Archiv der Kategorie: Allgemein

Ab Do., 11.03.21, online Audio-Vortrag: Täterschutz in linken Strukturen

Ausgehend von den Ereignissen um Moni’s Rache Anfang Januar 2020, und allen weiteren Veröffentlichungen sowie Aufarbeitungsprozessen in Bezug auf sexualisierte Gewalt in der Leipziger Linken, stellt sich seit Langem die Frage des Täterschutzes. Was ist das überhaupt? Wie passiert er? Wie kann er gestoppt werden?

Der Vortrag entwickelt die These, dass wir alle immer Betroffene und Täter*in zugleich sind und wir uns durch das Konstrukt ‚Täterschutz‘ oftmals nur abgrenzen wollen von denjenigen, die wir als ‚schlechte Menschen‘ verstehen. In dem Moment, in dem wir begreifen, dass auch wir Täter*innen sind bzw. es werden können, fällt es leichter sich mit der Thematik tatsächlich zu befassen, als dem Abwehrimpuls und dem Externalisieren des Problems zu folgen.

‚Täterschutz‘ wurde in den letzten Monaten bzw. im letzten Jahr häufig als Vorwurf an diverse Einzelpersonen und/oder Gruppen gerichtet, ohne möglicherweise zu wissen, was das genau bedeutet. Der Vortrag versucht sich anhand von verschiedenen Texten, Blogeinträgen usw. dem Thema auf mehreren Ebenen, losgelöst von Emotionen und konkreten Beispielen, zu nähern, um die begriffliche Einordnung und die damit verbundenen Herausforderungen und Fragen für die Linke zu konkretisieren.

Referentin: Jule ist Sozialarbeiterin im Frauenhaus, seit vielen Jahren aktiv als Unterstützin von Betroffenen von sexualisierter Gewalt, Feministin

Den Vortrag könnt ihr ab dem 11.03. auf unserer Mixcloud-Seite anhören

Do., 26.11., 19 Uhr, online Vortrag “#strajkkobiet – Schwangerschaftsabbruch und der Kampf um Selbstbestimmung in Polen”

Online Vortrag

Referentinnen: Laura Loew und Luisa Klatte

Das polnische Abtreibungsgesetz gilt im weltweiten Vergleich als besonders streng. Ende Oktober bestätigte das polnische Verfassungsgericht eine weitere Verschärfung: Demnach sind in Zukunft auch jene Schwangerschaftsabbrüche nicht mehr erlaubt, die aufgrund der schweren Beeinträchtigung des Fötus durchgeführt werden. Das kommt einem nahezu vollständigen Abtreibungsverbot gleich, gegen das in Polen aktuell zehntausende Menschen demonstrieren. In dem Vortrag wird zunächst die aktuelle politische Situation in Polen umrissen und der national-konservative “Gute Wandel” unter der aktuellen Regierungspartei PiS skizziert. Anschließend wird dargestellt, unter welchen Bedingungen das konservative Gesetz im Jahr 1993 verabschiedet wurde und welche feministischen Interventionsversuche es seit dem gegeben hat. Abschließend werden die aktuellen Proteste und verschiedene Organisationen vorgestellt, die in Polen zum Recht auf Selbstbestimmung arbeiten.

Der Vortrag findet als Live-Stream statt. Es ist keine Voranmeldung nötig.
Diskussionsbeiträge und Fragen könnt ihr während und nach der Veranstaltung im youtube-Chat stellen oder an bibliothek@monaliesa.de schicken, wir beantworten sie dann anonymisiert im Live-Stream.

Der Vortrag findet im Rahmen des Projekts Let’s Connect statt. Weite Infos gibt es hier.

Do., 19.11., 19 Uhr, online Vortrag “Einführung in den Schwarzen Feminismus”

Referentin: Larissa A. Nägler

Online Vortrag im Rahmen des Projekts “Let’s Connect”

Im Vortrag wird thematisiert weshalb die Geschichte des Feminismus trotz anstrebender Befreiung und Emanzipationserfolgen nicht die Geschichte aller ist. Larissa A. Nägler wird in einem kurzen Vortrag die Theorie und Entstehungsgeschichte des Konzepts „Intersektioneller Feminismus“ bzw. der Überschneidung unterschiedlicher Diskriminierungsformen anschneiden. Es soll deutlich werden welche sozialen Dynamiken dazu beitragen, dass die Stimmen Schwarzer Frauen* noch immer viel zu oft unsichtbar bleiben.

November-Öffnungszeiten

Wir bleiben im November weiterhin Dienstag bis Donnerstag von 15 bis 19 Uhr für euch geöffnet – jedoch nur eingeschränkt. Das bedeutet, dass die Bibliotheksräume nicht betreten werden können. Ihr könnt lediglich Bücher an der MONAliesA-Tür abholen und zurückgeben.
Bitte gestaltet euren Aufenthalt so kurz wie möglich!
Bitte bestellt eure Medien bereits zu Hause vor unter opac.monaliesa.de
Bitte kommt nur vorbei, wenn ihr keine Symptome (Husten, Fieber usw.) habt.
Bitte achtet auf einen Mindestabstand von 1,5m und tragt im Haus der Demokratie einen Mund- und Nasenschutz.
Vielen Dank!
Wir werden unsere Öffnungszeiten weiterhin an die aktuelle Corona-Situation anpassen. Über jede weitere Änderung bezüglich der Öffnung von Bibliothek und Archiv informieren wir euch.

Euer MONAliesA-Team

So., 25.10., 19 Uhr: „Fragile Solidaritäten. Klasse und Geschlecht in der britischen und deutschen Frauenbewegung“ (Onlineveranstaltung)

Buchvorstellung und Vortrag von Jana Günther

Online-Vortrag hier

Die Frauenbewegung als eine soziale Bewegung gilt als die Agentin der Frauenemanzipation und als Symbol des Freiheitskampfes von Frauen schlechthin. Oft wird sie von Aktivist_innen und Historiker_innen als einheitliche, durch eine kollektive Identität gestützte, Bewegung betrachtet, in deren Protesten sich homogene Ideen und politische Spektren widerspiegeln. Zweifelsohne ist die demonstrative Darstellung von Einheitlichkeit und Einigkeit ein wichtiger Prozess der Mobilisierung und kann ein stilistisches Mittel der Protestinszenierung sein. Jedoch zeiht eine eingehendere empirische Analyse der frühen Frauenbewegung die Grenzen der Idee kollektiver Identitäten auf. Vielmehr fanden (und finden) auch innerhalb der Frauenbewegung soziale Kämpfe statt, die geschlechts- und klassenspezifische Ungleichheiten verhandeln. Konflikte und Brüche stellen einen bedeutenden Teil der Frauenbewegungsgeschichte dar und äußern sich in konkreten Diskriminierungen und Ausschlüssen, hegemonialen Geschlechtervorstellungen und Legitimationen der Klassenspaltung, als auch in neuen Formen solidarischen Handelns, neuen Koalitionen, Protestformen und neuen Zielausrichtungen. Die Fragilität und Heterogenität sowie die Versuche der Protestakteur_innen diese auszubalancieren, trugen dann auch dazu bei, neue Bündnisse und Solidaritäten innerhalb der Frauenbewegung selbst und auch mit anderen zu der Zeit aktiven Protestbewegungen zu schaffen.

Fragile Solidaritäten führt durch die Geschichte und Diskurse der deutschen und britischen ‚ersten‘ Frauenbewegung und betrachtet diese aus einer soziologischen Perspektive. Die Analyse der Bewegung an der Intersektion von Geschlechter- und Klassenverhältnissen lädt dazu ein, ihre Heterogenität in Geschichte und Gegenwart neu in den Fokus zu nehmen. In ihrem Vortrag wird Jana Günther Licht auf einige wichtige Konfliktlinien werfen, um im Anschluss live eure Fragen zu beantworten.

Über die Autorin:

Jana Günther, geboren 1978 in der DDR, ist promovierte Sozialwissenschaftlerin mit den Forschungs- und Lehrschwerpunkten soziale Bewegungen und Protestforschung, soziale Ungleichheit und Armut, Gleichstellungs- und Antidiskriminierungspolitik sowie klassische feministische Theorie. Sie ist Mitherausgeberin der Zeitschrift Femina Politica und Vorständin im FrauenBildungshausDresden e.V. Derzeit forscht sie zur Rolle der Frauenbewegungsorganisationen in der Kriegsindustrie und unterrichtet als Vertretungsprofessorin für soziologische Grundlagen der Sozialen Arbeit an der Hochschule Darmstadt.