11.01.2019, 19 Uhr: Lesung aus der „PS: Anmerkungen zum Literaturbetrieb / Politisch Schreiben“ #4

Was bedeutet Alter fĂŒr Fragen gesellschaftlicher Diskriminierung? Welchen Platz weist einem das eigene Geburtsjahr im Literaturbetrieb zu? Wer hat die Zeit auf seiner Seite und warum? Was heißt es für eine Schriftsteller*in, das alter (lat.), also das andere zu sein? Welche Möglichkeiten gibt es, feministische Geschichtsschreibung in die Literatur zu tragen?

Aus der #4 von PS: Anmerkungen zum Literaturbetrieb / Politisch Schreiben werden Essays zum Thema „alter“ gelesen und in offener Runde diskutiert. PS versteht sich als literarische Plattform, die in aktuelle Debatten des Literaturbetriebes eingreift und Strukturen sichtbar macht. Die jĂ€hrlich erscheinende Zeitschrift vereint neben Essays und Interviews literarische Texte aller Disziplinen, in print und digital.

Es lesen: El Awadalla (Wien) und kaƛka bryla (Leipzig, PS).
Moderation: Carolin Krahl (Leipzig, PS)

Melusine starrt – eine Hommage an Irmtraud Morgner

Carolin und Sasa vom Leseklub der MONAliesA bei Radio Corax:

Irmtraud Morgner ist eine heute kaum noch bekannte Schriftstellerin, die mit den Mitteln des Phantastischen einen feministischen Blick auf die Wirklichkeiten der DDR warf. Die Leipziger Autorin Carolin Krahl verleitete die LektĂŒre von Irmtraud Morgners Texten zu einer hörbaren Hommage an die Schriftstellerin.

FĂŒr ihr Live-HörstĂŒck „Melusine starrt“ nimmt Krahl die Figur der Melusine auf, die aus Morgners Roman „Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura“ (1974) stammt.

Carolin Krahl ist Autorin und Teil des Leseklubs der MONAliesA Leipzig, in dem das Buch derzeit gemeinsam gelesen wird und unter dessen Mitwirkung „Melusine starrt“ entstanden ist.

 

So., 09.12., 16 Uhr: ArbeitskÀmpfe von Hausangestellten gestern und heute

Vortrag von Kimey PflĂŒcke

Hausarbeit ist meist ein feministisches Thema gewesen, indem es als unbezahlte Hausarbeit, als geschlechtliche Arbeitsteilung und Teil der Doppelbelastung behandelt wurde. Dabei waren um 1900 selbst in vielen IndustrielĂ€ndern – und sind es vielerorts immer noch – entlohnte Hausangestellte die grĂ¶ĂŸte Kategorie an Arbeiterinnen ĂŒberhaupt. ArbeitskĂ€mpfe von Hausangestellten – seien es andalusische Arbeiterinnen in anarchistischen Gewerkschaften Anfang der 1930er Jahre angesichts des Franquismus, afroamerikanische Angestellte in den 1960/70er Jahren im Zuge der sog. Civil Rights-Bewegung, oder migrantische Arbeiterinnen im Respect-Netzwerk in Berlin – sind darum weitgehend unbekannt. Thema des Vortrags werden verschiedene KĂ€mpfe sein, wobei die Autorin aus ihrer Arbeit zu Uruguay und Spanien vorlesen und Schlaglichter in die Probleme bezahlter Hausarbeit heute werfen wird.

Kimey PflĂŒcke ist Redakteurin der outside the box und hat ihre Dissertation zum Wandel bezahlter Hausarbeit geschrieben.

Einlass: 15.30 Uhr
Veranstaltungsbeginn: 16 Uhr
Eintritt: Spendenempfehlung 2-10 Euro

MONAliesA trifft…

Wir laden Montag, den 12.11. um 19 Uhr zur Veranstaltungsreihe „MONAliesa trifft“ ein. Diesmal berichten Protagonistinnen der oppositionellen Frauenbewegung der Umbruchsphase 1989/90 von ihren Aktionen und Visionen.
Susanne Scharff, Jeany Hoffmann und Dietlind Starke schildern uns ihre Erfahrungen zu den frauenpolitischen Möglichkeiten dieser Zeit, aber auch zur Situation von Frauen in der DDR. Dietlind Starke wird uns berichten, wie sich fĂŒr sie die Zusammenarbeit zwischen der Frauenbewegung und der Kirche darstellte. Susanne Scharff als GrĂŒnderin der Frauenbibliothek MONAliesA und Jeany Hoffmann als Initiatorin der Zeitschrift der Fraueninitiative Leipzig, haben FrauenrĂ€ume geschaffen, in denen sich wĂ€hrend der Umbruchsphase Frauen organisieren und ihre Forderungen kommunizieren konnten. Wie wichtig war die Konstituierung solcher Orte, um eine Frauenbewegung zu initiieren? Oder gab es vielleicht frauenbewegte, kommunale Strukturen in der DDR, auf die zurĂŒckgegriffen werden konnten? Welche Rolle spielten Frauen und Frauengruppen fĂŒr den Umbruch 1989/90 in Leipzig? Wie ist es um die Gleichberechtigung von MĂ€nnern und Frauen heute im Vergleich zur DDR bestellt? – Diese und andere Fragen wollen wir mit unseren geladenen GĂ€sten und Euch diskutieren.

Koschka Linkerhand liest aus >>Die Irrfahrten der Anne Bonnie<<

Donnerstag, 01. November, 19 Uhr: Die Irrfahrten der Anne Bonnie

Irland, 1704: Nach einem Skandalprozess um seine AffĂ€re mit einer Dienstmagd und sein uneheliches Kind kehrt der Anwalt William Cormac seiner Heimat den RĂŒcken und wird Baumwollfarmer in der Neuen Welt. Seine Tochter Anne wĂ€chst auf den Plantagen Carolinas in großer Freiheit, jedoch ohne viel menschliche Gesellschaft auf.
Ihr Leben bleibt gezeichnet von AufbrĂŒchen: Mit siebzehn heiratet sie den SĂ€ufer James Bonnie und zieht mit ihm in die Karibik. In den HafenschĂ€nken, die sie als Mann verkleidet aufsucht, trifft sie den SeerĂ€uber Calico Jack und geht als Pirat zur See. Inmitten der Piratenmeute macht Anne zum ersten Mal die Erfahrung eines fest gefĂŒgten Gemeinschaftslebens. Davon berauscht, wird sie ein tĂŒchtiger RĂ€uber und Mörder. Nach einem Überfall auf ein Kaufmannsschiff kommt Mary Reed an Bord, eine zweite verkleidete Frau, und Anne verliebt sich in sie. Die beiden beginnen eine heimliche Beziehung. Anne glaubt, endlich ihren Platz in der Welt gefunden zu haben. Doch ihre abenteuerliche Suche nach einem „neuen Ort, wo die Dinge sich noch einmal anders verhalten“, lĂ€sst sie nicht zur Ruhe kommen.

Einlass: 18.30 Uhr
Veranstaltungsbeginn: 19 Uhr
Reservierung von SitzplÀtzen nicht möglich!
Eintritt: Spendenempfehlung 2-10 Euro

Digitales Frauenarchiv ist online

www-digitales-deutsches-frauenarchiv-de_ganz

Das Digitale Deutsche Frauenarchiv (DDF) ist ein Fachportal ĂŒber die Geschichte der deutschen bzw. deutschsprachigen Frauenbewegungen: https://www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de/ Ziel des Projekts ist es, ausgewĂ€hlte Quellen der Frauenbewegungsgeschichte in digitalisierter Form fĂŒr eine breite Öffentlichkeit im Internet zugĂ€nglich zu machen.

Die beteiligten Archive, Bibliotheken und Dokumentationsstellen des i.d.a.-Dachverbands sind zentrale Anlaufstellen fĂŒr die Erforschung der Frauen- und Lesbenbewegungen im deutschsprachigen Raum. Sie verwahren wertvolle Überlieferungen einer der grĂ¶ĂŸten sozialen Bewegungen der letzten 200 Jahre. Durch die geographische Streuung der einzelnen i.d.a.-Einrichtungen und regionalen Sammelschwerpunkte ist es möglich, sowohl allgemeine Entwicklungen der Frauenbewegungen als auch lokale Besonderheiten hervorzuheben und so die Vielfalt der Bewegung zu wĂŒrdigen.

Über die Suchfunktion kann direkt und gezielt nach bestimmten Dokumenten, Themen und Akteurinnen zu recherchiert werden. Einen weiteren Zugang bieten die Rubriken Akteurinnen und Themen. In der Rubrik Akteurinnen sind Essays versammelt, die einen biografischen Überblick ĂŒber das Leben und Wirken bekannter und weniger namhafter Frauen aus der ersten und zweiten Frauenbewegung geben. Die Kategorie Themen umfasst Essays zu sechs Schwerpunkten: Arbeit & Ökonomie Bildung & Wissen Gewalt Kultur, Kunst & Medien Körper & SexualitĂ€t Politik, Recht & Gesellschaft

Die Essays, verfasst von Expertinnen und ausgewiesenen Wissenschaftlerinnen, weisen eine einheitliche Struktur auf: Der jeweilige Teaser fasst markante Inhalte des folgenden Essays zusammen, der durch entsprechende ZwischenĂŒberschriften strukturiert ist. Ein Fußnoten- und Literaturapparat gibt die Möglichkeit der weiteren und vertiefenden Recherche im META-Katalog.

Die Essays sind angereichert mit ausgewĂ€hlten digitalisierten SchlĂŒsseldokumenten, die den jeweiligen Textinhalt unterstreichen und illustrieren. Diese Digitalisate (Textdokumente, Plakate, O-Töne, Filme etc.) sind mit dem META-Katalog verknĂŒpft und können dort direkt in den i.d.a.-BestĂ€nden recherchiert werden. Über Verlinkungen und Verweise zu themenrelevanten BeitrĂ€gen sind die Essays miteinander verknĂŒpft und laden so zu weiteren StreifzĂŒgen und Entdeckungen auf dem Portal ein.

Die MONAliesA ist im DDF mit Dossiers zur Fraueninitiative Leipzig, dem UnabhÀngigen Frauenverband und Cornelia Matzke vertreten. ThereŽs more to come!

Feministische Sommeruni

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Am 15. September findet an der Humboldt-Uni in Berlin die „Feministische Sommeruni“ statt. Die MONAliesA hat Katharina Lux dazu eingeladen. In ihrem Vortrag geht es um die Selbsterfahrungspraxis in der Frauenbewegung und ihre Kritik(erinnen). 17:30 Uhr, Raum 1.103

Das gesamte Programm findet ihr hier