Di., 07.05., 19 Uhr: Geburtshilfe als Beruf

GesprĂ€ch mit den Hebammen Annett Heitmann-Mbise und Guisette Quander ĂŒber Klinik- und Geburtshausalltag, Risiken der SelbststĂ€ndigkeit und das Handwerk der Geburtshilfe

Der Hebammenberuf als einer der Ă€ltesten Frauenberufe ist anhand des gesellschaftlichen Umgangs mit GebĂ€ren stetig im Wandel. Über 97 Prozent aller Geburten in Deutschland finden in einer Klinik statt, nur wenige im Geburtshaus oder zu Hause. Die meisten Hebammen arbeiten folglich als Angestellte im Krankenhaus oder in der Vor- und Nachsorge, wĂ€hrend die selbststĂ€ndige Arbeit in der Geburtshilfe mit hohen Versicherungssummen belegt ist und immer weniger KrankenhĂ€user selbststĂ€ndige Beleghebammen akzeptieren. Das Recht auf freie Hebammenwahl steht somit in Frage.
In den KreißsĂ€len hat sich seit der Hospitalisierung der Geburt viel getan, in Ostdeutschland vor allem seit 1990: die „aktive“ Geburtshilfe mit vielen Interventionen ist – zumindest vom Anspruch her – einer „sanfteren“ Geburtshilfe gewichen. Es bleiben ökonomische ZwĂ€nge und Hierarchien, die eine 1:1-Betreuung von GebĂ€renden kaum zulassen.
In den kommenden Jahren wird die Hebammenausbildung akademisiert: ein Versuch, den Hebammenberuf mit mehr gesellschaftlicher Anerkennung und besserer Bezahlung neu aufzustellen?

Annett Heitmann-Mbise ist seit 2008 Hebamme und GrĂŒnderin des Geburtshauses „Aus dem Bauch heraus“ in Leipzig
Guisette Quander ist seit 1988 Hebamme und arbeitet im Sana-Klinikum Borna
Moderation: Marie MĂŒller-Zetzsche

Die Veranstaltung ist Teil unserer Reihe „GebĂ€ren und Geburtshilfe“