Archiv für den Monat: Mai 2019

“Traumgeburt oder Geburtstrauma? – Zum neuen Unbehagen an der Geburt”

Vortrag und Diskussion mit Dr. Sabine Flick

Seit wenigen Jahren engagieren sich Aktivist*innen der so genannten „Roses Revolution“gegen geburtshilfliche Gewalt in Europa. Sie beziehen sich dabei auf Erfahrungen respektlosenUmgangs und ungerechtfertigter Behandlung bis hin zu körperlicher Misshandlung, die Frauen unter der Geburt erleben. Während die WHO dazu bereits ein Statement veröffentlicht hat, die Diskussionen um ‚Black BirthingJustice‘ in den USA aufrassistische Strukturen auch in der Geburtshilfehinweisenund in einigen lateinamerikanischen Ländern geburtshilflichen Gewalt sogar bereits als Rechtsgegenstand verhandelt wird, hat die Debatte in Europa gerade erst begonnen. Interessanterweise konzentriert sich die europäische, insbesondere deutschsprachige Diskussion stark auf die psychischen Aspekte der Erfahrungen mit geburtshilflicher Gewalt. Mütter, Doulas und Hebammen beschreiben traumatische Erlebnisse während der Geburt und leiten Folgeprobleme beim Stillen, Depressionen und Bindungsprobleme mit dem Säugling aus diesen Traumata ab. Experten aus Psychotherapie und Psychiatrie stehen Pate für diese Erklärungen. In der Folge bietet der Bereich der Eltern-Kind-Psychotherapie immer mehr Dienstleistungen zur Prävention und Bewältigung von Geburtstraumata an.
Was ist passiert? Erleben wir tatsächlich ein #metoo im Kreißsaal? Ist dies alles also ein Hinweis darauf, dass sich die Situation der Frauen unter der Geburt in Europa verschlechtert hat oder sind womöglich noch andere Diskurse am Werk, die uns ein insgesamt stark verändertes Bild von dem geben, was heute unter einer „normalen“ Geburt verstanden wird?Und welche Rolle spielt die Ökonomisierung der Kliniken?Der Vortrag gibt Antworten auf diese Fragen und greift dabei auf laufende Forschungen zurück.

Dr. Sabine Flick vertritt derzeit die Professur für Soziologie mit dem Schwerpunkt Familien- und Jugendsoziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main und forscht am dortigen Institut für Sozialforschung. Ihre Schwerpunkte sind Medizin- und Wissenssoziologie, qualitative Forschungsmethoden sowie die Soziologie der Geschlechterverhältnisse. Neben ihrer Tätigkeit in der Wissenschaft ist sie als Supervisorin in Feldern psychosozialer Arbeit unterwegs.

Einlass: 18.30 Uhr
Veranstaltungsbeginn: 19 Uhr
Reservierung von Sitzplätzen nicht möglich!
Eintritt: Spendenempfehlung 2-10 Euro

Der Vortrag ist Teil der neuen Veranstaltungsreihe “Geschlecht. Gesellschaft. Psyche” der monaliesa. In dieser Veranstaltungsreihe wollen wir uns mit der Frage beschäftigen, inwiefern die Kategorie Geschlecht vermittelt über gesellschaftliche Prozesse mit psychischer Gesundheit zusammenhängt bzw. auch andersherum, wie psychische Gesundheit durch gesellschaftliche Veränderungen insbesondere bezüglich Geschlechternormen befördert werden könnte.

Bildungsfahrt in die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

Zusammen mit der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig besuchen wir vom 17. bis 19.5.2019 mit einer Gruppe von 25 Personen die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück sowie das Gelände des ehemaligen KZ Uckermark.
 
Spontan sind noch 3 Plätze frei geworden!
Wenn ihr mitkommen möchtet, schreibt an bibliothek@monaliesa.de

 

Wir wollen uns während unseres Aufenthalts vor allen Dingen mit Erinnerung, Erinnerungsdiskursen und Gedenken auseinandersetzen. Wie wird den Frauen, Mädchen und Lesben, welche dort inhaftiert, zur Zwangsarbeit gezwungen und ermordet wurden, gedacht? Wie an sie erinnert?
An beiden Orten werden wir an Führungen teilnehmen (Angelika Meyer/Ravensbrück, Initiative Gedenkort KZ Uckermark). Es wird außerdem auch viel Zeit eingeräumt, selbstständig Eindrücke zu gewinnen. Am Ende jedes Tages wollen wir zusammenkommen und uns austauschen. Wir übernachten in der Jugendherberge Ravensbrück, sie befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers. Diese Situation wird in unseren Gesprächen eine Rolle spielen. Alle Menschen sind unabhängig von ihren Kenntnissen oder ihres Vorwissens eingeladen, mitzukommen. Für die gemeinsame Anreise mit dem Zug, Übernachtung und Verpflegung ist ein Betrag von 25€ zu zahlen. Sollte dies eine Hürde für euch sein, sprecht uns bitte an, sodass wir einen Weg finden können, wie ihr trotzdem an der Fahrt teilnehmen könnt.

Crowdfunding für outside#7

Unterstützt das Crowdfunding der „outside the box“!

Crowdfunding outside #7

Die Zeitschrift für feministische Gesellschaftskritik outside the box gibt ihr neues Heft zum Thema ERFAHRUNG heraus und braucht dafür eure Hilfe. Die Ausgabe # 7 muss noch gedruckt werden. Über dieses crowdfunding könnt ihr (in begrenzter Anzahl) Exemplare vorbestellen und helft der Redaktion damit, die Druckkosten zu bezahlen. Am 6. Juli 2019 soll die Release stattfinden. Infos über die letzten 6 Ausgaben der Zeitung und andere Aktivitäten: outside-mag.de