Archiv für den Monat: Dezember 2012

Ohne Euch geht es nicht!

MONAliesA blickt auf ein ereignisreiches und erfolgreiches Jahr 2012 zurück. Die überwältigende Resonanz unserer Veranstaltungen zu § 218, sexualisierter Gewalt, Prostitution, Antifeminismus und die Lesung mit Laurie Penny haben gezeigt, dass wir uns am Puls der Zeit bewegten. Das Fundament unseres Queer-feministischen Archivs ist gelegt und die sich dazu parallel entwickelnde feministische Archivpädagogik erfährt bereits jetzt deutschlandweiten Zuspruch. Zugleich waren und sind wir nach wie vor eine Anlaufstelle für Menschen, die sich mit Feminismen und Gleichstellungsfragen auseinandersetzen und sich dafür engagieren wollen.
Die Arbeit und Projekte der MONAliesA wäre ohne die Unterstützung der zahlreichen Ehrenamtlichen und Praktikant_innen in der Form nicht möglich gewesen. Deswegen möchte ich mich ganz herzlich bei folgenden Personen für ihr (häufig unbezahltes) Engagement ausdrücklich bedanken:
Birgit Mahn, Anett Jarosch Steffi Drechlser, Susann Vogel, Franziska Teubner, Saskia Dittrich, Susanne Nienhaus, Christine Vogel, Philine Jakobsmeyer und Katrin Bub.
Des Weiteren möchte ich unseren Förder- und Vereinsfrauen für ihre Unterstützung danken.
Sie alle machen deutlich: Ohne Euch geht es nicht!! Ihr bildet das Rückgrat der MONAliesA. Ohne Euch ist die Arbeit der MONAliesA nicht aufrechtzuerhalten!
Daher rufen wir auf:
* Werdet Fördermitglied und unterstützt die Arbeit der MONAliesA mit einem individuell festgelegten Betrag!
* Oder spendet:                                                                                                                                     MONAliesA e.V.                                                                                                                             Konto: 1100106320
BLZ: 86055592, Sparkasse Leipzig
* Oder engagiert euch ehrenamtlich, sei es im Bibliotheksbereich, im Archiv oder bei den Veranstaltungen. Jede helfende Hand ist uns willkommen!
Wir freuen uns auf Euch!

Frauenkörper neu gesehen

Endlich! Der feministische Klassiker „Frauenkörper neu gesehen“ ist neuaufgelegt worden. Das Buch erregte in den 1970er Jahren große Aufmerksamkeit, da es einer breiten Öffentlichkeit den weiblichen Körper in bis dahin nie gekannter Genauigkeit vorstellte. Hinzu kamen alternativmedizinische Informationen über die einzelnen Funktionen des weiblichen Körpers und Tipps für ein genussvollere Sexualität.

Die neue Herausgeberin des immer noch revolutionären Werkes ist Dr. Laura Méritt. Tja, wer sonst! Die Betreiberin der Berliner Institution Sexclusivitäten arbeitet und publiziert seit Jahren zu Themen wie weibliche Sexualität, lesbische Frauen oder weibliche Ejakulation. Mit viel Liebe zum Detail hat sie das Buch von A bis Z überarbeitet. Wunderbar abgerundet werden die Texte durch die in ihrer Qualität immer noch unerreichten Illustrationen .

Passend zu diesem Buch sei ein weiterer feministischer Meilenstein ans Herz gelegt: „Our Bodies, ourselves“. Bei uns ausleihbar!

Das Fest der Liebe kann kommen! 🙂

Auszeichnung für Lepa Mlađenović

Der  Anne-Klein-Frauenpreis der grünnahen Heinrich-Böll-Stiftung geht 2013  an Lepa Mlađenović.

Lepa Mlađenović engagiert sich  zeitlebebens gegen Gewalt, Militarismus und Homophobie, für Freiheit, Menschenrechte und sexuelle Selbstbestimmung. Seit mehr als 20 Jahren arbeitete sie im Autonomen Frauenzentrum in Belgrad, das auch in den Kriegsjahren ein Zufluchtsort für Frauen bildete. Nach Kriegsende organisierte sie Workshops und Veranstaltungen, auf denen sich Frauen aus dem früheren Jugoslawien trafen und sich über ihre Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt austauschten.

Lepa Mlađenović setzt sich auch international für Frauenrechte ein. So unterstützt sie indigene Frauen in Guatemala in ihrem Einsatz alternative Foren zu etablieren, wo Frauen, die während des Krieges vergewaltigt sind, ihr Recht auf Wiedergutmachung einklagen können.

In der Begründung der Jury heißt es weiterhin: „Lepa Mladjenovic begibt sich immer wieder in große Gefahr. Es braucht Furchtlosigkeit, sich in Serbien für die Rechte homosexueller Menschen einzusetzen.  Massive Diskriminierungen und Anfeindungen durch weite Teile der Bevölkerung und den Staat gehören dort zu den Alltagserfahrungen homosexueller Menschen.“

Der Anne-Klein-Preis der Heinrich-Böll-Stiftung wird am 1. März 2013 in Berlin überreicht. Er ist mit 10.000 € dotiert.

Stoppt sexistische Werbung in Leipzig!

Ein erster Schritt ist geschafft! Dank der Petitionsaktion des Runden Tisches gegen Gewalt an Frauen beschloss der Leipziger Stadtrat am 22. November ein Verbot sexistischer Werbung im öffentlichen Raum sowie in Werbeerzeugnissen, sofern es sich um Werbe- und Marketingaktionen städtischer Einrichtungen handelt. Leider hat es der Stadtrat bewusst unterlassen zu definieren, ab wann Werbung sexistisch ist! Hier wäre gar nicht soviel Arbeit nötig gewesen, denn die Frauenrechtsorganisation Terres Des Femmes hat eine Übersicht mit Kriterien erarbeitet, aus der hervorgeht, ab wann Werbung als sexistisch betrachtet wird. Weiterhin wurde die Forderung der Petition ignoriert, die Verträge mit JCDecaux Deutschland GmbH und DSM GmbH um eine Klausel zu erweitern, die das Abhängen sexistischer Werbung auf Aufforderung der Stadt hin möglich macht. In Ulm zum Beispiel gibt es eine solche Klausel. Den Leipziger Räten scheint es hierbei aber noch an politischem Willen zu fehlen.

Es heißt also: Weiter dranbleiben!!

Sto lat, Alice!

http://groups.uni-paderborn.de/mia/wp-content/uploads/2012/08/alice-schwarzer.jpg„Fast immer, wenn ich in den letzten Jahren mit Frauen geredet habe, egal worüber und egal mit wem – ob mit Hausfrauen, Karriere-Frauen oder Aktiven aus der Frauenbewegung -, fast immer landeten die Gespräche bei der Sexualität und bei den Männerbeziehungen  dieser Frauen.“ So lautet der erste Satz aus Alice Schwarzers Buch „Der kleine Unterschied und seine großen Folgen“, das die Autorin mit einem Schlag zur bekanntesten deutschen Feministin weltweit machte. Das Buch wurde für Millionen von Frauen zu einer lebenswichtigen und lebensentscheidenden Lektüre – bis heute. Zugleich trat das Buch eine bis dato noch nicht da gewesene Lawine an Hass, Häme und Beleidigungen gegen eine öffentliche Person los, die bis heute andauert.

Doch Alice Schwarzer ließ sich nicht mundtot machen, veröffentlichte weitere zahlreiche Bücher und gründete die EMMA – Deutschlands größte und bekannteste feministische Zeitschrift. Auch in dieser griff sie Tabuthemen auf: häusliche Gewalt und sexueller Missbrauch – damals ein Riesenskandal.  EMMA berichtete als erste über Genitalverstümmelung in Afrika und warnte bereits mit Blick auf die Ereignisse im Iran vor den erstarkenden Islamismus. Der § 218, Prostitution und Pornografie sind ebenfalls Themen, mit denen Alice Schwarzer sich im Laufe ihrer journalistischen Tätigkeit immer wieder kritisch auseinandersetzt. Dabei nimmt sie stets eine Haltung ein, die nicht der queer-feministisch-postgender-sexpositiven Feminist_innen entspricht und kassiert von ihnen dafür Anfeindungen, die hinsichtlich ihres Niveaus an das der Antifeminist_innen manchmal bedenklich nahe kommen.

Und neben ihrem publizistischen Werk sind auch ihre mittlerweile legendären Fernsehauftritte zu nennen. Von ihrem Streitgespräch mit Esther Vilar (Autorin des antifeministischen Pamphlets „Der dressierte Mann“) über ihre Begegnung mit Verona Feldbusch bei Kerner bis hin zu ihren mutigen Auftritten zum Fall Kachelmann („Es könnte sein, dass sie recht hat.“).

Für ihr unermüdliches Engagement für die Gleichberechtigung ist sie zeitlebens mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet worden. Heute, am 3. Dezember, feiert Alice Schwarzer ihren 70. Geburtstag. MONAliesA gratuliert!

Wie Alice Schwarzer diese Zeit im wahrsten Sinne des Wortes überlebt hat, ist wunderbar in ihrem jüngst erschienen Buch Lebenslauf nachzulesen. (Bei uns ausleihbar!)