Archiv für den Monat: Juni 2020

“Sometimes memory can be a knife.” Siri Hustvedt

Zine-Ausschreibung

Erinnerung kann ein Messer sein. Sie kann uns so weh tun, als bohre sich eine lange
Klinge in unsere Narben, um sie erneut in blutendende Wunden zu verwandeln. Sie
kann zu einer Waffe in unserer Hand werden, uns spiegeln wer wir wirklich sind, Licht
auf unsere Gemeinsamkeiten werfen und uns die Kraft geben, zusammen zu
handeln.

Was löst Siri Hustvedts Aussage „Sometimes memory can be a knife“ bei euch aus?
Was bringt ihr damit in Verbindung? In einem Zine möchten wir genderspezifische
Erfahrungen von Frauen, Lesben, Trans*- und genderqueeren Menschen im
Umgang mit Erinnerung veröffentlichen. Dafür rufen wir euch auf diese bis zum 15.09.20 mit uns zu teilen. In Prosaform, als Gedicht, Essay oder Bild. Bei einer großen
Anzahl an Einsendungen werden wir die Auswahl für die Veröffentlichung im Zine
nach inhaltlichen, sprachlichen und ästhetischen Kriterien treffen, um eine
zusammenhängende Sammlung zu gestalten.

Die Texte sollten nicht mehr als 1000 Wörter umfassen und möglichst auf Deutsch
geschrieben sein. (Englisch ist auch möglich.) Wir möchten gerne eine breit
gefächerte Autorinnenschaft und einen großen Erfahrungsreichtum veröffentlichen und fordern besonders Women of Colour, Trans– und Inter*-Menschen und Frauen
mit Behinderung auf, ihre Erfahrungen und Assoziationen mit uns zu teilen. Wenn ihr
möchtet, schreibt uns auch gerne einen Satz zu euerer Person dazu.

Bitte schickt eure Einsendungen mit dem Betreff „Memory“ per Email oder Post an:
zine@monaliesa.de
oder
Feministische Bibliothek MONAliesA, Bernhard-Göring-Straße 152, 04277 Leipzig

Do., 25.06., 19 Uhr: Diskriminierende Sprache und Dolmetschen

// Die Veranstaltung wird online stattfinden. //
https://www.youtube.com/channel/UCSFyxwEfzIwY4dFbTbFPdBQ auf unserem Youtube-Kanal „Feministische Bibliothek MONAliesA“

Diskriminierende Sprache ist allgegenwärtig. Obwohl Debatten über beispielsweise rassistische oder sexistische Sprache regelmäßig angestoßen werden und Forderungen nach der Streichung oder Änderung bestimmter Wörter laut werden, gibt es immer wieder Gegenstimmen, die sich vehement wehren, ganz getreu dem Motto: „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!“

Sprache und die Diskriminierung vieler Menschen hängen jedoch unmittelbar miteinander zusammen.

Im ersten Teil des Vortrags soll daher ein allgemeiner Blick auf Sprache geworfen werden. Wie funktioniert Sprache? Wie entsteht die Bedeutung von Wörtern? Wie entsteht diskriminierende Sprache? Und was haben Menschen in Machtpositionen damit zu tun?

Der zweite Teil des Vortrags richtet sich spezifisch an Menschen, die mit Sprache arbeiten: Übersetzer_innen, Dolmetscher_innen, Sprachlehrer_innen etc. Von diesen Berufsgruppen wird häufig Neutralität gefordert. Ausgehend von den Erkenntnissen aus dem ersten Teil des Vortrags, u.a., dass Sprache nicht neutral sein kann, werden Strategien vorgestellt, die angewendet werden können, um sich beim Dolmetschen, Übersetzen etc. professionell und begründet von diskriminierender Sprache zu distanzieren.

Die Grundlage dafür bildet die 2019 am Institut für Angewandte Linguistik und Translatologie der Universität Leipzig verfasste Masterarbeit „Rassistische Sprache – Eine Untersuchung zu Strategien für das Simultandolmetschen ins Deutsche hinsichtlich ihrer Praktikabilität“

1. Wie funktioniert Sprache?

2. Sprache und Macht

3. Wie erkenne ich diskriminierende Sprache?

4. Strategien für Dolmetscher_innen, Übersetzer_innen etc. bei
diskriminierender Sprache

5. Empirische Untersuchung der Masterarbeit

6. Plädoyer für ein neues Selbstverständnis in vielen
Berufsgruppen

Sisters in arms

Wir planen für Ende Juni / Anfang Juli einen Online-Vortrag mit Katharina Karcher zu ihrem Buch „Sister in Arms – Militanter Feminismus in Westdeutschland seit 1968“.

Das Buch ist bereits seit 2018 auf dem Markt, deswegen haben es bestimmt einige von euch schon gelesen. Wir sammeln derzeit eure Fragen, Diskussionen und Kritik. Schreibt uns, wir übermitteln eure Punkte dann an Katharina Karcher. Die Autorin wird diese dann in ihrem Vortrag beleuchten und zu beantworten versuchen.

Schickt euren Diskussionsbeitrag an monaliesa_leipzig@gmx.de oder als facebook-Nachricht an uns.

Wiedereröffnung

Liebe Interessierte, Nutzer!innen und Freund!innen der MONAliesA,

wir machen wieder auf! Ab Dienstag, 09. Juni, haben wir wieder jeweils Dienstag bis Donnerstag von 15 bis 18 Uhr für euch geöffnet. Wir werden schrittweise öffnen, das heißt, dass ihr vorerst leider nicht stöbern, sondern lediglich vorbestellte Bücher an der Tür abholen und entliehene Bücher zurückgeben könnt. Zusätzlich stehen aber an der Tür Aufsteller mit einer Auswahl an neuer Literatur, die ihr spontan mitnehmen könnt. Uns ist bewusst, dass es für einige zurzeit nicht möglich ist, ihre ausgeliehenen Medien zu uns zurückzubringen. Daher werden alle aktuellen Ausleihen von uns noch einmal automatisch verlängert, sodass keine Gebühren anfallen.

Zur Vorbestellung: Ihr könnt in unserem OPAC unter opac.monaliesa.de nach Literatur suchen. Falls ihr schon einen MONAliesA-Nutzungsausweis bzw. einen Online-Account habt, könnt ihr dort „Vormerkungen“ tätigen. Andernfalls schreibt eine eMail mit den gewünschten Büchern an: bibliothek@monaliesa.de

Vorerst sollten sich jeweils nur zwei Nutzer!innen in der 4. Etage aufhalten, weswegen wir euch bitten, unten zu klingeln. Wir geben euch dann durch, ob ihr hochkommen könnt, oder noch kurz warten müsst. Außerdem müssen wir eure Kontakte dokumentieren, doch das geschieht ohnehin durch die Transaktionen in unserem OPAC, sobald ihr etwas ausleiht oder zurückbringt. Diesbezüglich ist nichts weiter nötig. Bitte kommt nur vorbei, wenn ihr keine Symptome (Husten, Fieber usw.) habt. Achtet auf einen Mindestabstand von 1,5m und tragt im Haus der Demokratie einen Mundschutz. Vielen Dank!

Wir experimentieren noch mit der Situation. Über jeden weiteren Schritt hin zu einer weniger eingeschränkten Öffnung von Bibliothek und Archiv werden wir euch selbstredend informieren!

Vielen Dank für eure Geduld, wir freuen uns auf!

Euer MONAliesA-Team