Archiv fĂŒr den Monat: November 2016

Sonntag, 27.11.16: Neurechte Rhetorik im Kreuzzug gegen Feminismus und Gender

Referentin: Dr. Gabriele KÀmper, Literaturwissenschaftlerin und Leiterin der GeschÀftsstelle Gleichstellung des Landes Berlin

Unter dem Kampfbegriff der „Reconquista maskuliner Ideale“ ziehen neurechte Agitatoren gegen Feminismus und Gender zu Felde. Die Geschlechterpolitik ist im Zentrum rechter Ideologien angekommen, und das nicht von ungefĂ€hr: Ist doch die Ungleichheit der Geschlechter eine Art Blaupause fĂŒr jede Propaganda der Ungleichheit. Rechter Diskurs und die Alltagsrhetoriken einer patriarchal gesĂ€ttigten Kultur verschaffen einander dabei gegenseitig Resonanz und PlausibilitĂ€t.

Die rechte Ideengeschichte lĂ€sst sich als ein Ineinandergreifen von politischer Ideologie und einem rhetorischen Programm beschreiben, das von Tradierung und Erneuerung gleichermaßen geprĂ€gt ist. Eine zentrale Konstante ist die VerknĂŒpfung politischer Programmatik mit geschlechtlichen (Selbst)bildern, Metaphern und Assoziationsverkettungen. Das umfasst Aspekte wie eine idealisierte mĂ€nnliche Autonomie, das Menetekel gesellschaftlicher Verweiblichung, kriegerische Selbstbehauptung, Verschmelzungsphantasmen mit Mutter Erde oder das Motiv des Vatermordes als Vaterlandsmord. Dem kontrastiert die Bilderwelt patriarchal verbĂŒrgter guter Ordnung und unerschĂŒtterlicher MĂ€nnlichkeit. So entsteht ein semantisch vermittelter WohlfĂŒhlraum in der Inszenierung geschlechtlicher Ungleichheit.

Auf der Basis solcherart vergeschlechtlicher Wertungssysteme delegitimiert diese Rhetorik subtil und suggestiv demokratische Fundamente wie Gleichheit, Friedfertigkeit und soziale Verantwortung im Namen mÀnnlicher Selbstbehauptung. Diese Botschaft erhÀlt und erneuert sich in den diskursiven Entwicklungen rechter Programmatik und Rhetorik.

Mittwoch, 23.11.16 geschlossene Veranstaltung

Liebe Nutzer_innen,

Mittwoch nachmittag findet in der MONAliesA die feierliche Auftaktveranstaltung des Digitalen Deutschen Frauenarchiv (DDF) statt. Im Rahmen des bundesgeförderten DDF-Projekts werden wir im kommenden Jahr u.a. zwei bisher nicht erschlossene  TeilbestĂ€nde – die Zeitschriften und die Graue Literatur – erschließen und somit recherchierbar und besser nutzbar machen.

Am Dienstag und Donnerstag haben wie wie gewohnt 15-19 Uhr geöffnet.