Archiv für den Monat: August 2013

Lose Hate not Weight!

Haley Morris Cafiero

Ich weiß gar nicht mehr wann genau, aber es war auf jeden Fall vor meinem 10. Lebensjahr, als meine Mom meine erste Diät verordnete. „Ich sei zu dick.“, meinte sie. Seitdem habe ich begriffen, dass Mädchen vorrangig nicht schlau und stark zu sein haben, sondern schlank und schön.

Wie stark dicke Menschen mit Ressentiments zu kämpfen haben zeigen die Fotos von Haley Morris Cafiero. Während in der Highschool die Welt noch in Ordnung schien (Sie war sportlich und spielte in drei Teams Soccer.), nahm sie auf dem College plötzlich drastisch zu (von Größe 7 auf 14). Die Diagnose: eine Schilddrüsenunterfunktion. „Ich versuchte zunächst, mit Diäten und Gewichtstraining gegenzuhalten. Dann kam ich irgendwann an den Punkt, dass es keinen Sinn mache, mich für etwas zu bestrafen, für das ich nichts konnte. Seltbstzerfleischung ist Zeitverschwendung.“

Ihre Umwelt und Mitmenschen sahen das aber anders. Sie machten sich auf offener Straße über den Körper von Haley Morris Cafiero lustig. Doch Cafiero schoss zurück und zwar mit einer Fotokamera. Ihre produzierten Fotoserien tragen Titel wie „Wait Watchers!“ oder „Gelato“. Sie zeigen Haley an öffentlichen Orten, wo sie sich unwohl fühlte. Egal ob in Spanien, Peru, New York oder Memphis, das Ergebnis war überall gleich. Haley: „Wenn ich diese Bilder betrachte, bin ich nicht verletzt. Ich fühle mich dann so, als ob ich ihren Blick erwidere und gegen sie richte. Ich fühle mich gut, so wie ich bin, ich brauche von niemandem eine Erlaubnis für meine Existenz.“

An dieser Stelle sei auch das Buch von Virgie Tovar empfohlen (Bei uns ausleihbar!) . In „Hot and Heavey. Fierce Fat Girls on Life, Love and Fashion“  versammelt sich bewegende und ermutigende Berichte von dicken Frauen. Sie schreiben offen über Sex mit dicken Körpern, Fat-Burlesque oder Plus-Size-Modeling.

Oh my God, it’s a mirage

Während wir die jährliche Sommerpause nutzen, um unter anderem das Programm der kommenden Saison vorzubereiten, sei euch allen ein kleines Filmchen ans Herz gelegt, über das wir uns vor Lachen bald nicht mehr eingekriegt haben. Es stammt angeblich von den Leuten der New York Public Library, auch wenn die das mittlerweile dementieren (zwinker, zwinker).

Naja trotzdem: Allen da draußen, die schon mal – und sei es auch nur für den Bruchteil einer Sekunde – daran gedacht haben in einer Bibliothek was mitgehen zu lassen, soll das eine Warnung sein. Don`t mess up with the wrong ladies! Don`t mess up with librarians!

http://vimeo.com/66169135

(via boingboing)

In memoriam: Johanna Ludwig (1937-2013)

Johanna Ludwig

Johanna Ludwig (*26.01.1937 – †02.08.2013)

ist nach langer, schwerer Krankheit am 2. August 2013 verstorben.  MONAliesA trauert um eine jahrelange Mitkämpferin und Wegbegleiterin, die das frauenkulturelle und -politische Geschehen in Leipzig nachhaltig geprägt hat.

Die Initiatorin, langjährige Vorsitzende und Ehrenvorsitzende der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V. hat mehr als zwei Jahrzehnte lang unermüdlich, ideenreich und gewissenhaft Leben und Werk der Schriftstellerin und Frauenpolitikerin Louise Otto-Peters erforscht, andere ermutigt und für die Rechte der Frauen sensibilisiert.

Johanna Ludwig hat damit einen maßgeblichen Beitrag zur Wiederaneignung des Erbes der deutschen Frauenbewegung in Leipzig geleistet, das hier im 20. Jh. aus unterschiedlichen Gründen wenig Beachtung fand und partiell in Vergessenheit geriet. Maßgeblich durch ihre vielfältigen öffentlichen Initiativen wissen inzwischen viele Leipzigerinnen und Leipziger, dass ihre Stadt nicht nur als Universitätsstadt, Messestadt, Musikstadt, Buchstadt, Stadt des Sports und Stadt der deutschen Arbeiterbewegung Berühmtheit erlangte, sondern dass sie auch ein Zentrum der deutschen Frauenbewegung war, und verbinden dies mit den Namen von Louise Otto-Peters, Auguste Schmidt, Henriette Goldschmidt und anderen.
Johanna Ludwigs Anliegen bestand aber nicht nur aus rein historischen Betrachtungen; aktuelle Bezüge zur Förderung der Gleichstellung von Frauen in der heutigen Zeit wurden bewusst gesucht.

Die Louise Otto-Peters-Gesellschaft e.V. wird ihre Arbeit im Sinne von Johanna Ludwig fortsetzen.