer und verfassungsfeindlicher Symbole ist nicht gestattet. Personen, die diesen Bestimmungen zuwiderhandeln, werden des Raumes verwiesen.

Nackt und mächtig?!

In den vergangenen Jahren ist feministischer Protest definitiv auch freizügiger geworden. Während in den 1970er und frühen 1980er Jahren FeministInnen ausschließlich angezogen und mit phantasiereichen Inszenierungen auf den (westdeutschen) Straßen gegen sexualisierte Gewalt und für Gleichberechtigung demonstrierten, gehen nun selbsternannte „Schlampen“ in BH und Höschen gegen Vergewaltigungsmythen und für mehr körperliche Selbstbestimmung auf die Barrikaden. Eine bislang nicht gekannte (und von vielen wohl auch nicht für möglich gehaltene) Steigerung erfuhr diese „feministische Selbstentblößung“ durch die Femen aus der Ukraine. Die Brüste der zumeist um die 30 nackten Aktivistinnen haben es ruckzuck in die Zeitungen und Fernsehnachrichten geschafft – so schnell waren feministische Forderungen bislang wohl nur selten auf eine derart breite mediale Resonanz gestoßen.

Stellt diese Art des feministischen Protests eine Kapitulation vor den Medien dar, die nur berichten, wenn die Feministinnen „sexy“ aussehen? Oder ist diese Art von Widerstand ein feministischer Akt, in dem der weibliche (halb-)nackte Körper als politisches Instrument funktionalisiert wird?

Im Rahmen der Internationalen Studentischen Woche wird es in der MONAliesA am Mittwoch, den 23.05., einen Vortrag zum Thema „FEMEN – Weiblichkeit als politisches Happening“ geben. Auf dem Podium sitzen mit den Politikwissenschaftlerinnen Andrea Priebe und Dorothée Marth zwei ausgewiesene Spezialistinnen für dieses Thema.

Beginn ist 19 Uhr. Der Eintritt beträgt 3 bzw. 2 Euro.

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